Einbruchssaison im Landkreis Dachau

Von Gaunerzinken und Thujenhecken

Die Zeit von Oktober bis März ist die Hochsaison für Wohnungseinbrecher. In Stadt und Landkreis Dachau steigen die Einbruchszahlen seit Jahren an. Doch es gibt Möglichkeiten, wie man sich schützen kann.

Dachau – „Es gibt unterschiedliche Typen von Wohnungseinbrechern“, sagt Roland Itzstein von der Polizei in Dachau. Da wären die „Reisenden“, die – zumeist aus Osteuropa – nur für ein paar Tage in den Landkreis kommen und dabei in kurzer Zeit möglichst viele Einbrüche verüben. Diese Täter würden Orte wie Odelzhausen oder Karlsfeld bevorzugen, aufgrund deren Nähe zur Autobahn. Auf der anderen Seite gehen der Polizei aber auch immer wieder einheimische Einzeltäter ins Netz, die über die ganze Einbruchssaison verteilt eine große Zahl von Taten verüben. „Man kann es nicht verallgemeinern, wir können leider nur vermuten“, so Itzstein.

Fest steht: In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Wohnungseinbrüche in Stadt und Landkreis Dachau stark angestiegen: von 110 im Jahr 2015 auf 149 im Jahr 2016. In diesem Jahr, so Itzstein, sei die Zahl zwar leicht zurückgegangen, „aber die Saison beginnt ja jetzt erst“.

Einbruchs-Hotspots konnten die Ermittler dabei nicht erkennen. Die Delikte seien gleichmäßig auf den ganzen Landkreis verteilt. Was die Täter dabei bevorzugt mitgehen lassen, wissen die Polizisten dagegen ganz genau: am liebsten Bargeld, gefolgt von Schmuck sowie kleineren, hochwertigen Elektrogeräten wie Laptops oder iPads.

Und auch wo die Kriminellen am liebsten zuschlagen, steht fest: „In freistehende Einfamilienhäuser, mit Terasse und schönem Sichtschutz durch Pflanzen.“ Die beliebte Thujenhecke, erklärt Polizeisprecher Itzstein, schütze nämlich im Sommer wunderbar vor neugierigen Blicken der Nachbarn. Im Winter allerdings profitierten vor allem Kriminelle von der meterhohen Barriere.

Sogenannte Gaunerzinken, also Geheimzeichen von Einbrecherbanden an Hauswänden, wurden laut Itzstein auch schon in Dachau entdeckt. Allerdings sei es dabei nicht allein um lohnenswerte Immobilien gegangen. Auch Hinweise auf eine „spendenfreudige Oma“, die man anbetteln könne, hätten sich an einem Haus gefunden.

Einen 100-prozentigen Einbruchsschutz gebe es leider nie, betont Fachmann Itzstein, doch es gebe durchaus Möglichkeiten, sich zu schützen. Zum einen sollten die Bürger mit offenen Augen durch ihre Nachbarschaft gehen und Verdächtiges der Polizei melden: „Man kann gar nicht zu oft anrufen“, so der Polizist. Außerdem helfe es, sein Haus mit aktuellen DIN-Standards entsprechenden Schlössern und Fenstern auszurüsten oder speziellen Einbruchssicherungen nachzurüsten. Zudem gebe es bereits relativ billige, aber äußerst effektive Sicherheitssysteme wie Bewegungsmelder oder Alarmanlagen. Der neueste Trend: eine Alarmanlage mit Handynetz-Anbindung. Schlägt die Anlage an, bekommt der Hausbesitzer auf sein Handy eine entsprechende Meldung. „Wir hatten schon einmal den Fall, da hat ein Mann auf seinem Handy den ganzen Einbruch in sein Haus mitanschauen können“, berichtet Itzstein.

Am wirkungsvollsten aber sei es immer noch, einfach seine Fenster und Türen stets geschlossen zu halten. Grade auf dem Land, sagt Itzstein, „da haben die Leute den ganzen Tag die Türe offen. Manchmal steckt sogar noch der Schlüssel außen“. Dass ein Einbrecher dies als Einladung versteht, sei da schon fast nachvollziehbar.

Doch auch die Polizei will es den Tätern im Winter so schwer wie möglich machen. „Ab sofort“, so Itzstein, „gehen wir in den Wohngebieten verstärkt auf Streife. Und zwar in Uniform und in zivil“!

Den Tag der Zeitumstellung, heuer am 29. Oktober, ruft die Polizei alljährlich zum „Tag des Einbruchsschutzes“ aus. Dazu bietet die Internetseite www.k-einbruch.de der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle umfassende Informationen zum Thema. Bei der Kripo in Fürstenfeldbruck gibt es mit den Kriminalhauptkommissaren Josef Heggmeier und Josef Dietz außerdem zwei Fachberater Einbruchsschutz, die Haus- oder Wohnungsbesitzern individuelle Tipps geben in Sachen Tür- und Fenstersicherungen sowie Alarmanlagen. Ihr Kontakt: Telefon 0 81 41/61 20.

Stefanie Zipfer

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