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Einige neue Dachauer Jugendräte, eingerahmt von Oberbürgermeister Florian Hartmann (links), Jugendreferent Berkay Kengeroglu (Zweiter von links)  

Dachauer Jugendrat ist voll mitiviert

Frische Ideen für den Politik-Dschungel

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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Der neue Dachauer Jugendrat hat sich am Montag zu seiner konstituierenden Sitzung getroffen. 15 Jugendliche hatten sich gemeldet, sich in dem Gremium engagieren zu wollen.

Dachau – Der neue Dachauer Jugendrat hat sich am Montag zu seiner konstituierenden Sitzung getroffen. Wie berichtet, hatten sich 15 Jugendliche gemeldet, sich in dem Gremium engagieren zu wollen. Diese sind: Rhoxane Knoblach, Fabian Handfest, Jonathan Berger, Theo Böhm, Lotte Eilbacher, Tizian Foidl, Konstantin Herzberg, Koray Kengeroglu, Jonas Kittelberger, Anna Loders, Georjina Tanus, Lamita Tanus, Josephine Tinapp, Lina Wehmeyer und Alija Zgjim. Als Jugendratssprecher fungieren Rhoxane Knoblach und Fabian Handfest.

Oberbürgermeister Florian Hartmann, selbst früherer Jugendratssprecher, findet es „schön, dass sich Jugendliche politisch und gesellschaftlich engagieren“. Bei ihrer ersten Sitzung dankte er ihnen daher für ihren Einsatz und ermunterte sie, „sich für die Belange der Jugend in unserer Stadt einzusetzen“.

Laut seiner Satzung darf der Jugendrat Verwaltung und Stadtrat in allen Fragen beraten, die die Jugend betreffen, und er hat ein Budget für eigene Projekte. Der Skaterpark und die neuen Bücherzellen am Max-Mannheimer-Platz und Ernst-Reuter-Platz gehen auf Initiativen des Jugendrats zurück. „Das zeigt: Man kann etwas erreichen, wenn man sich einbringt“, so Hartmann und wünschte den neuen Jugendräten „viel Erfolg und Freude beim Mitgestalten unserer Stadt“.

Die beiden Sprecher, die 17-jährige Rhoxane Knoblach und der 19-jährige Fabian Handfest, sind bereits voll motiviert. Knoblach, die schon seit vier Jahren Mitglied im Jugendrat ist, möchte „Aktionen veranstalten, die möglichst viele Jugendliche aus den verschiedenen Teilen Dachaus in Kontakt bringen“, und – ganz grundsätzlich „den Anliegen der Dachauer Jugendlichen Gehör verschaffen“. Zudem will sie den Kontakt zu den Jugendlichen der Dachauer Partnerstädte Klagenfurt, Fondi und (bald) Léognan intensivieren. Dass ihr Engagement nicht nur Arbeit, sondern auch ein Privileg ist, darüber ist sich Rhoxane Knoblach im Klaren: „Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass eine Stadt einen Jugendrat hat, sodass es wichtig ist, diesen fortzuführen.“

Ihr Kollege Fabian Handfest, der aktuell eine Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik macht, will – schon von Berufs wegen – die Jugend- und Subkultur fördern. Allerdings spreche er hier explizit nicht von „Konzerten oder Partys“, wie er betont, sondern angesichts der „aktuellen Situation“ von sozialem Kontakt zu Altersgleichen und Freunden generell. Gerade die Jugend und ihre Bedürfnisse hätten nämlich in den vergangenen Corona-Monaten „zu wenig Aufmerksamkeit“ erfahren.

Den oft gehörten Vorwurf, dass sich die heutige Jugend nicht für Politik interessiere, will Handfest so nicht stehen lassen. Im Gegenteil: „Gerade die jüngsten Ereignisse wie ,Fridays for Future’ oder die ,Black Lives Matter’-Bewegung bringen viele junge Menschen dazu, für ihre Ansichten einzustehen und für das zu kämpfen, was sie als richtig empfinden.“ Auch durch die Angebote des Kreisjugendrings und des Runden Tischs gegen Rassismus würden in Dachau viele junge Menschen ermutigt, „sich in diesen, von überalterten Mustern geprägten, ,Politik-Jungle’ hineinzuwagen“.

Ein konkretes Ziel, was er als Jugendratssprecher in den kommenden Monaten gern anstoßen würde, hat der 19-Jährige auch schon: Er wolle sich an Pfandringen an Mülleimern einsetzen, wie er betont. Diese spezielle Konstruktion an öffentlichen Mülleimern soll Flaschensammlern helfen, leichter an das Leergut zu kommen; in zirka 70 deutschen Städten wurde dieser Flaschenhalter bereits installiert. Mit dem Jugendrat, ist Handfest überzeugt, „hat die Stadt Dachau eine großartige Einrichtung geschaffen“, um Ideen wie diese umzusetzen.

Im Jugendrat der Stadt können sich Jugendliche im Alter von 13 bis 21 Jahren engagieren. Das Gremium wird alle zwei Jahre neu gewählt; die nächste Jugendratswahl findet im März 2022 statt. Der Oberbürgermeister ist verpflichtet, Anträge des Gremiums binnen drei Monaten im Stadtrat zu behandeln. Zur Organisation eigener Projekte hat der Jugendrat zusätzlich einen Etat von jährlich 6000 Euro zur Verfügung, über den er frei verfügen kann.

zip

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