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Quergesang erinnert an Jura Soyfer: Der Chor samt Karin Sommer (vorne, roter Schal) kommt einen Abend ins Thomahaus. 

Ein Jura-Soyfer-Abend im Dachauer Thomahaus

Dem Hass etwas entgegensetzen

Der Münchner Gewerkschaftschor „Quergesang“ organisiert einen Jura-Soyfer-Abend im Thomahaus. 

DachauKarin Sommer singt schon seit über 20 Jahren beim Münchner Gewerkschaftschor „Quergesang“ und engagiert sich auch in der Programmgruppe des 25-köpfigen Chores. Nun schrieb die Münchnerin und ehemalige Journalistin ein Programm über den politischen Schriftsteller aus Österreich Jura Soyfer. Er war 1938 im KZ-Dachau inhaftiert und starb 1939 im KZ-Buchenwald. Ein Grund, warum der Münchner Chor mit seinem neuen Programm am 6. Mai ins Ludwig-Thoma-Haus kommt, ist Soyfers wohl bekanntestes Werk, das „Dachau-Lied“.

-Wie kamen Sie auf die Idee, ein Programm zu Jura Soyfer zu schreiben?

Unser Chorleiter Ferdinand Silhanek kommt genau wie Soyfer aus Wien, hatte von ihm aber noch nichts gehört. Also habe ich ihm einige Texte zum Lesen gegeben. Vier seiner Gedichte haben ihn sofort angesprochen, so dass er sie vertont hat. Zum ersten Mal haben wir sie dann 2011 in unserem Programm „Kantate der kleinen Leute“ aufgeführt. Ich habe danach immer wieder mit dem Gedanken gespielt, Soyfer ganz speziell zu würdigen. 2016 habe ich mich intensiv mit ihm beschäftigt, einen biographischen Text verfasst und das Programm zusammen gestellt.

-Was erwartet die Besucher am 6. Mai in Dachau?

Das rund einstündige Programm nennen wir biografisch-literarische Würdigung von Jura Soyfer mit Musik und Lesung. Wir beginnen mit den vier Gedichten, die unser Chorleiter vertont hat, dann gibt es eine szenische Lesung des biographischen Textes mit vielen dokumentarischen Bildern. Und anschließend führen unsere Lieder – ausgehend vom Dachau-Lied – inhaltlich bis in die heutige Zeit. Da sind dann u.a. Lieder von den „Schmetterlingen“ zu hören, eine österreichische Gruppe aus Wien mit politischen Liedern, oder von Bertolt Brecht und Hanns Eisler.

-Was ist Ihre Intention zu diesem Abend?

Zunächst möchten wir natürlich an den wunderbaren Schriftsteller Jura Soyfer erinnern. Aber wir möchten auch den heutigen Brandstiftern mit ihrem Hass etwas entgegensetzen. Denn es gibt leider jetzt auch schon wieder Entwicklungen, die zum Fürchten sind.

(mik)

Der Jura Soyfer-Abend findet am Samstag, 6. Mai, um 20 Uhr im Thomahaus statt. Der Eintritt ist frei.

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