+
Objekt der Diskussion: Über dieses Bauvorhaben an der Schillerstraße wird derzeit viel diskutiert.

Diskussion um Parkplatzablöse an der Schillerstraße

Bauherr wehrt sich gegen Gerüchte und attackiert CSU-Stadträte

  • schließen

In der Diskussion um die Parkplatzablöse für ein Bauvorhaben an der Schillerstraße legt die CSU nach: Der OB soll nun den Stadtrat über den Ablauf des Geschäfts informieren. Zeitgleich meldet sich der Inhaber der Immobilie zu Wort: Er vermutet hinter dem Vorgehen der CSU politische Motive.

Dachau – Das Bauvorhaben einer Steuerkanzlei an der Schillerstraße Ecke Münchner Straße hatte in der jüngsten Bauausschusssitzung für Verstimmung gesorgt: Wie berichtet, ärgerten sich einige Stadträte darüber, dass der Ausschuss nicht über die Ablöse dreier Parkplätze informiert worden war. Diese Ablöse, so wurde in der Sitzung behauptet, sei bereits der zweite Parkplatz-Freikauf des Unternehmens.

Oberbürgermeister Florian Hartmann allerdings stellte dies, wenige Tage später, im Rahmen der jüngsten Verkehrsausschusssitzung richtig: Für den Bau des Gebäudes vor fünf Jahren hätten keinerlei Parkplätze abgelöst werden müssen; nur für das ursprünglich an der Stelle angedachte Ärztehaus wäre dieser Schritt nötig gewesen (wir berichteten ebenfalls).

Die CSU-Fraktion im Stadtrat aber will das Thema damit nicht auf sich beruhen lassen. In einem entsprechenden Antrag an den OB heißt es, dass sich trotz Hartmanns Erklärung zu dem Bauvorhaben „für unsere Fraktion noch einige Fragen ergeben“. Abgesehen davon solle der Stadtrat darüber „zumindest nachrichtlich“ informiert werden.

Konkret will die Dachauer CSU – unter anderem – wissen: Welche Erweiterung des Baukörpers an der Schillerstraße 1 werde vorgenommen, wie verhalte es sich mit der „Überschreitung der Abstandsflächen“, welche Nutzung sei für die Erweiterungsflächen vorgesehen, wie viele Stellplätze seien dafür abgelöst worden und aus welchen Gründen sei auf eine Beschlussfassung im Bauausschuss des Stadtrats „bei einer Aufstockung mit Auskragung an städtebaulich sensibler Stelle verzichtet worden“?

Stefan Fichtl, Mitinhaber der betroffenen Steuerkanzlei, sieht in dem Beharren der CSU-Fraktion auf dem Thema politische Motive: „Die instrumentalisieren mich für ihren Wahlkampf“, schimpft er. Sowohl der Antrag seines Bauvorhabens als auch die Ablöse der Stellplätze sei zu jedem Zeitpunkt transparent verlaufen. Ja, ein Modell des Baus sei sogar im Bauausschuss vorgezeigt worden! Er kann sich die Haltung der CSU nur mit dem heraufziehenden Wahlkampf erklären. Überhaupt, betont er in Richtung CSU-Stadträte, „verwundert es mich schon, dass mit mir noch nie über diese Baumaßnahme gesprochen wurde“. Im Gespräch hätten sich Dinge vielleicht klären und Gerüchte aus der Welt schaffen lassen – beispielsweise das Gerücht, dass er den Aufbau als Wohnung nutzen wolle. „Natürlich wird das keine Wohnung“, so Fichtl, „sondern ein Büro. Wir schaffen Arbeitsplätze“!

Doch Fichtls Bauvorhaben ist nicht das einzige Projekt, das die CSU derzeit aufregt. An der Wieniger-Straße 5, dem sogenannten Glück-Anwesen in der Altstadt, wird derzeit die Ladenfläche erweitert und der Dachstuhl ausgebaut. Mit dem Denkmalschutz, so hatte es Bauamtsleiter Michael Simon zuletzt im Bauausschuss mitgeteilt, sei die Maßnahme abgestimmt. Warum aber, so fragt die CSU, sei die Genehmigung nicht über die Tische der Bauausschussmitglieder gegangen? Schließlich gebe es „einen Beschluss, der besagt, dass Bauvorhaben innerhalb des Burgfriedens und an der Altstadtkante im Ausschuss zu behandeln sind“?

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

In Odelzhausen gibt’s jetzt eine „Onleihe“
Leser der Bücherei Odelzhausen können sich freuen: Pünktlich zum Welttag des Buches am Dienstag, 23. April, startet dort die sogenannte „Onleihe“. Dann haben die Nutzer …
In Odelzhausen gibt’s jetzt eine „Onleihe“
Radweg von Hilgertshausen nach Kleinschwabhausen nimmt Gestalt an
Vor allem für Schüler aus Hilgertshausen, die weiterführende Schulen in Indersdorf besuchen, wäre ein durchgehender Radweg entlang der Staatsstraße 2050 Gold wert. Jetzt …
Radweg von Hilgertshausen nach Kleinschwabhausen nimmt Gestalt an
OB zum MD-Gelände: „Es gibt immer ein Zurück“
Es ist für Dachau ein Jahrhundertprojekt: die Entwicklung des 17 Hektar großen MD-Geländes inmitten der Stadt. Im Interview verrät OB Florian Hartmann unter anderem, wie …
OB zum MD-Gelände: „Es gibt immer ein Zurück“
Jugendsozialarbeit in vollem Umfang möglich
Die Gemeinde Weichs schafft einen Bauwagen an. Weil dann ein Büro aus der Schule ausgelagert werden kann, kann die Jugendsozialarbeit an der Schule in vollem Umfang …
Jugendsozialarbeit in vollem Umfang möglich

Kommentare