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Nichts ging mehr am Montag, so wie hier am Pasinger Bahnhof, an dem auch Dachauer Pendler festsaßen.

S-Bahn-Chaos am Sonntag und Montag

„Die Bahnleute waren nur Deko“

Am Sonntag und Montag hat es große Probleme im S-Bahnverkehr gegeben. Reisende, die Sonntagabend heim wollten, sowie Pendler, die Montagfrüh nach München in die Arbeit mussten, waren stinksauer.

Dachau Sonntagnachmittag: Gegen 18 Uhr ging auf der S 2 nichts mehr; technische Störung an einem Stellwerk bei Dachau. Die Bahnen aus Petershausen endeten in Dachau, für die aus Erding war in Pasing Schluss. Als Schienenersatzverkehr mussten Taxis her. Montag: Gegen 8 Uhr früh ging am Montag auf der S-Bahn-Stammstrecke gar nichts mehr; Stromausfall. Das Pech der Bahnreisenden an beiden Tagen war das Glück der Lokale am Dachauer Bahnhof. Der McDonald’s und der Kiosk wurden zur Zufluchtsstätte der gefrusteten Pendler.

McDonald’s-Mitarbeiter Atal Stomam hatte am Montag von 7 Uhr bis 15 Uhr Schicht: „Es kamen sehr viele Leute rein, um sich aufzuwärmen, das hat man daran gesehen, dass viele sich einen Cheeseburger oder einen Kaffee gekauft haben.“ Viele der Wartenden seien durchaus stinkig gewesen: „Ein Mann hat mir erzählt, dass er am Sonntag um 18 Uhr Feierabend hatte und erst um 23 Uhr zuhause war“, berichtet Stomam.

Leidtragende war auchArdiana Pirko. Sie arbeitet im Kiosk am Bahnhof und musste am Sonntag mit dem Taxi nach Hause fahren: „Normalerweise fahre ich mit der Bahn, aber um 20.15 Uhr, als ich Feierabend hatte, sind alle ausgefallen, und sonntags fahren kaum Busse. 13,50 Euro habe ich für das Taxi bezahlt“, sagt die 28-Jährige. Der Kiosk sei überfüllt gewesen, so Pirko. „Manche haben sich einen Kaffee gekauft, aber die meisten wollten sich nur aufwärmen oder haben gefragt, ob wir eine Toilette haben.“

Das Problem: Am Wochenende wird das Bahnhofsgebäude meist ab 17 Uhr geschlossen, man erreicht den Durchgangsflur, der Pendlern als Warteraum dienen könnte, nur durch den McDonald’s. „Aber das ist nur ein Seiteneingang, die Wenigsten finden den“, sagt Pirko. „Die Deutsche Bahn hat Leute an den Bahnhof gestellt – die wussten aber auch nichts, die waren höchstens Deko.“

Irene Dellinger hätte am Sonntag auch gern ein Taxi genommen: „Ich kam um 20 Uhr aus der Arbeit und um 21 Uhr kam die S-Bahn, während ich in der Kälte warten musste. Ich hätte ja freiwillig ein Taxi genommen, um der Kälte zu entkommen, aber in Allach steht halt keins. Die Durchsagen helfen auch nicht weiter, die stimmen meist eh nicht, da sollen sie lieber gar nichts sagen.“

Der FeinmechanikerChristian Reskehatte Glück: „Am Montag bin ich ausnahmsweise mit dem Auto gefahren. Meine Kollegen sind aber teilweise eine Stunde zu spät gekommen, die sie davor in der Kälte verbracht haben. Die haben sehr geflucht. Gerade im Schichtbetrieb, wir haben um 21.15 Uhr Feierabend, ist es zu kalt, um draußen zu warten.“

Weniger Glück hatte Arne Sallinger. Er musste vorgestern eine Stunde und 40 Minuten am Grafrather Bahnhof warten: „Das Schlimmste sind die Informationen. Wüsste man, dass es so lange dauert, könnte man ja später kommen, aber so muss man in der Kälte warten. Was da passiert ist, halte ich für unter aller Sau. In Grafrath gab es zum Glück einen Warteraum – so was gibt‘s aber nicht überall!“ Während der Wartezeit seien die Fahrgäste per Durchsage vertröstet worden, dass es in Kürze mehr Informationen gebe.

Ohne schützenden Warteraum musste auchYassin Avvadausharren: „Ich musste vorgestern mittag 40 Minuten am Hebertshausener Bahnhof frieren, bis ich in die Arbeit kam. Da kann man sich nirgends unterstellen. Am Arabellapark habe ich auf dem Heimweg dann eine halbe Stunde warten müssen.“

mas

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