Gute Vorsätze: das rät die Motivations-Expertin

Ein Lächeln macht glücklicher als jede Diät

Gute Vorsätze gehören zu Silvester wie das Amen zur Kirche oder die Plätzchen zu Weihnachten. Aber woran scheitern die Vorsätze? Und was sollte sich der gestresste Dachauer von heute wirklich vornehmen? Die Karlsfelder Motivations-Expertin Anke Jarré kennt die Antworten.

- Frau Jarré, die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester nutzen viele, um innezuhalten und Bilanz zu ziehen, was sie im neuen Jahr besser machen wollen. Warum tun wir uns das alle Jahre wieder an?

Die Verlockung ist sehr groß, gemeinsam mit anderen diesen Zeitpunkt zu nutzen, um Vorhaben umzusetzen, die wir schon lange aufgeschoben haben. Die meisten Vorsätze hören sich ja anfangs auch sehr vielversprechend an.

- Nur leider schaffen wir es dann eben doch nicht, den Schwung der ersten Tage oder Wochen mit ins restliche Jahr zu nehmen...

Das stimmt. Was an drei grundlegenden Fehlern liegt. Fehler eins: Unsere Vorsätze sind nicht konkret genug. Sich vorzunehmen, einfach weniger Süßigkeiten zu essen, um abzunehmen, wird nicht funktionieren. Wir müssen uns genau festlegen: In Zukunft gibt es nur noch einen Schokoriegel pro Tag oder pro Woche. Ohne klare Regeln rutschen wir sofort wieder in die Beliebigkeit ab. Außerdem hilft es, als erstes Ziel mindestens 21 Tage durchzuhalten, denn erst dann tritt ein Gewöhnungseffekt ein.

- Ok, das klingt machbar. Was sind die weiteren Fehler?

Fehler zwei ist, dass wir meistens gar nicht wissen, was eigentlich hinter dem Vorsatz steckt. Wenn ich mit mir nicht zufrieden bin, wird mir dauerhaft auch nicht der Schokoladen-Verzicht helfen. Und die Gefahr ist groß, dass das Selbstbild noch schlechter wird, wenn man mit der Süßigkeiten-Diät scheitert. Wie gut man Vorsätze umsetzen kann, ist außerdem auch eine Typsache – was mich zu Fehler drei bringt: Disziplin und sich anstrengen allein bringt nicht jedem Erfolg. Leichter wird es, wenn man Vorsätze fasst, deren Umsetzung sich gut anfühlt.

- Welche Vorsätze würden Sie unseren Lesern empfehlen?

Ganz allgemein die, die mein Leben verbessern und nicht noch eine zusätzliche Belastung darstellen. Weniger ist mehr!

- Können Sie konkreter werden?

Gerade in der heutigen Zeit besteht die riesengroße Gefahr, dass wir uns einfach zu viel zumuten. Arbeit, Familie, Handy, ewig lange To-do-Listen. Wir müssen lernen, uns auszubremsen.

- Ausgebremst werden die Dachauer ja ohnehin sehr oft. Vom Verkehr ...

Das ist ein gutes Stichwort! Für das Auto, wenn man im Stau steht, gibt es eine wunderbare kleine Übung: fünfmal langsam durch die Nase ein- und den Mund ausatmen und bewusst den Atem beobachten. Das holt einen weg von seinen To-do-Listen und beruhigt das Nervensystem. Außerdem empfehle ich, einfach mal den Menschen im Auto nebenan anzulächeln.

- Aber könnte das nicht missverstanden werden?

(Lacht) Das ist doch spannend, es ist ein Experiment! Wenn man nichts ausprobiert, erlebt man nichts Neues. Und glauben Sie mir: Es kommt so viel zurück, wenn Sie nette Dinge tun. Das senkt den Stress.

- Ok, dann spricht also nichts gegen ein bisschen Schokolade weiterhin?

Überhaupt nicht. Wir sind so hart zu uns. Immer höher, schneller, weiter; wir haben den ganzen Tag so viel zu tun. Wenn wir also durch etwas mehr Miteinander unser und das Leben Anderer ein bisschen angenehmer machen, dann verändert das mehr, als wenn wir uns zweimal die Woche schlecht gelaunt zum Joggen quälen.

Interview: Stefanie Zipfer

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