+
Ein perfektioniertes Zusammenspiel zeigten die Dresdner Kapellsolisten im Dachauer Schloss. 

Dachauer Schlosskonzert

Spritzige Mozart-Interpretationen

Präzise, kraftvoll und voller Energie: Die Dresdner Kapellsolisten zeigten beim jüngsten Schlosskonzert perfektioniertes Zusammenspiel und sehr spritzige Mozart-Interpretationen. 

Dachau – Obwohl es technisch weitaus schwierigere Literatur gibt, gelten die Werke von Wolfgang Amadeus Mozart als eine der anspruchsvollsten Disziplinen im Bereich der klassischen Musik. Mozarts Kompositionen erfordern trotz ihrer relativen „Einfachheit“ eine genauestens ausgeklügelte Interpretation, die einerseits oft sehr klangsensibel ist, andererseits nie den für Mozart typischen leichtfüßigen, lebensfrohen Charakter verliert. Außerdem fällt bei dieser Musik jeder kleinste Patzer sofort auf, daher muss jede Note klar, exakt und präzise gespielt werden.

Die Dresdner Kapellsolisten hatten für ihr Schlosskonzert ein reines Mozart-Programm mit drei großartigen Werken des Komponisten zusammengestellt: Mit der Salzburger Sinfonie KV 136, dem Fagottkonzert KV 191 und der Sinfonie Concertante für Violine, Viola und Orchester in Es-Dur KV 364 bewiesen sie nicht nur engagiertes Spiel, sondern auch interpretatorischen Geschmack und begeisterten die Zuhörer.

Das Ensemble besteht seit 1994 und setzt sich in erster Linie aus Mitgliedern der sächsischen Staatskapelle zusammen. Die Musiker unter der Leitung von Helmut Branny haben sich auf Werke des 18.-20. Jahrhunderts spezialisiert. Im Schlosskonzert bestachen sie vor allem durch ihr akurates Zusammenspiel, die penibel aufeinander abgestimmte Artikulation und ihr energetisches, konzentriertes Spiel. Der Klang der Kapellsolisten war äußerst direkt, voll und farbenreich, was es allerdings den Solisten manchmal erschwerte, gut durchzukommen.

Besonders der Solofagottist Erik Reike hatte aufgrund des natürlichen weichen und etwas leiseren Timbres seines Instrumentes mit dem starken Orchesterklang zu kämpfen. Dennoch spielte er mit fantastisch wandelbarem, feinem Ton und bewies große Musikalität. Mühelos und klar meisterte er schnelle Läufe und Sprünge und interpretierte das Werk mit Witz und Spannung.

Bei der Sinfonia Concertante wurde die Solovioline von Susanne Branny, die Solobratsche von Stephan Pätzold gespielt. Bei dieser Komposition nahm Mozart den Namen der Gattung besonders wörtlich und schuf eine Mischung aus der Ritornellform des Concertos und der Sonatenhauptsatzform der klassischen Sinfonie. Hier war nicht nur das Orchester ein eingespieltes Team, auch die beiden Solisten untereinander und im Wechselspiel mit dem Ensemble warfen sich die Bälle zu. Die Streicher imitierten und umspielten einander, ließen die Instrumente zu einer feuerwerksartigen Explosion an Lebendigkeit verschmelzen.   

Susanna Morper

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Bundestagswahl in der Region Dachau – alle Ereignisse und Ergebnisse im Live-Ticker
Wann gibt‘s die ersten Ergebnisse für die Gemeinden im Landkreis Dachau? Wie haben unsere Wähler abgestimmt? Was sagen die Kandidaten und Parteien? Alle Infos, …
Bundestagswahl in der Region Dachau – alle Ereignisse und Ergebnisse im Live-Ticker
Christian Blatt ist jetzt Gemeindechef
Im zweiten Anlauf hat er es geschafft: Christian Blatt ist neuer Bürgermeister der Gemeinde Erdweg. Der CSU-Mann hatte zwei Gegenkandidaten, galt jedoch als klarer …
Christian Blatt ist jetzt Gemeindechef
Güterzug mit überhitzten Bremsen gestoppt
Güterzug mit überhitzten Bremsen gestoppt
Das Ende des MVZ Indersdorf
Immer weniger Ärzte wollen aufs Land. Mit diesem Problem hat auch Indersdorf zu kämpfen. Denn das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) am Amper-Klinikum wird nach …
Das Ende des MVZ Indersdorf

Kommentare