Verantwortliche im Königreich Jordanien haben offenbar kein Interesse mehr am Projekt

Entwicklungshilfeprojekt gescheitert

  • Thomas Zimmerly
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Dachau – Das hatte sich der Landkreis Dachau so schön gedacht: einen konkreten Beitrag zur Entwicklungshilfe zu leisten. Im Rahmen eines geförderten Projekts im Königreich Jordanien sollten die Gemeinde Ajloun in professionellem Abfallmanagement geschult sowie die Bevölkerung für Umweltthemen sensibilisiert werden.

VON THOMAS ZIMMERLY

So war etwa ein abfallwirtschaftlicher Lehrpfad (Naherholungsgebiet) angedacht (wir haben berichtet). Doch daraus wird nichts.

Der Umwelt-/Verkehrs- und Kreisausschuss beschloss jeweils einstimmig, das Projekt abzublasen. Der Grund: Die Verantwortlichen in Ajloun haben anscheinend kein Interesse mehr an der Liaison.

Fördergelder sind bereits geflossen

Zur Vorgeschichte: Im Januar vergangenen Jahres beschloss der Kreisausschuss die Möglichkeiten der Initiative „Kommunales Knowhow für Nahost“ zu nutzen und einen Förderantrag für das Projekt, das die Grünen-Kreistagsfraktion angeschoben hatte, einzureichen. Eigenes Geld musste der Landkreis Dachau nicht hineinpumpen.

Nach erfolgreichem Abschluss des so genannten „Schnellstarterpakets I Nahost“ ging der Landkreis Dachau also daran, gemeinsam mit der Verwaltung des Nachbarlandkreises Fürstenfeldbruck und des Gemeinsamen Kommunalunternehmens für Abfallwirtschaft (GfA) Nägel mit Köpfen zu machen. Es folgte eine Anbahnungsreise in die Gemeinde Ajloun, einer Verwaltungsgemeinschaft mit rund 64 000 Einwohnern im Hochland nordwestlich der Hauptstadt Amman, sowie ein Gegenbesuch. Doch dann begann es in der Gemeinschaftsproduktion zu haken – nicht nur wegen der Pandemie. Im Verlauf von Videokonferenzen mit den Jordaniern wurde bekannt, dass bereits Zuschüsse über die Weltbank für den Lehrpark geflossen sind und zwischenzeitlich davon bereits eine Besucherplattform im Park errichtet wurde. Auskünfte über die Höhe der Fördergelder und konkrete weitere Planungen wurden den Entwicklungshelfern in Deutschland trotz Nachfrage bis heute nicht erteilt. Voraussetzung für den Erhalt von Fördermitteln aus dem Schnellstarterpaket sind allerdings detaillierte Angaben zum Zeitplan des Projekts und belastbare Kostenvoranschläge für die geplanten Maßnahmen. Mittlerweile ist die Abgabefrist für das notwendige „Schnellstarterpaket II“ verstrichen. Aus Ajloun hieß es, dass ein Wechsel der Lokalpolitiker stattgefunden habe und das Projekt nicht fortgeführt werden könne.

Nun hat auch der Landkreis Dachau genug. Er beendete das Projekt. Auch dessen Fortsetzung ist nicht vorgesehen. „Die Vorurteile haben sich bestätigt, was Jordanien angeht“, so Grünen-Fraktionschefin Marese Hofmann.

Rubriklistenbild: © Monika Skolimowska/dpa

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