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20-jähriger Dachauer verursacht schweren Unfall

Ein tödlicher Fehler 

Ein 20-jähriger Dachauer hat einen schweren Unfall verursacht, bei dem ein Mensch gestorben ist. Obwohl er sich eigentlich an die Verkehrsregeln gehalten hat. Wegen der nassen Straßen hätte er die Geschwindigkeit aber weiter drosseln müssen. Jetzt wurde er vom Jugendgericht München  verurteilt.

München/DachauWegen fahrlässiger Tötung war der 20 Jahre alte Dachauer vor dem Jugendgericht München angeklagt. Er hatte im Juli 2016 in München auf regennasser Straße die Kontrolle über sein Auto verloren und einen 76-jährigen Radfahrer tödlich verletzt. Das Urteil des Gerichts lautete: 1800 Euro Geldauflage und ein Monat Fahrverbot.

Der 20 Jahre alte Versicherungskaufmann war mit dem Auto seines Vaters unterwegs, einem Ford Fiesta. Er fuhr den Nockherberg bergab, auf der rechten Spur, auf der sich auch die Straßenbahnschienen befinden. Schräg vor ihm fuhr der Radfahrer in gleicher Richtung am rechten Straßenrand. In einer Rechtskurve verlor der junge Mann auf den nassen Straßenbahnschienen die Kontrolle über sein Auto und kam ins Schleudern. Das Auto drehte sich um 180 Grad und traf dann mit der linken Fahrzeugseite den Radfahrer. Der Radfahrer wurde durch den Aufprall auf den Gehweg geschleudert und blieb dort bewusstlos liegen. Er hatte sich bei dem Sturz trotz eines Helmes ein schweres Schädel-Hirntrauma zugezogen und verstarb aufgrund seiner Kopfverletzungen drei Tage später im Krankenhaus.

Ein Sachverständiger stellte vor Gericht sein Gutachten vor. Demzufolge war der 20-jährige Dachauer mit 37 Stundenkilometern unterwegs. Diese Geschwindigkeit sei überhöht gewesen – angesichts der Witterungsverhältnisse und der Kurvenfahrt. Dies hätte der junge Mann erkennen müssen, so der Sachverständige. Wäre er mit einer Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern gefahren, wäre das Fahrzeug nicht ausgebrochen. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit betrug 50 Stundenkilometer.

„Ich hatte noch nicht so viel Erfahrung im Straßenverkehr. Zumal ich auch aus Dachau komme, und da gibt es keine Trambahnschienen“, erklärte der 20-Jährige in der Sitzung. Seinen Führerschein hatte er seit September 2014. „Ich war erst ein paar Mal mit dem Auto nach München gefahren, weil ich da arbeite. Ich habe den Fahrradfahrer schon bemerkt, also, ich habe ihn gesehen. Ich habe schon versucht, langsam zu fahren. Aber in dem Moment habe ich es falsch eingeschätzt. Es tut mir wahnsinnig leid, aber ich kann es nicht mehr rückgängig machen, auch wenn ich das gerne würde“, erklärte der einsichtige junge Mann in der Sitzung.

Der zuständige Richter verurteilte den zur Tatzeit 19-Jährigen nach Jugendstrafrecht, weil Reifeverzögerungen nicht ausgeschlossen werden konnten. Zur Höhe der Ahndung stellte er fest: „Ganz besonders Berücksichtigung muss finden, dass der Angeklagte lediglich leicht fahrlässig gehandelt hat. Er hat sich an sich regelkonform verhalten, indem er die zulässige Geschwindigkeit beachtet hat.“

Lediglich in der konkreten Situation sei es erforderlich gewesen, die Geschwindigkeit weiter zu drosseln und sich an die Verkehrs- und Wetterverhältnisse anzupassen, so der Richter. Aus erzieherischen Gründen wurden eine Geldauflage von einem Monatsgehalt und daneben „als Besinnungsfunktion“ ein Fahrverbot von einem Monat verhängt.

dn

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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