Mann, rechts und links je eine Frau
+
Schon mit 18 Jahren trat Adalbert Merkl der Freiwilligen Feuerwehr bei. Tochter Sabine (l.) ist auch Mitglied. Brigitte Merkl (r.) stand ihrem Adalbert stets zur Seite. feuerwehr

Ehemaliger Dachauer Feuerwehrkommandant Adalbert Merkl stirbt mit 79 Jahren

Er hatte immer ein offenes Ohr

Er war ein Feuerwehrmann durch und durch. Lange Jahre war Adalbert Merkl Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr Dachau und später Kommandant. In der Nacht zum Heiligen Abend ist er nun im Alter von 79 Jahren verstorben.

Dachau –Adalbert Merkl, dessen Spitzname Ala war, wurde am 30. März 1941 geboren. Mit 18 Jahren trat er im Juli 1995 der Freiwilligen Feuerwehr Dachau bei. In seinem Ehrenamt engagierte er sich sehr, besuchte unzählige Lehrgänge und übernahm bereits früh Führungsverantwortung. Merkl war viele Jahre Vertrauensmann und Ausbilder.

Von 1977 bis 1982 war er stellvertretender Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr Dachau. 1988 wurde Adalbert Merkl von der aktiven Mannschaft zum stellvertretenden Kommandanten gewählt und zwei Jahre später schließlich zum ersten Kommandanten. Damit trat er die Nachfolge des langjährigen Vorgängers Fritz Müller an und so in große Fußstapfen. Zusammen mit seinem Stellvertreter Franz Patscheider meisterte er die anstehenden Aufgaben bravourös.

Während seiner Amtszeit als Kommandant wurde das neue Feuerwehrgerätehaus am Fritz-Müller-Weg geplant und von 1994 bis 1996 gebaut. 1994 fand zudem das 125-jährige Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Dachau statt, das groß mit einem dreitägigen Fest zelebriert wurde.

Seine Amtszeit als Kommandant startete er in einem bewegten Jahr – mit allein 132 Sturmeinsätzen wegen Vivian und Wiebke und dem großen Brand der ASV-Theaterhalle. Im Jahr 1991 folgte der Großbrand in der Holzentrindungsanlage der MD- Papierfabrik.

Adalbert Merkl erhielt im Januar 1993 die Ernennung zum Oberbrandmeister. Zwei Jahre später wurde er einer ganz besonderen Ehre zu Teil. Das bayerische Innenministerium verlieh ihm am 11. Dezember 1995 – insbesondere für die Brandeinsätze beim ASV und bei der MD Papier – das Steckkreuz für besondere Verdienste um den Brandschutz. Nachdem er seinen Kommandanten-Posten nicht mehr ausführte, zeichnete ihn die Stadt Dachau mit der Bürgermedaille für besondere Verdienste aus.

Nach 38 Jahren im Einsatzdienst wechselte Adalbert Merkl im Mai 1996 in die passive Mitgliedschaft und blieb so seiner Feuerwehr und dem Feuerwehrverein weiterhin treu. 2019 feierte er das 150-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Dachau auf der Ludwig-Thoma-Wiese mit Begeisterung mit. Eine besondere Freude war es für ihn, dass seine Tochter Sabine auch sehr eng mit der Feuerwehr verbunden ist und sich im Vereinsleben engagiert.

Ala hatte immer ein Lächeln im Gesicht und einen lustigen Spruch parat, der auch in angespannten Situationen zur Auflockerung führte. Junge Einsatzkräfte hat er mit seiner väterlichen Art durch die ersten, zum Teil schweren Einsätze geleitet. Vor Ort führte er seine Truppe mit klaren Befehlen an und im Nachgang bewies er mit viel Einfühlungsvermögen ein offenes Ohr.

Das tief empfundene Beileid der Freiwilligen Feuerwehr Dachau gilt der Familie von Adalbert Merkl. Die Kameraden wünschen ihr viel Kraft für die kommende Zeit und werden ihrem Ala ein ehrendes Gedenken bewahren. Gott zur Ehr’, dem Nächsten zur Wehr.  dn

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare