Innenminister bei der Bereitschaftspolizei

So viele Polizei-Azubis wie noch nie

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Einstellungsrekord in Bayern! Noch nie gab es so viele Polizei-Azubis. Viele von ihnen absolvieren ihre Ausbildung in Dachau. Zur Feier des Tages besuchte Innenminister Joachim Herrmann gestern die jungen Polizeianwärter und besichtigte die neuen Wohn- und Lehrräume.

Dachau In Reih und Glied aufgereiht, warten die 148 angehenden Polizei-Azubis bei eisiger Kälte auf Innenminister Joachim Herrmann. Der Grund für den hohen Besuch ist der neue Einstellungsrekord bei der Bayerischen Polizei. 963 Polizisten traten zum 1. März in Bayern ihren Dienst an – unter ihnen auch die Dachauer Polizeiazubis. Sie hatten gestern also ihren ersten Arbeitstag.

Um überhaupt zu den Azubis in diesem Ausbildungsturnus zu gehören, mussten die jungen Polizeischüler erst einmal eine Reihe von Aufnahmeprüfungen bestehen. Besonders gefürchtet ist dabei der sogenannte Cooper-Test, bei dem die Bewerber in zwölf Minuten eine möglichst lange Strecke laufen müssen. Dabei müssen Männer 2600 Meter schaffen, die Frauen 2100 Meter. Die hohen Einstiegshürden scheinen aber keine abschreckende Wirkung zu haben. Es bewarben sich so viele, dass schlussendlich nur jeder siebte Interessent angenommen wurde.

Dass dies so gewollt ist, bestätig Joachim Herrmann: „Den ersten Grundstein für qualifiziertes Personal bei der Bayerischen Polizei legen wir bereits bei der Auswahl zur Einstellung. Schon hier erfolgt eine Bestenauslese.“ Und den jungen Polizeischülern ist bewusst, dass es auch in den kommenden zweieinhalb Jahren – solange dauert die Ausbildung – nicht einfacher wird. „Es wird sicher hart werden, aber ich freue mich auch auf die Herausforderung“, erklärt die 17-jährige Marie Marterer aus Fürstenfeldbruck. Für sie stand schon immer fest, dass sie einmal zur Polizei möchte. Die sportlichen Anforderungen sah sie nie als Hindernis. Im Gegenteil, sie waren einer der Gründe, weshalb sie sich für den Beruf der Polizistin entschied.

Aus einer gänzlich anderen Richtung kam Mona Kowalski aus Unterhaching zu ihrem Entschluss, Polizistin zu werden: „Ich habe bereits drei Jahre Jura studiert, aber dann gemerkt, dass mir die reine Theorie nicht reicht.“ Vor den körperlichen Anforderungen hat die 22-jährige großen Respekt, zeigt sich aber zuversichtlich, auch diese zu meistern: „Man muss einfach von Anfang an am Ball bleiben.“

Und den Azubis, denen das gelingt, winken zahlreiche Aufstiegschancen innerhalb der Polizei. Hermann erklärte, dass mit dem aktuellen Einstellungsrekord noch nicht das Ende der Personalaufstockung in der Bayerischen Polizei erreicht sei. Vielmehr wolle man auch in den kommenden Jahren jeweils 500 neue Stellen schaffen und so das Konzept der Landesregierung „Sicherheit durch Stärke“ weiter verfolgen. Bei 1000 ausscheidenden Polizisten pro Jahr und dem formulierten Ziel, mehr Stellen im Polizeidienst zu schaffen, haben die Nachwuchskräfte beste Chancen, dauerhaft übernommen zu werden und in die hohen Positionen der ausscheidenden Kollegen hineinzuwachsen.

Das ist auch von den Azubis bemerkt worden. Christoph Kirner aus Dachau nennt deshalb die Aufstiegsmöglichkeiten als einen seiner Beweggründe für seine Berufswahl. Der 17-Jährige ist aber auch durch die Familie geprägt: „Mein Vater arbeitet bei der Polizei. Dadurch habe ich viel von seinem Arbeitsalltag mitbekommen, und der Wechsel zwischen Büroarbeit und Außendienst gefällt mir sehr gut.“

Mit dieser Einschätzung steht er nicht alleine da. Auch Polizeipräsident Wolfgang Sommer betonte die Vielseitigkeit und die Abwechslung, die der Polizeiberuf bietet. Und so können es die Polizeianwärter kaum erwarten, wenn sie nach einem Jahr endlich ihr erstes Praktikum absolvieren können.

Aber nicht nur auf die Azubis kommt eine spannende Zeit zu. Auch das Gelände der Bereitschaftspolizei in Dachau wird einer Belastungsprobe unterzogen werden. Um die steigende Zahl an Polizeianwärtern unterbringen und die nötigen Lehrräume anbieten zu können, wurden schon seit Oktober Container aufgestellt, in denen die benötigten Räumlichkeiten untergebracht werden.

Und die Bauarbeiten sind noch lange nicht zu Ende. Denn im September 2018 werden noch einmal 300 Polizeischüler in Dachau erwartet.

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