Mädchen und Junge
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Freuen sich 1,0 im Abi-Zeugnis: Rabea Gärtner und Patrick Klaus.

„Außergewöhnliches geschafft“ – 155 Abiturienten freuen sich über ihren Abschluss am JEG

Dreimal Abschluss mit Traumnote 1,0

  • Petra Schafflik
    VonPetra Schafflik
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Optimismus und sprühende Lebensfreude prägten die drei Abiturfeiern, mit denen das Josef-Effner-Gymnasium am Freitag nacheinander seine 155 Absolventen verabschiedete. Schon allein, dass die Veranstaltungen wie geplant stattfinden konnten, war Anlass zur Freude.

Dachau - Denn an einigen Gymnasien in Oberbayern mussten Abschlussfeste wegen Corona-Fällen kurzfristig ausfallen. Nicht am JEG, wie Schulleiter Peter Mareis erleichtert erklärte: „Ich bin froh, dass wir feiern dürfen.“ Auch wenn noch nicht so viele Gäste dabei sein konnten, wie es vor der Pandemie üblich war, gab es – im Gegensatz zum Vorjahr – bei der feierlichen Verabschiedung in der Schulaula doch wieder Grußworte und vor allem auch eine Abiturrede des Schulleiters.

Als Anregung hatte Mareis in „Lost in Translation“ gestöbert, einem Büchlein zu „unübersetzbaren Wörtern der ganzen Welt“. Das Ergebnis war eine so heitere wie tiefgründige Rede, die das Publikum aufs Beste unterhielt.

Die Schüler hätten „wirklich Außergewöhnliches geschafft“, erklärte Schulleiter Mareis. 150 Schulaufgaben und 250 Exen geschrieben, dazu 300 Ausfragen absolviert und mit fünf letzten Prüfungen schließlich „das Gipfelkreuz in Form des Abiturs gesetzt“. Und natürlich im Laufe ihrer Schullaufbahn von Chor, Rudern, Jonglieren und Italienisch noch viel mehr fürs Leben gelernt.

Nach all den Anstrengungen sollten die jungen Männer und Frauen jetzt „Uitwaaien“ empfahl Mareis, was im Niederländischen so viel heiße wie „Pause machen, um den Kopf frei zu bekommen“.

Dank an die Oberstufenkoordinatorin

Einen besonderen Dank richtete Mareis an Oberstufenkoordinatorin Annett Hübner, die den Abschlussjahrgang Tag und Nacht umsorgt, trotz schwieriger äußerer Umstände „eine Wohlfühlumgebung fürs Abitur“ geschaffen habe.

Auch Abiturientin Diana Unger dankte Hübner, die erreicht habe, „dass trotz zehnfachen Änderungen der Vorgaben alles wie geschmiert lief“. Die schwierigen Umstände, unter denen dieser Abschlussjahrgang sein Abitur erworben hat, wurden gar nicht besonders thematisiert. Doch Unger ist sicher, „dass wir jetzt noch alles schaffen, was folgt“.

Lob gab es für alle Absolventen von Schülerin Sophie Zeppenfeld, die feststellte, dass in der „tollen Stufe“ alle stets tolerant, solidarisch und respektvoll miteinander umgegangen seien. Für den erkrankten Landrat sprach als Vertreter im Amt in zwei Feiern Regierungsdirektor Alexander Krug ein kurzes Grußwort. Die Absolventen, so Krug, hätten trotz oder gerade wegen der widrigen Umstände „viel gelernt, was ihnen im Leben ganz toll nützen wird“.

Die stellvertretende Landrätin Marianne Klaffki, die Löwl dann in der dritten Feier vertrat, lobte die Absolventen, die „Nerven und klaren Kopf“ bewahrt hätten. „Behalten Sie Ihren eigenen Kopf und nutzen Sie ihn zum Denken. Gestalten Sie unsere Zukunft mit“, rief sie die jungen Leute auf.

Zur Zeugnisübergabe kamen die Absolventen zu den Klängen eines persönlich ausgewählten Musikstücks nach vorne, nahmen mit dem Zeugnis auch die am Effner traditionelle rote Rose in Empfang.

Besonders gewürdigt und mit einem Gutschein beschenkt wurden im Namen des Elternbeirats von der Vorsitzenden Stephanie Hörl fünf Schülerinnen und Schüler, die sich in besonderer Weise sozial für die Gemeinschaft engagiert haben.

Einen besonderen Applaus erhielten zwei junge Männer und eine junge Frau, die mit der Traumnote 1,0 abgeschlossen haben. Alle drei haben für die Zeit nach dem Abi schon konkrete Pläne. Rabea Gärtner, der im Unterricht stets Chemie, Physik und Mathematik „am meisten Spaß gemacht haben“, wie sie betont, will Molekularmedizin studieren.

Dagegen zieht es Patrick Klaus zunächst ins Ausland. Erst möchte er das Sprachreise-Stipendium nutzen, das er als Schulbester von der Sparkasse bekommen hat. Dann ein halbes bis dreiviertel Jahr in der Dominikanischen Republik ehrenamtlich ein Umweltprojekt unterstützen und dabei Spanisch lernen. Danach strebt er dann ein Wirtschaftsinformatik-Studium an.

Schnitt mit 1,0 ab und sorgten selbst für den musikalischen Rahmen der Abifeier: Fabian Darabi Far.

Der dritte Einser-Abiturient Fabian Darabi Far sorgte mit einem eindrucksvollen Vortrag von Tchaikovskys Klavierkonzert selbst für die musikalische Umrahmung seiner Abschlussfeiern. Beruflich wird er sein musikalisches Talent jedoch nicht nutzen. Vielmehr möchte er Mathematik studieren, so Darabi Far, „um später in die Forschung zu gehen“.

Nicht nur den Spitzenschülern, sondern allen Absolventen solle für den Tag der Abifeier ein einziges Wort genügen, riet Schulleiter Mareis, nämlich das arabische „Samar“. Das bedeute: Bis weit nach Sonnenuntergang aufbleiben und mit Freunden eine gute Zeit verbringen. Diesem Rat ihres Rektors dürften die Absolventen gerne gefolgt sein.

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