„Die Kunden freuen sich richtig“, berichten Sabine Birkholz-Zwerger und Janine Schlodder von dem Geschäft „Sinneslust“.
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„Die Kunden freuen sich richtig“, berichten Sabine Birkholz-Zwerger und Janine Schlodder von dem Geschäft „Sinneslust“.

Dachauer freuen sich über geöffnete Läden

Endlich wieder im Laden einkaufen!

Viele Landkreisbürger zog es am Montag in die Geschäfte, die nach den jüngsten Beschlüssen der Bund-Länder-Konferenz wieder öffnen durften. Dennoch herrschte am Anfang Unsicherheit, die am häufigsten gestellte Frage des Tages lautete: „Dürfen wir reinkommen?

Landkreis – In den Geschäften des Landkreises herrschte Stillstand seit dem 15. Dezember, lediglich Online-Shopping oder Click-and-Collect war erlaubt. Aber einfach in einen Laden gehen, stöbern, anfassen, anprobieren, ein Gespräch führen – das war jetzt viele, viele Wochen nicht mehr möglich.

Bei vielen Kunden herrschte deshalb gestern auch erst einmal Verunsicherung, ob man denn das jeweilige Geschäft auch wirklich betreten darf. So erlebten es beispielsweise Sabine Birkholz-Zwerger und ihre Mitarbeiterin Janine Schlodder von der „Sinneslust“ in der Dachauer Altstadt: „Die Kunden blicken nicht mehr richtig durch“, beschreibt Janine Schlodder den gestrigen Montagvormittag. Viele hätten trotz offener Tür gefragt, ob sie hereinkommen dürften.

Im Laufe des Tages trauten sich dann aber immer mehr Menschen in die Dachauer Altstadt und genossen es, wieder einkaufen gehen zu können. „Unsere Kunden sind sehr froh, die freuen sich richtig“, betont daher Sabine Birkholz-Zwerger die Stimmung in der „Sinneslust“.

Und auch das „Sinneslust“-Team selbst war glücklich gestern: Endlich ist die Zeit des täglichen Telefonierens, E-Mails beantworten, Ware fotografieren und den Kunden zuschicken, weil sie ja den Laden nicht betreten dürfen, vorbei. „Wir haben die Zeit genutzt, um uns zu verbessern“, so die „Sinneslust“-Chefin, die ihre Regale aufgefüllt und alles für ihre Kundschaft vorbereitet hat.

Zufrieden zeigte sich gestern auch Jochen Neuwert, seit rund 30 Jahren Inhaber des Bekleidungsgeschäfts „Downtown“ in der Altstadt. Er checkte zuletzt jeden Tag den sogenannten Inzidenzwert – und solange der passt, so Neuwert, „kann ich meine Ladentür auch wieder aufsperren“. Viele seiner Kunden hätten aber vorab trotzdem angerufen, ob er auch wirklich wieder geöffnet habe. Sicherheitshalber habe er auch schon Zettel in der Schublade, die er bei Bedarf an die Tür und ins Schaufenster hängen kann, wenn der Inzidenzwert eine Öffnung in Zukunft nicht mehr zulassen sollte.

Gestern aber waren solche Gedanken zum Glück unnötig, die Stimmung bei der Kundschaft war „hervorragend“, wie er berichtet. Da gab es dann durchaus auch Spontankäufe im dreistelligen Bereich – „viele wollen sich was Gutes tun“, stellte Neuwert gestern fest. Und auch er selbst ist froh, dass er „endlich wieder eine Aufgabe“ hat. Seit dem 16. Dezember konnte er nur Ware ordern und sein Geschäft damit bestücken. Click-and-Collect sei zwar gut gelaufen, aber der Kontakt zu seiner Kundschaft habe ihm enorm gefehlt.

Doch auch wenn es gestern gut lief – auf seiner Winterware wird der Dachauer Jochen Neuwert sitzen bleiben. Der traditionelle Schlussverkauf Mitte Januar musste Lockdown-bedingt ausfallen. Und jetzt sind alle auf Frühjahr eingestellt.

Jahreszeitenunabhängig geht es beim „Blätterwerk“ in Karsfeld zu, denn Bücher kennen bekanntlich kein gutes oder schlechtes Wetter. Und das Team des Buchladens kennt auch keine freie Zeit, auch nicht im Lockdown. Denn „wir waren immer da“, betont Mitarbeiterin Anita Bartling, die sich gestern freute, ihre Kundschaft endlich mal wieder persönlich beraten zu können. Und nicht nur am Telefon oder per E-Mail, wie in den vergangenen Wochen.

Jetzt müsse sie auch nicht mehr die Ware durch die Tür hinausreichen, sondern könne ihre Kunden wieder direkt im Laden begrüßen und beraten, freut sich Bartling. Während des Lockdowns habe es zu Bartlings Leidwesen „kein Stöbern mehr, kein sich Treiben lassen“ gegeben. Nun könne sie ihre „treue und tolle“ Kundschaft, die das „Blätterwerk“ auch während der Schließung kräftig unterstützt hatten, aber wieder gerne bei der Büchersuche unterstützen.

Simone Wester

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