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Freuen sich über überdurchschnittliche Erträge beim Winterweizen: Kreisobmann Anton Kreitmair, Bauer Andreas Lamprecht, Kreisbäuerin Emmi Westermeie r, Ministerialrat Forstamt Günter Biermayer, stellvertretende Kreisbäuerin Roswitha Göttler und Bauer Rudolf Barth (v.l.).

Erntepressefahrt im Landkreis Dachau

Der Weizen ist heuer golden

Der Weizen wird heuer überdurchschnittliche Erträge bringen. Das verkündeten die Landwirte am Montag bei der Erntepressefahrt. Der Raps leidet allerdings unter der Trockenheit, noch mehr der Mais. Unterm Strich erwarten die Bauern eine durchschnittliche Ernte.

Dachau/Zillhofen – Die Bauern haben Grund zur Freue. Trotz ausfallender Niederschläge und einem trockenen Winter können sie auf einen durchschnittlichen Ernteertrag hoffen, wie der Bayerische Bauern-Kreisverband Dachau gestern bekannt gab. Der Winterweizen wird mit wenigen Ausnahmen überdurchschnittliche Erträge erzielen, der Raps wird dabei ein eher durchwachsenes Ergebnis erreichen.

Zwei Landwirte stellten gestern bei der Erntepressefahrt ihre Felder mit den darauf wachsenden Früchten vor. Einer von ihnen, Andreas Lamprecht, ist Bauer, „seitdem er denken kann“, und führt den mittlerweile 80-jährigen Familienbetrieb in Zillhofen. Gemeinsam mit vier weiteren Personen auf dem Hof bewirtschaften sie 130 Hektar Land im Glonntal. Der 54 Jahre alte Landwirtschaftsmeister pflanzt allerdings nur zwei Früchte: Weizen und Mais. „Das Glonntal ist für sein raues Klima bekannt. Gibt es Spätfröste, dann im Glonntal“, erklärt Lamprecht. Ebenso sei der Niederschlag sehr ungleich verteilt. Ist der Februar beispielsweise regenarm, kann der März überdurchschnittlich viel Wasser vom Himmel bringen, bestätigt Anton Kreitmair, Kreisobmann des Bauernverbands. „Die Folgen des Klimawandels sind zu spüren“, mahnt er.

Obwohl die Bedingungen für Lamprechts Bauernfrüchte in diesem Jahr schlecht waren, ist er froh, dass er „höchstwahrscheinlich eine gute Ernte einfahren wird“. Seinen Weizen liefert er an eine örtliche Mühle, die das Mehl dann zur Brotherstellung nutzt. Der Mais landet zum Teil in einer Biogasanlage, der andere Part wird im Landkreis für die Viehfütterung genutzt.

Im Gegensatz zum konventionellen Bauern Lamprecht, der Düngemittel und Pestizide nutzt, verzichtet Bio-Bauer Rudolf Barth gänzlich auf diese Mittel. Der nebenberufliche Landwirt baut auf seinen knapp 60 Hektar Land seit 2005 biologisch an. Zwar hat er weniger Land als Lamprecht, baut aber wiederum acht verschiedene Früchte mehr an. Wie die konventionellen Bauern leidet auch er unter der Regenknappheit. Seine Sojabohnen sollten Ende September gedroschen werden, brauchen dafür aber noch Wasser. Später sollen diese an Schweine verfüttert werden. Schaut man auf das Feld des Bauern, sieht man viel Unkraut – denkt man zumindest. Untersaat nennt Barth, was das nötige Futter für seine kleinen Helfer ist. „Das Wichtigste ist: Der Regenwurm muss 365 Tage im Jahr etwas zu fressen haben“, erklärt er. Regenwürmer stellen für ihn die Schlüsselstellung im Anbau ohne Pestizide dar. Sollte sein Feld keine Untersaat haben, hilft er mit Viehmist nach. Auch das fressen die Gärtner aus der Erde. So kommen auf rund einen Quadratmeter Erde 300 bis 400 Regenwürmer zusammen, die den Boden lockern und das Wachsen der Pflanzen begünstigen. „Meine Ernte ist zwar nicht so ertragreich, dafür kann ich meine Produkte für mehr Geld verkaufen“, gibt Barth zu.

Zunächst wird jetzt allerdings die Wintergerste geernet. „Der warme und trockene Frühsommer hat dafür gesorgt, dass die Bestände zügig abgereift sind“, sagt Kreisobmann Anton Kreitmair. Danach beginnt die Ernte von Raps und Winterweizen. Kräftige Schauer in den nächsten Wochen dürften den Ernteertrag der Ernte mit Sicherheit begünstigen, ob sie aber eintreten, entscheidet gänzlich Mutter Natur. Den Landwirten bleibt nur zu hoffen.

Till Hey

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