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Verschiedene Arbeiten von Dr. Norbert Göttler (l.) werden in einer Ausstellung in der Sparkasse präsentiert. Andreas Kratz (r.) von der Sparkasse freut sich, dieses Werk zeigen zu können.

Sparkasse Dachau

Ein Lebenswerk in Buch und Bild

Der Bezirksheimatpfleger Dr. Norbert Göttler aus Walpertshofen zeigt seine Ausstellung „Buch und Buchkunst“ in der Hauptstelle der Sparkasse Dachau. Spannend, was er und seine Künstlerfreunde zu bieten haben.

VON ELFRIEDE PEIL

DachauUnter dem Titel „Buch und Buchkunst – Dr. Norbert Göttler und seine Künstlerfreunde“ ist gestern Abend die Ausstellung über das Lebenswerk des Autors, Historikers, Filmemachers, Trägers des Bundesverdienstkreuzes und Bezirksheimatpflegers in der Sparkasse Dachau eröffnet worden. Anlässlich des 60. Geburtstages von Dr. Norbert Göttler wird die helle und architektonisch großzügig angelegte Schalterhalle jetzt erfüllt von einer eindrucksvollen Präsentation seines Lebenswerkes und dessen Begleitung durch seine künstlerischen Freunde.

Als Hintergrund-Information bieten „Roll ups“ Einblick in die verschiedenen Arbeiten. Und ein achtseitiges „Werkverzeichnis“ zeigt auf, was Norbert Göttler alles geschaffen hat. „In 40 Jahren von 60“, wie er lächelnd in einem Vorgespräch zur Ausstellung sagt. Und das ist fast unglaublich, wenn‘s nicht schwarz auf grau und hellrosa gedruckt vorliegen würde. „Das ehrt mich, wie die Sparkasse das aufgegriffen hat.“ Deren Vertreter Andreas Kratz als Leiter der Öffentlichkeitsarbeit und Werbung wiederum freut sich, „dass wir die Schaffenskraft einer so herausragenden Persönlichkeit wie Dr. Göttler hier zeigen können“. Martin Off von der Leporello Company und Karin Schuff, KVD-Mitglied, haben die Präsentation aufgebaut. „Die können Ausstellung“, sagt Göttler.

In der Tat: Buch und Bild gehen hier eine Verbindung ein, die den Gang durch diese Sammlung spannend macht. „Ich habe immer schon mit Künstlern zusammen gearbeitet und sie gefragt: Was aus deinem Werk passt zu diesem Text?“ Und so finden sich zuhauf Illustrationen, Drucke, Gemälde, Fotografien von seinen Künstlerfreunden Klaus Eberlein aus München, dem Dachauer Herbert Felix Plahl, dem in Prittlbach geborenen Norbert Kiening und der Künstlerfreundin Anja Pitzke, jetzt Dr. Anja Fritzsche, aus Hamburg, die seiner Literatur noch eine weitere Dimension verschafft haben. Das macht das Lesen intensiver, und die Bilder werden noch stärker in ihrer Aussagekraft.

Drei historische Romane hat Göttler bisher geschrieben: „Die Pfuscherin“ über das abenteuerliche Leben der Mariabrunner Doktorbäuerin. Der Münchner Klaus Eberlein hat das Buch illustriert: „Ein Profi“, so Göttler. Er hat auch noch seinen dritten Roman bebildert, den „Putsch im Vatikan“ von 1997 und die Neuauflage von Göttlers drittem Roman „Der rote Frühling“ über die Räterepublik. Die Erzählbände und Gedichte sind ebenfalls illustriert, etwa der Lyrikband „Versuche des Sisyphos“ von Anja Fritzsche, die viele Jahre Vorsitzende der Künstlervereinigung Dachau war. Oder die bibliophile Mappe „Wortbilder, Bildworte“ mit Bildern von Felix Plahl zu den Gedichten.

Es sind auch bibliophile Kostbarkeiten zu sehen wie limitierte Vorzugsausgaben, in denen die Originalzeichnungen eingebunden sind.

Meistens kam das Buch zum Bild. Aber einmal war es umgekehrt. Da sah Göttler das Aquatinta, eine Tuschätzung, von Klaus Eberlein „Das Vermächtnis der alten Dame“. Eine dämmrige Stube in Italien. Eine uralte Oma auf einem Stuhl, und vor seinen Augen löst sie sich langsam auf. „Und das sieht man auf dem Bild. Das hat mich so fasziniert, dass ich daraus eine Geschichte geschrieben habe.“ Sie wurde 1995 veröffentlicht im Erzählband „Das Schweigen der Greisin. Elf phantastische Geschichten“.

Der zweite Teil der Ausstellung sind Göttlers Sachbücher, einmal die rund um die Dachauer Geschichte, zweitens die zu überregionalen Themen. Ein Foto dazu von Norbert Kiening ist das Titelbild des Bandes „Zeitgemäßes Bauen im ländlichen Oberbayern“. Es zeigt ein modern-historisches Wohnhaus, das früher eine Scheune war und noch weitere 42 Objekte, die beispielhaft für die bauliche Vereinigung von Alt und Neu sind.

Ganz zum Schluss findet sich noch eine Anthologie von verschiedensten Beiträgen, die Göttler für Zeitschriften und Zeitungen geschrieben hat. Und ein Hinweis auf das, was im Frühjahr von ihm zu erwarten ist, seine literarische Kollage „Dachau, Moabit und zurück“, eine Begegnung mit dem Widerstandskämpfer Albrecht Haushofer.

Wenn er jetzt mit seinen jungen 60 Jahren schon so ein umfangreiches Werk ausstellen kann – wo soll das hinführen, wenn er seinen 70. Geburtstag feiert? „Wir haben ja noch die Galerie“, sagt Andreas Kratz lachend und zeigt nach oben. Genau, da ist noch jede Menge Platz für Norbert Göttler und seine Künstlerfreunde.

Die Ausstellung

„Buch und Buchkunst – Dr. Norbert Göttler und seine Künstlerfreunde“ ist noch bis zum 22. November zu sehen während der Öffnungszeiten der Sparkasse. Am heutigen Donnerstag um 18 Uhr gibt es eine Führung durch die Ausstellung.

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