Stephanie Sichelschmidt, rechts Stefan Plate.
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Stephanie Sichelschmidt, rechts Stefan Plate. Beide sollen auf die ÖDP-Landesliste für den Bundestag.

ÖDP nominiert Bundestagskandidat: Einstimmiges Votum für Stefan Plate aus Gröbenzell

Er kämpft für klimaneutralen Verkehr und arbeitet beim ADAC

  • Thomas Zimmerly
    vonThomas Zimmerly
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Stefan Plate heißt der Direktkandidat der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) im Wahlkreis Fürstenfeldbruck-Dachau für die Bundestagswahl am 26. September.

Bergkirchen – Bei der Kandidatenwahl im Hotel Groß in Bergkirchen hätten „fast schon sozialistische Verhältnisse“ geherrscht, so Wahlleiter Adrian Heim, denn alle 14 stimmberechtigten Mitglieder votierten für den 51-jährigen Gröbenzeller. Eigentlich haben die Kreisverbände Dachau und Fürstenfeldbruck zusammen etwa 120 Mitglieder, doch hätten „einige abgesagt, weil sie sich keinem Infektionsrisiko aussetzen wollten“, so Heim.

Trotz der sozialistischen Verhältnisse im Saal verzichtete der frisch gekürte Aspirant vom Kreisverband Fürstenfeldbruck freilich auf das Singen der Internationalen. Er stellte sich stattdessen in ruhigem Ton kurz persönlich vor und nannte seine Ziele. Der verheiratete Vater einer siebenjährigen Tochter engagiert sich nach eigenen Angaben sehr in Sachen „nachhaltige Mobilität“, das heißt, für Verkehrskonzepte, bei denen nur so viel Treibstoff verbraucht bzw. so viele Emissionen produziert werden, dass das Ökosystem trotzdem noch in der Lage ist, sich zu regenerieren. Diesbezüglich habe er bereits in sechs, sieben Gemeinden im Raum Fürstenfeldbruck Vorträge gehalten. „Seit zwei Jahren arbeite ich mit Gemeinden zusammen und berate Bürgermeister“, so Plate, der meinte: „klimaneutraler Verkehr, das ist meine Welt“!

ÖDP ist die „Klimaschutzpartei Nummer eins“

Um seinen Kampf für nachhaltige Mobilität führen zu können, habe er sich mit Vereinigungen wie Green City aus München, dem Münchner Forum, einem bürgerschaftlichen Verein, der sich mit Fragen der Stadtentwicklung beschäftigt, oder dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) zusammengetan und sich dort Wissen angeeignet, so Plate. Um privat seine Familie ernähren zu können, hat sich Plate mit dem Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC) zusammengetan, wo er als IT-Fachmann wirkt, was ihm „fast peinlich ist“, so der Bundestags-Anwärter. Aber, so ließ er seine großzügig im Raum verteilten Parteigenossen wissen, beim ADAC habe man den „Wandel erkannt“.

Seine ÖDP bezeichnete Plate als die „Klimaschutzpartei Nummer eins“. Im Vergleich zu den Grünen habe die ÖDP „auf allen Themenfeldern die Nase vorn“. Apropos Themenfelder. Als Plate von einem Parteifreund gefragt wurde, ob er Ahnung von Naturschutz habe, antwortete er: „Nicht konkret.“ Aber, so versprach er, „ich gehe da noch tiefer rein“.

Im Landkreis Dachau ist Stefan Plate bislang wenig bekannt. Doch das soll sich ändern. So sprach ÖDP-Kreisrat Paul Böller bei dem Treffen spontan eine „Einladung zum Kennenlernen“ aus.

Dass sich die ÖDP überhaupt in Bergkirchen treffen konnte, verdankt sie einer Ausnahmegenehmigung seitens des Landratsamtes Dachau. Das Problem bei der Aufstellung eines Bundestagskandidaten ist, dass der Gesetzgeber – trotz moderner Zeiten – weder eine Online- noch eine Briefwahl erlaubt. Es muss eine so genannte „Urnenwahl“ erfolgen.

Eine „Urnenwahl“, im Falle der ÖPD besser „Pappkartonwahl“, erfolgte auch hinsichtlich der Kandidaten sowie Delegierten für die Aufstellungsversammlung zur bayerischen Landesliste im März. Dabei sprachen sich die Mitglieder dafür aus, dass Stefan Plate und Stephanie Sichelschmidt als Kandidaten auf die Landesliste gesetzt werden sollen. Dies entscheidet letztenendes allerdings der Landesvorstand. Sichelschmidt (28) stammt aus der Gemeinde Hilgertshausen-Tandern und ist zweite stellvertretende Kreisvorsitzende in Dachau. Als Delegierte wurden gewählt: Dagmar Hamberger (Kreisvorsitzende Dachau), Stephanie Sichelschmidt, Adrian Heim (beide Dachau), Gerald Morgner, Jürgen Loos und Alexa Zierl (alle Fürstenfeldbruck).

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