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Harmonierten hervorragend: d ie russische Pianistin Julia Okruashvili und Cellist Laszlo Fenyö beim letzten Schlosskonzert des Jahres.

Letztes Schlosskonzert des Jahres

Drama und Sehnsucht in zarten Farben

Der Cellist Laszlo Fenyö und die Pianistin Julia Okruashvili spielten beim letzten Schlosskonzert des Jahres Sonaten von Beethoven, Schumann, Kodaly und Grieg. Das Publikum war begeistert.

Dachau – Der ungarische Cellist Lazlo Fenyö und die russische Pianistin Julia Okruashvili gestalteten einen Sonatenabend im Rahmen des letzten Dachauer Schlosskonzertes in diesem Jahr.

Auf dem abwechslungsreich und geschmackvoll ausgewählten Programm standen Werke von vier Komponisten: Ludwig van Beethoven, Robert Schumann, Zoltan Kodaly und Edvard Grieg. Obwohl das Violoncello ein beliebtes und vielseitiges Instrument ist, gibt es wesentlich weniger Sonatenliteratur als beispielsweise für die Violine.

Deswegen ist die Sonate in a-Moll op. 36 beispielsweise die einzige Cellosonate von Edvard Grieg. Der norwegische Komponist widmete sie seinem Bruder John, der das Instrument spielte. Auch Zoltan Kodaly tat sich mit dem Schreiben für diese Besetzung nicht leicht, obwohl das Violoncello das Lieblingsinstrument des Ungarn war: Seine Sonate op. 4 war eigentlich als dreisätziges Werk geplant, der Komponist verwarf jedoch den ersten Satz und kam trotz mehrerer Versuche nicht zu einem für ihn befriedigenden Ergebnis. Schließlich veröffentlichte er sein Opus mit nur zwei Sätzen. Die Fantasiestücke op. 73 von Robert Schumann dagegen sind sogar eigentlich für Klarinette und Klavier geschrieben, die Melodiestimme wird allerdings häufig auch mit Cello oder Geige besetzt. Ludwig van Beethoven ist mit fünf Sonaten für Violoncello und Klavier also sozusagen der Spitzenreiter, im Schlosskonzert spielten die beiden Interpreten die vierte Sonate, op. 102, in C-Dur.

Sowohl Lazlo Fenyö als auch Julia Okruashvili sind Preisträger internationaler Wettbewerbe und Professoren an einer deutschen Musikhochschule, Fenyö in Karlsruhe, Okruashvili in Köln. Die beiden passen auch von ihrer Spielweise her hervorragend zusammen: Beiden gemein ist eine grundsätzlich relativ forsche, temperamentvolle und zupackende Klangsprache.

Obwohl der Kompositionsstil von Beethoven, Schumann, Kodaly und Grieg kaum unterschiedlicher sein könnte, zog sich die interpretatorische Handschrift des Duos wie ein roter Faden durch das Programm. Während die kraftvolle, manchmal schon fast harte Interpretation zu Kodalys stimmungsvoller Musik mit der komplexen Harmonik hervorragend passte und vor allem die einsamen, schwermütigen Momente zur Geltung brachte, wünschte man sich besonders bei dem fast immer gut intonierten Beethoven manchmal noch ein etwas größeres Spektrum an Klangfarben. Auch das erste von Schumanns Fantasiestücken ist mit „Zart und mit Ausdruck“ bezeichnet. Fenyö und Okruashvili spielten das Stück mit dem für Schumann typischen, drängenden und aufgewühlten Charakter, stellten aber häufig die intensiven über die zarten Farben.

Der Höhepunkt des Abends war definitiv die Sonate von Edvard Grieg. Bei diesem letzten Programmpunkt gaben die beiden Musiker alles und schienen nun richtig gut aufeinander eingestimmt zu sein. Das wunderschöne, sehnsuchtsvolle Thema gestalteten die beiden mit spannungsvollen langen Phrasen und tiefgreifender Dramatik, die ganze Sonate war geprägt von temperamentvollen emotionalen Ausbrüchen und diesmal auch atmosphärischen ruhigen Passagen. Der Cellist und die Pianistin warfen einander musikalisch die Bälle zu und musizierten als eingespieltes Team.

Nach diesem „Erdbeben“, wie Lazlo Fenyö das Werk von Grieg scherzhaft bezeichnete, nahmen er und Julia Okruashvili das Publikum mit ihrer Zugabe für sich ein: Mit dem zweiten Satz aus der Cellosonate op. 19 von Sergei Rachmaninov zeigte das Duo noch einmal sein Können. Übrigens ist auch diese Sonate die einzige des Komponisten für diese Besetzung.

san

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