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Stadtrat Horst Ullmann wird heute 77 Jahre alt. Er muss auf seine Geburtstags-Silvesterfeier heuer verzichten.

Vier Menschen, die heuer Silvester anders feiern, berichten

Dieses Jahr ist alles anders

Ein Jahreswechsel ohne Party, ohne Feuerwerk und ohne Geselligkeit: Was für viele bislang nicht vorstellbar schien, wird in diesem Jahr traurige Realität. Die Heimatzeitung hat mit vier Menschen gesprochen, deren Silvester heuer ganz anders ausfällt, als sie es sonst gewohnt sind.

Dachau – Für Horst Ullmann wird sein heutiger 77. Geburtstag auf jeden Fall besonders. Nicht, weil es eine Schnapszahl ist, sondern weil sein – ja, man kann fast sagen legendärer – Geburtstagsumtrunk beim TC Dachau dieses Jahr ausfallen muss. Im Schnitt 60 bis 65 Gratulanten kamen dabei stets, um mit dem Jubilar auf dessen neues Lebensjahr und mit allen anderen auf das neue Jahr anzustoßen. „Richtig zünftig“ sei es immer gewesen, erzählt Ullmann, die Musik habe gespielt, man habe gelacht und getrunken – oftmals sogar so viel, dass es das Jubelkind nicht pünktlich bis 16 Uhr nach Hause schaffte, wo dann die Familienfeier folgen sollte. Eventuell werde er seine Geburtstagsfeier nachholen, auf dem Volksfest. Heute jedenfalls wird nicht groß gefeiert, die 21-Uhr-Sperrstunde nämlich ist für den Stadtrat einfach „eine unmögliche Zeit“!

Tizian Sacher war sonst als DJ unterwegs.

Für Tizian Sacher aus Dachau gestaltet sich Silvester dieses Jahr ebenfalls anders als gewohnt. „Sonst bin ich immer gerne feiern gegangen“, sagt der 26-Jährige. Der ehemalige Kassenwart des „Freiraum“ hat normalerweise ein ausgeprägtes Feier-Leben. Er ist nicht nur Partygänger, sondern hat auch zahlreiche Partys in Dachau und Karlsfeld veranstaltet. Sein letztes großes Projekt war das „Open Ear“ am Karlsfelder See, aber auch als DJ ist Sacher in seiner Freizeit tätig. „Ich hab viel im ,Freiraum’ und Massmann-Wohnheim aufgelegt“, berichtet Sacher. Dort habe er in den vergangenen Jahren auch in das neue Jahr reingefeiert. „Das Coole“ an Silvester war für ihn dabei stets, „dass man auch mal Leute getroffen hat, die man sonst nicht so oft sieht“. Das würde ihm dieses Jahr schon fehlen. Statt einer großen Party mit vielen Leuten gibt es diesmal einen kleinen Spieleabend mit der Freundin und dem Bruder.

Sabine Sikora wird arbeiten statt feiern.

Sabine Sikora ist Krankenpflegerin im Krankenhaus Dachau. Für die Dachauerin ist der 31. Dezember dieses Jahr ein besonderer Tag, denn es ist ihr erster Arbeitstag an Silvester und gleichzeitig auch ihr letzter Arbeitstag überhaupt im Krankenhaus. „Normalerweise habe ich immer an Weihnachten gearbeitet“, sagt Sikora. Der 24-Jährigen war es in der Vergangenheit nämlich wichtig, Silvester frei zu haben, um mit ihren Freundinnen zu feiern. „Aber diesmal geht an Silvester eh nichts zusammen“, so dass es auch schon egal sei, dass sie an diesem Tag bis kurz vor zehn am Abend arbeiten muss. „Das mit der Ausgangssperre“ sei für sie aber doch „schon ein bisschen blöd“. Den Start ins neue Jahr wird die 24-Jährige diesmal mit ihrem Freund bei einer Flasche Sekt verbringen.

Michael Lorenz ist an Silvester immer verreist.

Auch Michael Lorenz aus Röhrmoos musste seine Silvesterpläne erst mal auf Eis legen. Ursprünglich war ein Kurztrip nach Wien oder Salzburg geplant, aber das Coronavirus machte dem Reisebegeisterten einen Strich durch die Rechnung. „Die letzten Jahre war ich an Silvester eigentlich immer in einer anderen Stadt“, erzählt der 26-Jährige. Ob Hausparty in Passau, Clubtour in Frankfurt oder Städtetrip in Tschechien: „Es war immer etwas Besonderes!“ Vor allem die Silvesterfeier in Prag sei sein absolutes Highlight gewesen. Umso mehr bedauert es der 26-Jährige, dass Reisen dieses Jahr nicht möglich sind. Doch Lorenz bleibt optimistisch. Für das nächste Silvester hat er auch schon eine Idee: „Ich würde gerne mal nach Berlin.“ Dieses Jahr verbringt der Selbstständige die Jahreswende zuhause. „Mein Bruder und ich werden uns etwas Leckeres kochen und einen guten Film schauen.“  

Verena Möckl und Stefanie Zipfer

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