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Haltestellen für Eltern wären eine Möglichkeit, um das Chaos zu verringern. 

Elternhaltestellen vor Schulen

Chaos wegen Mama-Taxis

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Morgens um halb acht herrscht Chaos vor den Schulen: Viele Mamas und Papas kutschieren ihre Kleinen – und auch Großen – mit dem Auto zur Schule. Häufig entstehen so gefährliche Verkehrssituationen. Eine Möglichkeit, diese zu entschärfen, sind „Eltern-Haltestellen“.

Landkreis – Immer mehr Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto in die Schule. Die Folge: Verkehrschaos, so manche Regeln verlieren ihre Gültigkeit, wie Halteverbots- oder Durchfahrtsverbots-Schilder. Wenn das Kind nicht mit dem Bus, Fahrrad oder zu Fuß in die Schule kommen kann, wären die Eltern-Haltestellen eine Lösung.

In Nordrhein-Westfalen gibt es sie bereits. Auch im Landkreis Dachau könnten die Zonen an einigen Standorten für mehr Sicherheit sorgen. Das Auto hält, die Mama steigt aus, lässt die Kinder raus, Schulranzen auf den Rücken, Abschiedsbussi – und ab in die Schule. An vielen Lehranstalten im Landkreis findet morgens dieses oder ein ähnliches Szenario zigfach statt. Zum Beispiel in Odelzhausen. Rund 400 Kinder besuchen hier die Grundschule, rund zwei Drittel sind nach Angaben der Rektorin Cordula Weber so genannte Buskinder. „Etwa ein Drittel der Buskinder wird regelmäßig von den Eltern in die Schule gefahren“, berichtet sie. Die Schule verfügt über einen Elternparkplatz, dennoch fahren viele lieber direkt vors Haus. „Das Problem ist: Bis sie ihre Kinder abgeliefert haben, fahren die Eltern vorsichtig. Doch sobald das Kind draußen ist, halten sie sich nicht mehr an Verkehrszeichen“, weiß Weber aus Erfahrung.

Hinweise in Elternbriefen, sich auf dem Schulgelände an Verkehrsregeln zu halten, haben laut Weber nicht den gewünschten Erfolg gezeigt. Um die Flächen rund um die Schule sicherer zu machen, soll im Zuge des Neubaus für Real-, Grund- und Mittelschule zusätzlich zu den bestehenden Parkplätzen eine so genannte „Kiss-and-Ride“-Zone eingerichtet werden, berichtet Weber. Hier können Eltern ihre Kinder aussteigen lassen und gleich weiterfahren.

An der Dachauer Grundschule Augustenfeld, die am Ende der Geschwister-Scholl-Straße liegt, halten sich die Probleme in Grenzen. Aber: „Wenn ein Regentröpfchen am Himmel erscheint, werden die Kinder gefahren“, sagt Rektorin Helga Schiller. Die Eltern nutzen dann den Lehrerparkplatz hinter der Schule. „Das wird vor allem dann gefährlich, wenn die Kinder Schule aus haben und zum Hort rennen. Dann stehen die Eltern mit laufendem Motor da und warten – oder wollen wieder raus und rangieren.“ Der an der Theodor-Heuss-Straße gegenüber der Turnhalle liegende Parkplatz könnte Abhilfe schaffen. „Doch der wird von den Eltern fast gar nicht genutzt“, sagt die Schulleiterin: Zu weit weg.

Wenn die Geschwister-Scholl-Straße im Zuge der geplanten Bebauung hinter dem Schulzentrum zur Durchgangsstraße wird, sieht Rektorin Helga Schiller weitere Probleme auf sich zu kommen. Bislang konzentrieren sich diese vor allem auf den Einfahrtsbereich an der Theodor-Heuss-Straße. Hier befindet sich die Montessori-Schule. Da der Unterricht an der Montessorischule aber erst um 8.25 Uhr beginnt, kommt es eher mittags zu Staus, wenn die Schulen wieder gleichzeitig aus haben.

In Karlsfeld soll im Zuge des Neubaus der Grundschule an der Krenmoosstraße ebenfalls eine „Kiss-and-Go“-Haltestelle eingerichtet werden, berichtet Schulleiter Roland Karl. „Bis jetzt fahren viele Eltern in den Lehrerparkplatz und lassen ihre Kinder dort aussteigen.“ Probleme wegen motorisierter Eltern gibt es aber nur selten. „Wir haben vielleicht fünf Fälle im Jahr. Aber redet man die Eltern darauf an, dann hat sich das.“

In Altomünster ist eigentlich keine Eltern-Haltestelle nötig, denn es gibt einen Elternparkplatz. Trotzdem würden viele Eltern ihre Kinder am liebsten mitten im Klassenzimmer absetzen, und besetzen auch noch die Bushaltestelle, sagt Rektorin Nicola Lachner. „Häufig müssen die Busse warten, bis die Eltern den Parkplatz räumen.“ In Elternbriefen habe die Rektorin schon auf das Problem hingewiesen, mit der Lösung Elternparkplatz. Der ist etwa zwei Minuten von der Schule entfernt – zu weit für einige Erziehungsberechtigte. Dabei wäre der Fußweg für die Kinder gesund: Lieber zwei Minuten laufen als gar nicht.

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