Postbank-Studie über Immobilien im Landkreis Dachau

125 Quadratmeter für eine Familie

Wenn die Autoren des „Postbank Wohnatlas 2017“ davon sprechen, dass sich Normalverdiener in vielen deutschen Großstädten kaum noch Immobilieneigentum in angemessener Größe leisten können, dann betrifft das auch die Einwohner des Landkreises Dachau.

Dachau – Der Dachauer Wohnungsmarkt wird stark von der Boomregion München beeinflusst. Aus den Daten der Postbankstudie geht hervor, dass ein Durchschnittsverdiener mit zwei Kindern im Landkreis maximal 125 Quadratmeter Wohnraum finanzieren kann.

Aktuell sind die Eigenheime vierköpfiger Durchschnittsfamilien im Bundesdurchschnitt rund 136 Quadratmeter groß. Dennoch ist der Landkreis, was den Kauf von Wohnraum angeht, noch günstiger als die Landeshauptstadt. So sind in München für die Beispielfamilie mit zwei Kindern nur 75 Quadratmeter drin.

In Dachau müssen sich 30-jährige Singles mit 53 Quadratmeter zufrieden geben, für 50-jährige Alleinstehende sind immerhin 57 Quadratmeter drin. Ein 30-jähriges Paar ohne Kinder kann sich als Durchschnittsverdiener im Landkreis 97 Quadratmeter leisten, ein 50-jähriges Paar ohne Kinder 123, mit einem Kind 120.

Die Postbank schätzt in ihrer Studie, dass im Landkreis Dachau ein 30-jähriger Single im Jahr 2016 durchschnittlich 34 260 Euro Einkommen zur Verfügung hatte, ein 50-jähriger Single kam auf 37 482 Euro. Einem kinderlosen Paar standen im Durchschnitt 67 525 Euro zur Verfügung, einer Familie mit einem Kind 87 162 Euro. Das verfügbare Haushaltseinkommen einer Familie mit zwei Kindern wurde mit 84 918 Euro geschätzt.

Betrachtet man Immobilienpreise und Einkommen im bundesweiten Vergleich, zeigt sich, dass in München der Quadratmeter am teuersten ist. Dort wird jedoch auch am besten verdient. Dennoch stiegen die Kaufpreise in der bayerischen Landeshauptstadt immer noch schneller als die Einkommen. Davon profitieren auch zahlreiche Dachauer, die in die Landeshauptstadt zum Arbeiten pendeln.

Die Postbank-Studie wurde vom Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut durchgeführt. Im Fokus der Analyse steht die Entwicklung der Kaufpreise für Wohneigentum in Relation zur regionalen Einkommensentwicklung. Sie geht in ihren Berechnungen davon aus, dass Familien 40 000 Euro Eigenkapital mitbringen, für Kredite 2,5 Prozent Zinsen bezahlen, in 20 Jahren den Kredit abbezahlt haben und 40 Prozent des Haushaltseinkommens für Zins und Tilgung verwenden. Bernhard Hirsch 

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