Diva-Bilanz

Die Frische bewahren, die Regionalität erhöhen

Die Diva-Veranstalter sind zufrieden: Fast 28 000 Besucher zählte die Regionalmesse auf der Thomawiese in diesem Jahr. Der Plan, die Veranstaltung jünger und frischer zu machen, sei – trotz kleinerer Pannen – aufgegangen.

Dachau – Wer Messen und Verkaufsausstellungen für aus der Zeit gefallen, für altmodisch, für Relikte vergangener Zeiten hält, denen setzt der Messebeiratsvorsitzende Christian Tannek die Bilanz der diesjährigen Diva entgegen: rund 28 000 Besucher, zufriedene Aussteller und ein deutlich verjüngtes Publikum: „Messen waren eingestaubt, keine Frage. Aber im Moment geht der Trend wieder eindeutig in die andere Richtung!“

Diva-Veranstalter Josef Schmid macht dies an einem Beispiel fest: Einer der erfolgreichsten Aussteller in diesem Jahr sei das junge Team von Bavarian Couture gewesen. „Die sind im Online-Business entstanden, die wollen kein Ladengeschäft. Aber sie haben die Diva genutzt, um auch mal die andere Seite kennenzulernen!“

Weitere Kundenmagnete in diesem Jahr seien die Aussteller der Immobilien-, Bau- und Sanitärbranche gewesen. Gerade Familien hätten sich über Angebote in diesen Bereichen informiert. Tannek zufolge habe man bei der Konzeption der Diva 2017 genau auf diese Zielgruppe abgezielt: „Junge Menschen, die ein Haus bauen oder sanieren wollen, die sich für neue Technik interessieren und lokalpatriotisch sind.“

Die organisatorischen Veränderungen hätten ebenfalls positives Feedback gefunden: Das ausgebaute Gastro-Angebot inklusive Food-Trucks sei ebenso gut angekommen wie die deutlich vergrößerte Dachau-Halle: „Luftiger, angenehmer“, beschreibt Tannek die neue Atmosphäre. Und auch der „lange Donnerstag“ sei gut angekommen – für manche Aussteller allerdings fast schon zu gut: Viele Besucher nutzten den freien Eintritt ab 15.30 Uhr zu einem Bummel über die Diva. Darunter, so Messe-Chef Schmid, „viele Schauer“. Tannek nennt das Donnerstags-Publikum eher „Jäger und Sammler“, die jedoch, klar, für die Aussteller „weniger attraktiv“ gewesen seien.

An den Eintrittspreisen wollen beide in Zukunft jedoch nicht drehen. Das Publikum habe bei freiem Eintritt eine „andere Qualifizierung“, befürchtet Schmid, und Tannek fürchtet, in diesem Fall als Aussteller eine höhere Standmiete zahlen zu müssen. Auch an der Dauer der Diva, die heuer erstmals nur an vier Tagen stattfand, wollen beide festhalten.

Für die Zukunft gelte es nun, den Elan der Diva 2017 mitzunehmen, „wir müssen schauen, dass die Messe frisch bleibt“, so Tannek. Dazu gehöre, weiterhin viele junge Menschen und Familien anzulocken und an Fehlern zu arbeiten. Kleinere Patzer, wie der Schreibfehler auf den „Diva-Ralley“-Plakaten, seien „leider peinlich und dürfen nicht passieren“.

Landrat Stefan Löwl möchte da nicht so streng sein. „Ich war mehrfach auf der Diva, und auch meinen Kindern hat es sehr gut gefallen!“ Gerade die vielen jungen Aussteller sowie das Mitmachprogramm „haben das neue Konzept bereichert“. Sollte es in zwei Jahren erneut eine Diva geben, wünscht er sich auch einen „kulturellen Anteil“. Laut Landrat würden viele Dachauer Künstler immer wieder Präsentations- und Kontaktmöglichkeiten anfragen.

Dachaus Oberbürgermeister Florian Hartmann sieht vor allem im Thema Regionalität die größte Herausforderung für die Zukunft. Es gelte zu fragen: „Warum kommen so wenig heimische Betriebe auf die Diva? Brauche ich so viele Aussteller aus sonst woher?“ Sein Messe-Fazit ist daher: „Es war besser als beim letzten Mal. Aber es gibt es gibt noch viel Potenzial!“

Stefanie Zipfer

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