S-Bahn
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In einem Zug der Linie S2 kam es zu den Übergriffen auf die 15-Jährige (Symbolbild).

Sexueller Übergriff in der S-Bahn: Prozessbeginn

Das Martyrium einer 15-Jährigen

Ein 30-Jähriger hat eine 15-Jährige in der S-Bahn massiv sexuell belästigt und bedroht. Jetzt hat der Prozess begonnen.

Dachau – Das Martyrium, das eine 15-Jährige im März 2020 in der S-Bahn Richtung Petershausen erlebte, findet seit gestern ein gerichtliches Nachspiel. Ein 30-jähriger Mann, der aus Eritrea stammt, belästigte die Jugendliche sexuell und drohte ihr, sie umzubringen, wenn sie schreien würde. Erst in Röhrmoos ließ er von ihr ab.

Weil die Jugendliche den Mann vom Sehen her kannte, konnte er festgenommen werden. Angeblich war der 30-Jährige stark betrunken gewesen. Zehn Bier hätte er vorher konsumiert, ließ er die Dolmetscherin vor dem Landgericht München II übersetzen. Deshalb erinnerte er sich angeblich nur schemenhaft an den Vorfall, räumte ihn aber ein. „Er kann sich nicht vorstellen, wie es passiert ist“, sagte die Dolmetscherin. Auf die Frage des Vorsitzenden Richters Martin Hofmann, ob das Mädchen die Unwahrheit gesagt haben könnte, erwiderte der Mann: „Ich glaube nicht, dass sie gelogen hat.“ Anschließend entschuldigte er sich. Es tue ihm so leid, was er angestellt habe, sagte er.

Es war 21 Uhr, als die 15-Jährige mit der S-Bahn von München nach Dachau fuhr. Dabei bemerkte´sie den Eritreer, der sich bereits in der Vergangenheit gerne neben die Schülerin gesetzt hatte. Gegen 21.15 Uhr stieg sie in Dachau aus, um die nächste S2 nach Vierkirchen zu nehmen. Während der 40-minütigen Wartezeit sprach sie der 30-Jährige an. Zweimal gab die Schülerin ihm einen Korb. Um ihn loszuwerden, ging sie in den Fußgängertunnel. Der Angeklagte folgte ihr. Als die S-Bahn kam, stieg sie schnell ein. Der Mann folgte ihr. Hinten im Waggon berührte der Angeklagte sie im Intimbereich. Die übrigen Fahrgäste bekamen nichts mit. Als sich das Mädchen wehrte, bekam es einen Schlag in den Rücken. In Röhrmoos musste der Eritreer aussteigen. Er versuchte, die 15-Jährige zum Mitkommen zu bewegen. Dafür riss er ihr das Handy aus der Hand, warf es aber zurück in die S-Bahn, als er bemerkte, dass sie nicht folgen würde. Dann verschwand er in der Dunkelheit. Der Prozess dauert an.

Angela Walser

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