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In der aktuellen Eishockey-Bezirksligasaison haben die Dachau Woodpeckers bislang drei Siege einfahren können. Punkten konnte der Verein zuletzt aber auch mit seinen Plänen für ein neues Eisstadion in Augustenfeld.

Eisstadion-Pläne der ESV Woodpeckers

„Interessant, aber nicht entscheidungsreif“

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Die ESV Woodpeckers haben mit ihremKonzept für ein neues Eisstadion viele Dachauer überzeugt. Die Mitglieder des Finanzausschusses im Stadtrat wollten dem Konzept aber (noch) nicht zustimmen. Es brauche belastbare Zahlen, so die Mehrheitsmeinung.

Dachau – Nein, enttäuscht seien sie nicht, dass ihrem Konzept für ein neues Eisstadion noch nicht zugestimmt worden sei, betonten Annette Dobler und Gabriele Wieneck-Vilano vom ESV-Vorstand am Mittwoch nach der Sitzung des Finanzausschusses. Denn: „Es ist zu beweisen, dass unser Konzept die langfristig bessere Lösung ist.“

Tatsächlich haben die bisherigen Pläne der Stadt für den Bau eines neuen Freieisstadions auf dem Gelände des ASV Dachau viele Tücken – und zu den ohnehin schon bekannten kommen nun auch noch einige neue hinzu, wie Oberbürgermeister Florian Hartmann im Rahmen der jüngsten Finanzausschusssitzung darlegte. Denn: Um die neue Eisfläche auf dem ASV-Gelände bauen zu können, müssen – bekanntermaßen – zirka 2000 Quadratmeter Bannwald gerodet werden. Wie das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten nun aber der Stadt mitteilte, muss die Fläche 1:1 ersetzt werden – und zwar innerstädtisch, um damit die Erholungsfunktion für die Bevölkerung zu erfüllen. Abgesehen von einem Überschwemmungsgebiet, das für den Neubau verlagert werden müsste, plagt aber auch noch massive Raumnot die Baupläne: Hartmann zufolge hätte auf der vorgesehenen Fläche lediglich und ausschließlich das Freieisstadion Platz – Parkmöglichkeiten müssten dafür an anderer, möglicherweise mehrere hundert Meter entfernter Stelle geschaffen werden.

Wenn man dazu bedenkt, dass das neue Freieisstadion dann aus klimatischen Gründen nur wenige Monate im Jahr nutzbar ist und dennoch – laut Stadtrat Jürgen Seidl – einen zweistelligen Millionen-Betrag kosten wird, klingen die Pläne der ESV Dachau Woodpeckers natürlich charmant: Die geschlossene Halle könnte an mindestens sechs Monaten pro Jahr bespielt werden, für den Standort an der Wallbergstraße müsste kein Bannwald gerodet und kein Hochwasserproblem gelöst werden, es stünden ausreichend Parkplätze zur Verfügung, die Sportstätte könnte zum Stützpunkt für Behindertensport ausgebaut werden und – das ist das wohl wichtigste Argument der ESVler – mit der Raiffeisenbank hat der Verein einen zahlungskräftigen Sponsor an der Seite.

Kein Wunder, dass die Stadträte das Konzept lobten. Florian Schiller (CSU) etwa erkennt darin bereits „neuen Schwung für den Eissport in unserer Stadt“. Sabine Geißler (Bündnis) war beeindruckt „von dem sehr professionellen Konzept“, das die Ehrenamtlichen da vorgelegt hätten. Christa Keimerl, deren SPD-Fraktion den Vorschlag des ESV vor wenigen Wochen aufs Tableau des Stadtrats gehoben hatte, gab sich überzeugt, dass das Konzept „gut und tragfähig ist und die Stadt damit beim Thema Inklusion voranschreiten könnte“.

Allein: „Es ist zweifelsohne ein interessantes Projekt, aber es ist noch nicht entscheidungsreif“, wie Jürgen Seidl (FDP) es schließlich zusammenfasste und worin ihm die übrigen Stadträte schließlich zustimmten. Bis kommenden Dienstag um 12 Uhr sollen auf Bitte von OB Hartmann hin die Stadtratsfraktionen nun alle offenen Fragen zu dem Thema ins Rathaus schicken. Die Verwaltung werde dann versuchen, die Antworten entsprechend zu strukturieren: zu Kosten, zur Frage, wer das künftige Woodpeckers-Stadion betreiben wird, zur Zukunft des Bolzplatzes an der Wallbergstraße, zu den Vor- und Nachteilen des Standorts Wallbergstraße sowie zu vergleichbaren Bauprojekten im süddeutschen Raum.

Die ESV-Vertreter sehen in der Entscheidung der Stadträte, zu dem Thema erst noch weitere Infos bekommen zu wollen, allenfalls eine kleine Zeitverzögerung auf dem Weg zu ihrem Wunsch-Stadion. „Die Rückmeldung aus allen Fraktionen war positiv“, fand zweite Vorsitzende Annette Dobler. Die Gegenüberstellung der beiden Standorte ASV-Gelände und Wallbergstraße werde klar für die Woodpeckers-Idee sprechen. Denn: „Man verlegt in der Stadt leichter einen Bolzplatz als einen Bannwald.“

Ein „Leuchtturmprojekt“

Der ESV möchte auf einem 10 000 Quadratmeter großen, städtischen Grundstück im Dreieck zwischen Wallberg-, Augustenfelder und Theodor-Heuss-Straße ein geschlossenes Eisstadion bauen, das im Winter von den Para-Hockeyspielern und im Sommer von Blindenfußballern genutzt werden könnte. Die Kosten für den Bau veranschlagt der Verein mit rund 13 Millionen Euro. 10 Millionen Euro davon soll die Stadt tragen – die Summe hatte der Stadtrat bereits für den ursprünglich angedachten Standort am ASV-Gelände in den Haushalt eingestellt. Die restlichen 3 Millionen sollen über einen Zuschuss des Landessportverbands, Förderungen gemeinnütziger Stiftungen sowie einen Zuschuss der Volksbank Raiffeisenbank hereinkommen. Deren Sprecher Thomas Höbel nannte die Pläne bereits ein „Leuchtturmprojekt für Dachau“. zip

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