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Gewaltbereit: Anhänger des EHC Klostersee während der Partie bei den Woodpeckers. Danach zogen sie durch Dachau. Anwohner ängstigten sich.  

Nach Bezirksligapartie bei den Dachauer Woodpeckers

Eishockey-Anhänger versetzen Anwohner in Angst und Schrecken

Dachau – Wie erst jetzt bekannt geworden ist, haben Eishockeyfans des EHC Klostersee beim Gastspiel ihres Klubs bei den ESV Dachau Woodpeckers am Samstagabend, 3. Dezember, für Angst und Schrecken bei den Anwohnern gesorgt.

Nach der Bezirksligapartie waren rund 20 dunkel gekleidete Gestalten laut grölend und singend durch die Gröbenrieder Straße gezogen – gefolgt von drei Streifen und einem Mannschaftswagen der Polizei Dachau.

„Ich habe schon von Weitem Stiefel und Gegröle gehört. Dann sah ich, wie etwa 20 dunkel gekleidete Personen durch die Grünanlage gezogen sind. Sie haben eine Fahne geschwungen, die aussah wie die Reichsflagge. Ich habe gedacht: Das können nur Neonazis sein“, schildert eine Anwohnerin ihre Ängste. Was der Frau überdies Sorge bereitete: Nur wenige 100 Meter von der Gröbenrieder Straße entfernt befinden sich Container für Flüchtlinge.

Dachaus Polizeisprecher Roland Itzstein klärt das Geschehen auf: Es habe sich um Fans des Eishockeyklubs EHC Klostersee aus Grafing im Landkreis Ebersberg – mit Vereinsfahne – gehandelt, die von seinen Kollegen zum Bahnhof begleitet worden seien. Passiert sei nichts, so Itzstein. Ein Grund dafür dürfte das Ergebnis der Bezirksligapartie gegen die Dachau Woodpeckers gewesen sein: Klostersee gewann mit 17:0.

Dass das Polizeiaufgebot dennoch notwendig war, zeigt ein Blick auf die Klosterseer Fanszene. Dort versammeln sich regelmäßig gewaltbereite Hooligans, die sich aus der Eishockey-, aber auch aus der Fußballszene (1860 München, Bayern München) rekrutieren. Dem EHC Klostersee haben sie schweren Schaden zugefügt. Denn nach zahlreichen Vorfällen in der Vergangenheit musste der EHC enorme Mehrkosten für Polizeieinsätze und Sicherheitspersonal aufbringen. Das sprengte den Etat. Die Folge: Die Vereinsführung musste die Mannschaft aus der Oberliga zurückziehen.

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