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Schokofrüchte am Unteren Markt: Detlef Sennefelder verkauft seit dieser Woche seine Süßwaren in Dachau an der Münchner Straße. 

„Es kann nie ein Ersatz für ein echtes Volksfest sein“

Schausteller finden sich damit ab, dass es in Dachau heuer keine Wiesn-Alternative geben wird

  • Thomas Zimmerly
    vonThomas Zimmerly
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  • Christiane Breitenberger
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Den Dachauern steht ein historischer August bevor. Erstmal seit 1946 findet kein Volksfest statt. Die Schausteller können die Absage jedoch nachvollziehen.

Dachau – Im Großen und Ganzen kann er sie gut verstehen, die Dachauer Stadträte. Detlef Sennefelder, stellvertretender Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Schausteller auf dem Dachauer Volksfest, kann den Beschluss, dass es heuer kein „Volksfest to go“ geben wird, nachvollziehen. „Egal, was man machen würde – es kann nie ein Ersatz für ein echtes Volksfest sein“, sagt Sennefelder. Er kämpft mit seinem Betrieb seit der Corona-Pandemie ums Überleben (wir haben berichtet). Trotzdem bezweifelt er, dass so ein „Volksfest to go“ den Schaustellern geholfen hätte.

Mit diesen ganzen Auflagen, jeden Kunden zu dokumentieren, der sehr begrenzten Anzahl an Menschen, „das wäre sehr schwierig zu sagen, wie das angenommen worden wäre“, sagt Detlef Sennefelder. „Das ist einfach ein unkalkulierbares Risiko.“ Solche Aktionen wie ein „Volksfest to go“ wären für ihn auch nur „Augenwischerei. Dass ein richtiges Flair aufkommt, das ist bei so einer Veranstaltung schwierig bis unmöglich“. Das seien nur eine Reihe kleiner Strohhalme, „nach denen man einen nach dem anderen greift – die aber an der Gesamtsituation nichts ändern“. Er betont: „Man muss das realistisch sehen, nicht euphorisch betrachten.“

Und Sennefelder greift natürlich nach den kleinen Strohhalmen, „uns bleibt in dieser Situation noch nichts anderes übrig“. Erst stand er mit seinem Süßwarenwagen mit Schokofrüchten, gebrannten Nüssen und bunten Lebkuchen-Herzen vor dem Rewe-Einkaufsmarkt in Indersdorf, seit vergangenem Montag parkt er jetzt in Dachau am Unteren Markt und verkauft seine süßen Delikatessen. Er würde sich „sehr freuen, wenn wir den ein oder anderen Stammkunden aus der Region bei uns am Stand treffen würden“.

So sehr Sennefelder viele Auflagen zur Eindämmung der Pandemie versteht – „Klar, Safety first, gar keine Frage“ – so schlimm sind für ihn die vielen Widersprüche in den Regeln. „Das ist für Ottonormalverbraucher einfach nicht mehr nachvollziehbar!“ Vergnügungsparks mit vielen tausenden Besuchern dürfen öffnen, „aber ein Volksfest ist verboten. Der Wiener Prater hat offen – ist das Virus in Österreich etwa ein anderes als bei uns“, fragt Detlef Sennefelder rhetorisch.

Paul Tille, Sprecher der Dachauer Schausteller, hat sich ebenfalls damit abgefunden, dass es kein „Volksfest to go“ oder die von der Arbeitsgemeinschaft der Schausteller ins Spiel gebrachte Verkaufsdult am Ernst-Reuter-Platz geben wird. Doch er hat bereits eine neue Idee parat: ein kleineres Fest auf der Thomawiese. Genauer gesagt, ein Biergarten, um den einige Schausteller ihre Stände gruppieren können. „Man könnte das vier Wochen lang machen, mit einer Abstandsregel von fünf Metern“, so Tille. Nach zwei Wochen sollen die Gewerbetreiben für andere Kollegen Platz machen. „Dazu haben wir ein Hygienekonzept bei der Stadt eingereicht, das ähnlich dem der Kollegen aus München ist“, sagt Tille.

Ihm ist klar, dass bei diesem Minifest „nicht so viele Leute kommen werden“, wie bei einem regulären Volksfest. Für die Dachauer Schausteller wäre so eine Veranstaltung trotzdem wichtig, denn „wir leben davon“, wie Tille meint. 

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