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Erstaunliche Wende in einem Vergewaltigung-Prozess

Vermeintliches Opfer hat gelogen

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Dachau –Whatsapp-Nachrichten könnten für einen Angeklagten die ersehnte Wende im Prozess wegen Vergewaltigung bringen: Sie zeigten, dass das vermeintliche Opfer freiwillig Sex mit ihm hatte.

Der Industriemechaniker (31) aus Dachau muss sich momentan wegen Geiselnahme und Vergewaltigung vor dem Landgericht München II verantworten (wir berichteten). Er sitzt seit September 2015 in U-Haft und hat die Vorwürfe seit jeher bestritten. Am Freitag wurde klar, dass das vermeintliche Opfer (23) wie auch dessen Cousine als Zeuginnen nicht die Wahrheit gesagt hatten: Das Auslesen von Whatsapp-Chats brachte das Lügengerüst zum Einsturz.

Rechtsanwalt Michael Adams arbeitet normalerweise als Strafverteidiger – am Freitag musste er eine junge Frau vor der Festnahme bewahren. Die 23-Jährige war von ihrer Cousine und Freundin zur Falschaussage animiert worden: Sie behauptete, dass das Opfer vor dem Trip nach Salzburg keinen Geschlechtsverkehr mit dem Angeklagten vollzogen hatte. Das jedoch hatte der 31-Jährige stets behauptet, doch niemand glaubte ihm.

Der Vorsitzende Richter Oliver Ottmann allerdings schöpfte nun wegen der Handy-Chats Verdacht. Er ließ die Zeugin zwar nicht hilflos in ihr Unheil rennen, unterbrach die Vernehmung und verordnete der bis dato arglos dahin redenden Frau einen erfahrenen Rechtsanwalt. Dann aber verlangte er von ihr die Wahrheit, und stellte andernfalls eine Festnahme in Aussicht. Nun packte die junge Frau aus, berichtete von mehreren Sex-Treffen des vermeintlichen Opfers mit dem Angeklagten. Der kippte daraufhin fast um, musste ärztlich versorgt werden – er konnte das alles offenbar kaum verkraften. Die Zeugin berichtete auch, dass ihre Cousine mit ihrem Anwalt aneinander geraten war, weil der sie aufgefordert hatte, die Wahrheit zu sagen. In einen solchen Zwiespalt war der Jurist noch nie geraten.

Die Hintergründe für die teilweise falschen Anschuldigungen sind vielfältig. Möglicherweise wollte sich das Opfer für Drohungen rächen, die der mehrfach vorbestrafte Angeklagte angeblich gegen die Frau ausgestoßen hatte, nachdem die Beziehung nicht so nach seinen Vorstellungen lief. Die beiden Frauen müssen nun mit eigenen Anklagen wegen Strafvereitelung und Falschaussage rechnen. Der Prozess dauert an.

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