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Die Fragen an Hermann Gröhe (l.) moderierte Katrin Staffler (M.). Mit auf dem Podium saß Bernhard Seidenath, Sprecher des gesundheitspolitischen CSU-Arbeitskreises.

Diskussion mit Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe in Dachau

Viel Kritik und ein wenig Lob

Es ist Wahlkampf, und da bekommt man auch in Dachau so manchen Spitzenpolitiker zu Gesicht. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CSU) stellte sich den Fragen der Dachauer. Diese waren durchaus kritisch.

Dachau – Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU), stellte sich im Adolf-Hölzl-Haus auf Einladung des CSU-Arbeitskreises Gesundheit und Pflegepolitik Bürgerfragen. Moderatorin war Bundestagskandidatin Katrin Staffler. Und neben Gröhe hatte noch Bernhard Seidenath als gesundheitspolitischer Sprecher der CSU-Fraktion auf dem Podium Platz genommen. Rund 100 interessierte Besucher kamen.

Als erste Fragestellerin regte Brigitte Bührlen, Vorsitzende von „Wir! – Stiftung pflegender Angehöriger“, „einen Ausgleich für die Pflege, eventuell sogar steuerfinanziert“ an. Rüdiger Hartmann schob nach, der Pflegeschlüssel gehöre reformiert. Doch hier fürchtete Christine Bronner, geschäftsführender Vorstand der Stiftung „Ambulantes Kinderhospiz München“, Familien könnten gegenüber der Alterspflege „hinten runterfallen“. Der Bundesgesundheitsminister räumte ein, über das Thema Hospiz und besonders Kinderhospiz lohne es sich mit am meisten nachzudenken. Pflegebedürftig könne jeder jeden Alters werden. „Gute Pflege ist etwas, was wir alle einander als Gesellschaft schulden.“ Versorgungsbrüche entstünden, wenn Patienten aus dem Krankenhaus entlassen würden – und dann solle die häusliche Pflege als Vollleistung eine Lücke schließen. Gröhe erklärte, sein Ziel sei es, auch die Situation der pflegenden Angehörigen zu verbessern. In der Pflege sei die Hilfe zur Selbsthilfe so stark wie sonst nirgends.

Einen deutlichen Mangel an Hebammen in München, wo es derzeit 5,6 Prozent mehr Geburten gebe, beklagte die Münchner Hebamme Christine Lang. Es gebe Engpässe bei Geburtsstationen und manche Kliniken schließen diese sogar. Bayern hinkt nach den Worten Rüdiger Hartmanns bei der Akademisierung der Hebammenausbildung hinterher. Gröhe sagte: „Ich bin für eine moderne und starke Berufsausbildung, die wir ergänzen über die Möglichkeit der akademisierten Ausbildung.“

„Wir haben die Arbeitgeber aus der paritätischen Krankenversicherung verloren“, beklagte der Vorsitzende der CSU-Arbeitsgemeinschaft Christlich Sozialer Arbeitnehmer (CSA) im Nachbarlandkreis Fürstenfeldbruck, Maximilian Maierhofer. „Wollen Sie daran festhalten?“ Darauf Gröhe: „Die Arbeitgeber wollten nicht so viel für Krankenhäuser und Pflege tun. Wieso wollen Sie da gerade die Arbeitgeber als Verbündete haben?“, wunderte er sich.

Die „Ausbeutung häuslicher Pflegehelfer unter nahezu mafiösen Bedingungen“ war dem CSU-Stadtrat Gustl Haas ein Dorn im Auge. „Denen sollten wir mit Festanstellungen helfen.“ Fundament müsse für diese Pflegekräfte ein gesichertes Einkommen sein, betonte Gröhe. Auch sei ausreichend Freizeit erforderlich. Aber Priorität müsse die Qualität der Pflege für den Patienten haben. Billiglösungen seien falsch.

Doch es gab auch Lob für den Bundesminister: Beate Bettenhausen, Vorstand des Landesverbands Bayern für körper- und mehrfachbehinderte Menschen und seit 25 Jahren Mutter eines schwer behinderten Sohnes, dankte Gröhe für die zusammen mit CSU-Landegruppenchefin Gerda Hasselfeldt verbesserte Pflege. Auch Günter Braun, Inhaber eines Unternehmens für die zuvor von Gröhe hoch gelobte Telemedizin, würdigte dessen Amtsführung. Allerdings forderte er, die ambulante Telemedizin verstärkt zu fördern.

„Wir haben ein hoch qualifiziertes Gesundheitssystem“, betonte Bernhard Seidenath abschließend. „Es ist ein hartes Stück Arbeit, dafür zu sorgen, dass das so bleibt.“

(rds)

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