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Daumen hoch: Gerda Melich ist froh, dass sie wieder regelmäßig schwimmen darf.

Schwimmfans konnten es kaum erwarten

Endlich wieder ins Dachauer Familienbad! Stadtwerke luden Dauerkartenbesitzer am Freitag schon mal zum Probeschwimmen

Das Warten hat sich gelohnt, auch wenn die Wartezeit ungewollt war und vielen zugesetzt hat – das Familienbad Dachau macht am Samstag, 18. Juli, endlich wieder auf! Einen Tag vorher, am  Freitag, gab es für die Dauerkartenbesitzer schon eine Sonderöffnung, Pre-Opening genannt. Um 10 Uhr wartete schon eine Traube Schwimmfans vor den Pforten und konnte es kaum erwarten, endlich wieder Bahnen zu ziehen.

Das Team der Stadtwerke Dachau mit Barbara Kern und Alexander Oberhauser präsentierte ein rundum gelungenes und trotz strikter Auflagenumsetzung sehr besucherfreundliches, durchdachtes Konzept. Bereits am Eingang checkt man mit allen wichtigen Daten zur eventuellen Nachverfolgung ein. Nach drei Wochen werden die Zettel entsorgt. Überall gibt es Markierungen, Hinweisschilder, Einbahnstraßensystem, Desinfektionsmittel – und vor allem hilfsbereites, geschultes Personal.

Es gibt einen Zugang und einen Ausgang. Im Nichtschwimmerbecken sind nur 180 Personen gleichzeitig erlaubt, im Schwimmerbecken 100. Auch dem Rutschvergnügen steht nichts mehr im Weg. Allerdings ist nur immer ein Badegast pro Rutschvorgang erlaubt. Auch das Kleinkinderbecken ist geöffnet. Das Sportbecken wird noch befüllt, am 25. Juli soll es Freibad-Besuchern wieder zur Verfügung stehen.

Erlaubt sind auch Beachvolleyball und Tischtennis, die Ausrüstung muss mitgebracht werden. Liegen können gegen 2 Euro Pfand ausgeliehen werden. Die Besucher müssen sie vor und nach Gebrauch desinfizieren. Das Mittel steht selbstverständlich kostenlos bereit.

„Es ist noch nicht ganz der Badespaß, den wir gewohnt sind“, räumt Barbara Kern ein. Sie hätte sich eine frühere Entscheidung über den Zeitpunkt der Öffnung gewünscht. Die Kosten für „sechs bis acht Wochen Öffnung sind immens“, gibt Kern zu bedenken, der Aufwand sei hoch gewesen, um den Betrieb wieder zum Laufen zu bringen. Sie weiß aber auch, dass die Dachauer sehr dankbar sind, endlich wieder ins Freibad gehen zu können.

Geplant ist ab Mitte/Ende August auch die parallele Öffnung des Hallenbades, damit unter anderem auch wieder Schwimmkurse und das Vereinstraining stattfinden können.

Ein weiterer Anziehungsmagnet des Dachauer Freibades dürfte ganz schnell die neue Gastronomie werden. Die Familie Mehr/Kern lieferte schon gestern hervorragende Qualität. Aufgrund der Corona-Pandemie können noch nicht alle Ideen umgesetzt werden, die Betreiber planen aber noch weitere Innovationen und Überraschungen.

Um Gäste und Personal zu schützen, gibt es derzeit noch keinen Service am Tisch. Bestellt wird am Counter des Restaurants, jeder Gast erhält daraufhin einen Pager, der nach jeder Benutzung desinfiziert wird. Auch das kleine Café am Eingang soll bald wieder den Betrieb aufnehmen.

Wichtig für alle Freibadgäste ab dem heutigen Samstag ist vor allem eines: vor dem geplanten Besuch einen Blick ins Internet werfen! Unter www.stadtwerke-dachau.de/baeder/familienbad ist zu sehen, wie leer oder voll das Hallenbad schon ist. In dem 20 000 Quadratmeter großen Areal dürfen sich derzeit nur maximal 1500 Personen aufhalten. Auf der Homepage ist leicht zu erkennen, ob man noch eine Chance hat, reinzukommen.

Die Dachauer Nachrichten haben sich gestern bei den ersten Badegästen ein wenig umgehört:

Hermine Billig, 73 Jahre, Rentnerin aus Dachau, checkt vor dem Betreten des Freibades ordnungsgemäß ein und hat sich auch registriert. Die Zeit der Corona-bedingten Schließung hat sie als „ganz schlimm“ empfunden. „Ich bin seit zehn Jahren jeden Tag da, auch beim Frühschwimmen“, erzählt die Dachauerin. In der Freibadzwangspause hat sie sich mit Radlfahren fit gehalten.

Johann Pfeiffer, 68, Schreiner aus Dachau, ist seit 30 Jahren treuer Gast des Freibads. In der Corona-Zwangspause ist er an den Karlsfelder See ausgewichen. Beim Pre-Opening war er einer der Ersten und trotzte den noch etwas kühlen Wassertemperaturen. Seit 20 Jahren schwimmt er täglich zweimal – entweder im Hallen- oder im Freibad. „Gott sei Dank hat das Bad wieder geöffnet!“

Gerda Melich, 78, Rentnerin aus Dachau, schwimmt seit 20 Jahren täglich, „wenn das Wetter mitspielt“. „Es geht einem echt was ab“, beschreibt sie ihre Gefühlslage während der Zwangsschließung. „Ich bin froh, dass ich wieder schwimmen darf“, freut sich die 78-Jährige.

Elke (75) und Oswald (78) Reif, beide Rentner aus Dachau, haben sich die letzten Monate mit Spaziergängen und Fahrradfahren fit gehalten. Beide sind froh, dass sie nun wieder zum Schwimmen ins Freibad kommen können. „Es ist uns echt was abgegangen“, erzählen die beiden, die seit 20 Jahren fast jeden Tag zum Schwimmen gehen.

Das Familienbad hat von Samstag, 18. Juli, bis Ende August täglich von 8 bis 20 Uhr und im September immer von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Simone Wester

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