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Ein Raub der Flammen wurde der Pferdestall in Übelmanna vor vier Wochen. 150 Einsatzkräfte kämpften gegen die Flammen und waren am Tag nach der Katastrophe vor Ort. 

Dank an Einsatzkräfte

Rührender Brief nach Großbrand

Renate Ottilinger ist unendlich dankbar: den Einsatzkräften der Feuerwehren und des THW, die bei dem Brand ihres Pferdestalls in Übelmanna geholfen haben. In einem Brief dankte sie den freiwilligen Helfern – die sich sehr freuen über diese ungewöhnliche Geste.

Übelmanna„Ihr habt in der Brandnacht einen unglaublichen Kraftakt vollbracht und Großartiges geleistet!“ Mit sehr offenen und ehrlichen Worten dankt Renate Ottillinger in einem Brief den Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehren und des THW. Vor gut vier Wochen, am 25. Oktober, ist ihr Pferdestall in Übelmanna ein Raub der Flammen geworden (wir berichteten). Rund 150 Einsatzkräfte kämpften stundenlang gegen die Flammen, sie konnten ein Übergreifen der Flammen auf das Wohnhaus verhindern. Alle Pferde wurden freigelassen. Das Pferd von Renate Ottillinger selbst starb am Tag nach der Katastrophe, es hatte sich auf der Flucht verletzt. Auch das schildert sie in dem Brief.

Schon am Tag nach der Brandkatastrophe war Renate Ottillinger den Helfern sehr dankbar. Sie verfasste schließlich einen Dankesbrief an alle beteiligten Feuerwehren und an das THW, über den sich die Helfer sehr freuten. „Ein Dankeschön für den ehrenamtlichen Einsatz ist heutzutage nicht mehr selbstverständlich – es ist die große Ausnahme“, sagte Kreisbrandinspektor Maximilian Reimoser. „Umso mehr haben sich die Einsatzkräfte über die offenen und ehrlichen Worte der Betroffenen gefreut!“ Die Worte seien Lohn und Motivation zugleich für das Engagement in den Freiwilligen Feuerwehren. Sven Langer, THW-Vereinsvorsitzender und Pressesprecher, betonte, dass solch ein Schreiben „sehr wertschätzend für unsere Leute ist – aber leider auch sehr ungewöhnlich“.

In der vergangenen Woche machten im Landkreis negative Äußerungen von Bürgern gegenüber Feuerwehrleuten die Runde, die sich durch die Absperrmaßnahmen der Ehrenamtlichen beim Martinsumzug gestört fühlten. Dass es auch anders geht, zeigt das Schreiben von Renate Ottilinger – „dabei könnte man noch verstehen, dass man andere Gedanken hat, wenn die Existenz weg ist“, so Reimoser.

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NIKOLA OBERMEIER

Der Brief:

Liebe Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr,

völlig überraschend bekam ich am 25. Oktober 2019 gegen 20 Uhr den schockierenden Anruf, dass mein Hof brennt. Eine halbe Stunde vorher hatte ich den Hof verlassen und zuvor die Pferde gefüttert und im Stall nach dem Rechten gesehen. Im Heulager des Pferdestalls muss wohl ein Feuer begonnen haben, das sich in Minutenschnelle zu einem riesigen Vollbrand entwickelte. Dank des beherzten Eingreifens der Bewohner konnten die Pferde in letzter Minute frei gelassen werden. Kurz danach brannte der Stall lichterloh. Nur durch Ihren überaus schnellen, koordinierten und hoch professionellen Einsatz ist es gelungen, den Brand rasch unter Kontrolle zu bringen und weiteren Schaden zu verhindern. Aufgrund Ihrer tapferen und kämpferischen Arbeit blieben das am Stall angrenzende Wohnhaus und die Reithalle von den Flammen verschont, und ein noch schlimmeres Unglück wurde abgewendet. Liebe Feuerwehrkräfte, Ihr habt in der Brandnacht einen unglaublichen Kraftakt vollbracht und Großartiges geleistet; besonders angesichts der problematischen Bedingungen am Brandort, mit denen Ihr es aufgrund der Dunkelheit, der Lage und dem anfänglichen Wassermangel noch zusätzlich und erschwerend zu tun hattet. Von ganzem Herzen danke ich Euch für Euren kräftezehrenden, mutigen und bis an Eure Grenzen gehenden Einsatz. Ich danke Euch für jedes aufmunternde Wort und Mitgefühl, jede Geste der Hoffnung und Zuversicht, die Ihr mir entgegengebracht habt. In meine Dankbarkeit mischt sich eine große Traurigkeit, da ich neben dieser Katastrophe einen Tag später den Verlust meines geliebten Pferdes ertragen musste. Patap war seit 2002 hier zu Hause, und das Ende des Hofs war nun auch seins. Der Landkreis Dachau kann sehr stolz auf seine freiwilligen Feuerwehren sein! Es gibt ein beruhigendes Gefühl von Sicherheit, dass man im Notfall auf solch eine Mannschaft zählen kann. Ich wünsche Euch, dass Ihr von jedem künftigen Einsatz wohlbehalten, gesund und heil zurückkehrt.

Renate Ottilinger

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