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Entsorgung erfolgt nun gemeinsam: 13 Gemeinden aus dem Landkreis Dachau treten Zweckverband Klärschlammverwertung bei

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Von: Stefanie Zipfer

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Bei der Abwasserreinigung entsteht Klärschlamm. Der soll nun in einer modernen Anlage in Geiselbullach verwendet werden.
Bei der Abwasserreinigung entsteht Klärschlamm. Der soll nun in einer modernen Anlage in Geiselbullach verwendet werden. © tp

Der Zweckverband Thermische Klärschlammverwertung Amperland (ZVTKA) nimmt Gestalt an. Mit der Stadt Dachau, deren Stadtrat zuletzt einstimmig dem Beitritt zugestimmt hatte, stehen damit 13 Landkreis-Kommunen als Gründungsmitglieder des Verbands fest. Lediglich Altomünster, Bergkirchen, Röhrmoos und Schwabhausen gehören aus dem Landkreis Dachau dem ZVTKA nicht an.

Dachau/Fürstenfeldbruck ‒ Der Landkreis Fürstenfeldbruck stellt als Gründungsmitglieder die Kreisstadt, die Gemeinden Mammendorf, Mittelstetten und Moorenweis. Hinzu kommen die im Amperverband, im Abwasserzweckverband Obere Maisach, im Zweckverband Obere Amper sowie im Zweckverband Schweinbach-Glonngruppe organisierten Kommunen.

Wie berichtet, soll für das interkommunale Projekt am Gemeinsamen Kommunalunternehmen für Abfallwirtschaft, kurz GfA, in Geiselbullach eine entsprechende Klärschlammverbrennungsanlage gebaut werden. Die thermische Verwertung des Schlamms wurde in den vergangenen Jahren nämlich zum Hauptentsorgungspfad für Klärschlämme aus kommunalen Kläranlagen. Dies hat für die verbrennenden Gemeinden mehrere Vorteile: Der im Klärschlamm enthaltene Phosphor kann auf diesem Weg zurückgewonnen und in den Nahrungskreislauf von Mensch und Tier geführt werden. Zudem muss der Schlamm, wenn er in Geiselbullach verwertet wird, nicht per Lkw in weiter entfernte Anlagen transportiert oder an anderer Stelle zwischengelagert werden.

Dass Bergkirchen, Röhrmoos und Schwabhausen nicht mitmachen, liegt daran, dass diese Gemeinden keine eigene Kläranlage haben. Ihre Abwasser pumpen sie daher zu den Stadtwerken Dachau oder in andere Anlagen und lassen sie dort reinigen sowie entsorgen.

So ganz außen vor sind diese drei Kommunen aber dennoch nicht, wie Siegfried Ketterl, Geschäftsstellenleiter im Bergkirchner Rathaus, betont. Bergkirchen etwa liefert seinen Schlamm nach Dachau oder zum Amperverband Geiselbullach. „Die Stadtwerke Dachau sowie der Amperverband vertreten natürlich als Mitglieder unsere Entwässerung, nachdem wir hier Vollversorger- beziehungsweise Vollentsorgerverträge haben“, so Ketterl. Zudem habe gerade Bergkirchens Altbürgermeister Simon Landmann eine wichtige Rolle für das Gelingen dieser interkommunalen Zusammenarbeit gespielt. Mit „sehr viel Engagement und Überzeugungskraft“, so Ketterl, war Landmann „sicherlich mit ausschlaggebend für die Gründung“ des ZVTKA.

Anders als Bergkirchen, Röhrmoos und Schwabhausen hat Altomünster zwar eine eigene Kläranlage, transportiert seinen Schlamm als Mitglied des Zweckverbands Steinhäule aber derzeit (noch) in die Nähe von Ulm zur Weiterverarbeitung. Allerdings hat der Gemeinderat bereits eine Absichtserklärung verabschiedet, derzufolge die Marktgemeinde nach Ende des Vertragsverhältnisses ebenfalls dem ZVTKA beitreten wird.

Den Löwenanteil der Gründungsumlage in Höhe von 200 000 Euro stemmen, aufgrund ihrer Einwohnerzahl, die Städte Fürstenfeldbruck und Dachau. Auf letztere entfällt eine Summe von 31 127,13 Euro sowie ein Stimmenanteil von 15,56 Prozent. Karlsfeld als zweitgrößte Gemeinde des Landkreises zahlt 13 433,81 Euro und erhält 6,72 Prozent Stimmenanteil.

Die nächsten verfahrensrechtlichen Schritte sehen nun vor, dass beim zuständigen Landratsamt Fürstenfeldbruck ein Antrag zur Genehmigung der Verbandssatzung gestellt wird und dann die amtliche Bekanntmachung dieser Satzung erfolgt.

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