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Vorbereitungen: Klaus Mai (links) und Michael Braun (rechts) im Wasserturm.

Eine Ausstellung im Dachauer Wasserturm über die Siedlung Ludwigsfeld

„Dort gibt es keine Zäune“

Mau-Mau-Siedlung, Glasscherbenviertel, Edelsteinsiedlung – die meisten Dachauer kennen die Siedlung Ludwigsfeld nur unter einem dieser Namen. Das soll sich nun ändern: mit einer Ausstellung über das nahe Ludwigsfeld im Dachauer Wasserturm.

Dachau „Gerne durchfahren tut fast keiner, weil dort ja angeblich komische Leute leben“, sagt der Künstler und Physiotherapeut Michael Braun. Die Menschen würden höchstens den TSV Ludwigsfeld vom Fußball her kennen. Die richtige Geschichte der Siedlung kenne dagegen fast keiner. Dabei sei sie mit der Geschichte Dachaus eng verbunden. Auch Braun fühlt sich mit Dachau sowie mit Ludwigsfeld stark verbunden. „Als Dachauer sah ich es als Pflicht an, mehr über Ludwigsfeld zu erfahren“, erklärt er. Außerdem habe er dort seine Ehefrau gefunden und lebt derzeit in der Siedlung. „Die Menschen dort, aus rund 30 verschiedenen Nationen, haben mich sehr herzlich aufgenommen. Dort gibt es keine Zäune, es wird viel gefeiert“, schildert er seine Eindrücke.

Aus diesem Grund hat er eine Ausstellung zur Geschichte des ehemaligen KZ-Außenlagers im Wasserturm organisiert: Er will informieren und mit Vorurteilen aufräumen. Unter dem Titel „...vom KZ-Außenlager zur Siedlung Ludwigsfeld“ werden vom 18. Mai bis 4. Juni Dokumente, Bilder und Berichte im Wasserturm ausgestellt. „Im Wasserturm, weil ich die Ausstellung mitten in die Stadt zu den Menschen bringen will“, erklärt Braun. Im Jugendgästehaus, in der KZ-Gedenkstätte oder der Versöhnungskirche gebe es schon viele Ausstellungen, doch die Bürger würden weniger den Weg dorthin finden, so Brauns Meinung.

Vor allem aus den Recherchen des Münchner Historikers Klaus Mai, der sich jahrzehntelang mit der Siedlung und seiner Geschichte beschäftigte, wurde die Ausstellung konzipiert. Braun ergänzt die Ausstellung mit historischen Fotos und Kunstwerken von Ludwigsfelder Künstlern. Lesungen, Führungen und Fernseh-Dokumentationen runden das Konzept ab. Braun weist außerdem darauf hin: „Die Ausstellungs-Aufpasser sind übrigens alles Siedlungs-Bewohner und können auch Fragen beantworten.“

Am 27. Mai ist außerdem ab 16.30 Uhr ein musikalischer Abend mit Ludwigsfelder Künstler geplant. Brauns selbstgegründeter Ludwigsfelder Chor wird internationale Stücke zum Besten geben, die Musikgruppe „L’Ukrainians“ wird ukrainische Folklore vorstellen und die Hound Dogs – bekannt von Volksfesten und gegründet vor über 50 Jahren in Ludwigsfeld – werden mit ihrem Rock für Stimmung sorgen. Der Eintritt ist frei.

Die berühmten Hound Dogs kommen aus Ludwigsfeld.

(mik)

Die Ausstellung eröffnet am Donnerstag, 18. Mai, um 20 Uhr mit anschließender Führung. Weiter ist sie bis 4. Juni immer freitags (16 bis 19 Uhr) und am Wochenende (14 bis 18 Uhr) geöffnet. Führungen finden außerdem am 21. Mai sowie am 4. Juni jeweils um 14 Uhr statt.

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