Illustration Drogenhandel
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Drogenhandel im großen Stil ist vor dem Landgericht Thema.

Dachauer Dealer fiel auf V-Mann herein – Verhandlung

Drogenhandel in großem Stil

  • Angela Walser
    vonAngela Walser
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Drei Drogendealer stehen derzeit vor dem Landgericht München. Zentrum war der Raum Dachau.

Dachau/München – Drogenhandel in Kilo-Dimensionen: Das gibt es nicht oft im Münchner Umland. Vor gut einem Jahr gingen den Drogenfahndern drei Männer aus Dachau, München und Gräfelfing ins Netz. Sie waren einem V-Mann aufgesessen. Ihre Spuren führten zu einem immensen Drogenhandel im Raum Dachau – bereits zwischen 2016 und 2017. Jetzt wird ihnen vor dem Landgericht München I der Prozess gemacht.

Nicht jeder aus dem Trio – 25, 30 und 35 Jahre – zeigte sich zu Prozessauftakt redefreudig. Der jüngste Angeklagte ließ über seinen Verteidiger ein Teilgeständnis ablegen. Der 30-Jährige verweigerte die Aussage komplett. Lediglich der Älteste nahm Stellung – soweit er sich noch erinnern konnte. Demnach hatte er immer wieder mit dem zehn Jahre jüngeren Dealer zusammengearbeitet. Beide Männer hatten sich auch nach Holland absetzen wollen. Einen Tag vor der Abreise schlug die Polizei zu. Das Trio wurde festgenommen.

Urlaub auf den Bahamas

Zur „Handelsmasse“ zählten kiloweise Kokain und Marihuana. Die Gewinnspanne war enorm. Laut Anklage gönnten sich die Männer mitunter ein Luxusleben mit Urlaub auf den Bahamas. Die Drogen hatten sie aus Holland geholt oder dort übernommen und dann per Post an die Heimatadresse geschickt. Zur Übergabe an die Abnehmer wurden Parkplätze im Dachauer Hinterland genutzt.

In einem Fall, wenige Tage nach dem Attentat auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz am 19. Dezember 2016, übergab der 35-Jährige zwei Kilo Marihuana auf dem Weihnachtsmarkt in Dachau.

Noch im Nachhinein wunderte er sich über seinen Schneid, trotz der Anwesenheit von zahlreichen Polizisten, die den Weihnachtsmarkt schützen sollten, seine Ware zu veräußern.

Doch auch München und Nürnberg nutzte das Trio als Umschlagplätze. Dort wechselten schon einmal zehn Kilo Amphetamine den Besitzer. In einem Münchner Parkhaus diente ein Auto zum Verkauf von fünf Kilo Marihuana. Doch auch die Dachauer Wohnung des 35-Jährigen wurde immer wieder als Versteck und Depot genutzt.

Irgendwann trauten sich die Dealer dann auch an Geschäfte mit Heroin heran. Dass sie als Bande agiert hatten, bestritt der Älteste vehement. Tatsächlich aber arbeiteten die Männer Hand in Hand und agierten schon auf der Basis einer festen Gruppe. Der Prozess dauert an. Er ist bis Mitte Dezember terminiert.

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