Zwei Frauen
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Frauen an der Spitze des Fördervereins Dachauer Wasserturm: Vorsitzende Gudrun Ullrich (l.) und ihre Vorgängerin Karin-Renate Oschmann.

Verein Wasserturm zieht sich zurück – Karin-Renate Oschmann zieht Organisation alleine durch

Eine Frau rettet die Lange Nacht

Der Förderverein Dachauer Wasserturm wird heuer die Lange Nacht der offenen Türen nicht als Veranstalter ausrichten und organisieren, das teilt Schriftführer Gerhard Niedermair nach dem einstimmigen Beschluss des Vorstandes mit.

Dachau – Die gesetzlichen Auflagen, ein Schutz- und Hygienekonzept für die Gesamtveranstaltung als auch individuell für die 30 teilnehmenden Kunsteinrichtungen zu erstellen, schien dem Verein nicht machbar.

„Das Risiko für uns als Verein halten wir für zu hoch“, bestätigt Vorsitzende Gudrun Ullrich. Immerhin würde der gemeinnützige Verein haften, würde irgendwo eine Regel nicht eingehalten werden. Wer jetzt aber glaubt, die Lange Nacht der offenen Türen würde am 11. September ausfallen, hat die Rechnung ohne Karin-Renate Oschmann gemacht.

Die ehemalige und langjährige Vorsitzende des Fördervereins versucht auf eigene Faust – ohne Verein und Zuschüsse – die offenen Türen dennoch stattfinden zu lassen. Die findige 83-Jährige hat bereits fleißig herum telefoniert und E-Mails geschrieben. „Fast alle, mit denen ich gesprochen habe, sagten, dass sie natürlich mitmachen“, erzählt sie. Immerhin sei die Lange Nacht Tradition und zu einem Selbstläufer geworden. Landrat Stefan Löwl und der Kulturreferent der Stadt Dachau Tobias Schneider haben ebenfalls ihr Wohlwollen ausgedrückt.

So öffnet beispielsweise die städtische Ruckteschell-Villa mit Atelier ihre Türen. Fast 30 Stationen habe Oschmann bereits zusammen. „Es sind jedoch mehr Künstler als Ausstellungspunkte“, verrät sie, denn es hätten sich heuer viele Künstler zusammengetan. Sie ist sich sicher, dass es noch mehr werden.

Für die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln ist jeder Teilnehmer selbst verantwortlich. Dies ist Oschmann besonders wichtig und wird auch auf den Info-Flyern stehen. Darauf werden dann Kunstinteressierte alle Informationen finden. Die Kosten für Plakate und Flyer will die engagierte Ehrenamtliche zunächst aus eigener Tasche bezahlen, jedoch hätten bereits Leute Unterstützung zugesagt. Eine Sache kann aber selbst Oschmann nicht ändern: Der Wasserturm ist aufgrund seiner langen und engen Treppe – der einzige Weg durch den Turm – geschlossen, weil eine Einbahnregelung und Mindestabstand unmöglich sind. MIRIAM KOHR

Wasserturm bleibt derzeit geschlossen – Kunstauktion ist vorerst auf Eis gelegt

Der Förderverein Wasserturm hat mit dem Rückzug der Organisation „gleich zwei weinende Augen“, wie Schriftführer Gerhard Niedermair die Lage beschreibt. Aufgrund des geschlossenen Turms fällt auch die Kunstauktion aus. „Wir hatten es uns reizvoll vorgestellt, in diesem Jahr in der Langen Nacht einmal nicht mit einer Gemeinschaftsausstellung zu beginnen, sondern sie dazu zu nutzen, die zu versteigernden Gemälde und Grafiken vorab zu präsentieren.“ Der Verein hatte damit gehofft, vor allem Dachauer für die Auktion zu begeistern, die bisher noch nicht dabei waren. „Aber eine Versteigerung mit sechs Personen in einem Raum, wer mag sich da die Atmosphäre einer Versteigerung mit der Turbulenz der Auktion und der Bietergefechte noch realistisch vorstellen?“, so Niedermair. Mit der Absage der Auktion fehlt dem Wasserturm heuer auch eine wichtige Einnahme für die Vereinskasse. Weshalb der Vorstand die Auktion auch offiziell nicht absagt, sondern auf unbestimmte Zeit verschiebt. mik 

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