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Einsatz bei 52 Grad Celsius: Der im Landkreis Dachau geborene Generalleutnant Johann Langenegger (rechts) war mit im Zuge der Nato-Mission „Resolute Support“ zur Unterstützung der afghanische Armee unter anderem im Südwesten des Landes im Einsatz. Das Bild zeigt ihn bei der Begrüßung eines italienischen Offiziers.

Generalleutnant Johann Langenegger aus dem Landkreis berichtet über Afghanistan-Einsatz

„Es war nicht unser Auftrag, die Taliban zu vernichten“

  • VonNico Bauer
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Dachau – Generalleutnant Johann Langenegger ist eine große Persönlichkeit der Bundeswehr und war auch Teil der kürzlich zu Ende gegangenen Afghanistan-Mission. Der im Landkreis Dachau geborene General ist Kommandeur Einsatz und Stellvertreter des Inspekteurs des Heeres und gab im Format „Blick in die Welt“ der Hanns-Seidel-Stiftung im Gespräch mit Moderatorin und Referatsleiterin für Regionales Bayern und Kunst, Margarethe Stadlbauer, tiefe Einblicke in den Soldaten und den Menschen.

Die politische Perspektive wurde von dem bestens informierten Prof. Dr. Gerhard Mangott von der Universität Innsbruck beigesteuert, wobei die beiden Herren, ohne sich persönlich zu kennen, sich gegenseitig im Konsens bestätigten.

Von 2017 bis 2018 war Johann Langenegger als Chef des Stabes im Hauptquartier der Resolute Support Mission in der afghanischen Hauptstadt Kabul im Einsatz. Davor hat er bereits 2010/2011 Erfahrungen in Mazar-e Sharif, im Norden Afghanistans, gesammelt. Nach dem Abzug der westlichen Soldaten und der extrem schwierigen und herausfordernden Evakuierungsaktion ist der Einsatz nun beendet. Johann Langenegger tut sich schwer, wie er die in der Geschwindigkeit nicht erwartete Machtübernahme der Taliban bewerten soll: „Ich bin innerlich sehr aufgewühlt und weiß noch nicht, was ich von der aktuellen Situation halten soll. Das muss ich alles für mich erst noch sortieren.“

Der Generalleutnant erinnerte aber auch an den Anfang der Mission mit dem Bündnisfall durch die Anschläge vom 11. September 2001 in den USA, die teilweise durch eine Terrorzelle in Hamburg geplant wurden. Folglich zeigte sich Deutschland solidarisch und nahm an dem NATO geführten Einsatz teil. Er machte auch deutlich, dass die Bundeswehr einen klaren Auftrag von der Politik bekommen habe – und diesen habe man immer wieder mit Präzision erfüllt.

„Es war nicht unser Auftrag, die Taliban zu vernichten“, erklärte Johann Langenegger, „unsere Aufgabe war die Stabilisierung des Landes durch den Aufbau von afghanischen Sicherheitskräften.“ Der deutsche Generalleutnant kennt von seinen Einsätzen Afghanistan wesentlich besser als viele Menschen, die aktuell über das Land diskutieren oder urteilen. Johann Langenegger sieht viele Veränderungen in dem 20 Jahre dauernden Einsatz. „2001 gab es dort beispielsweise keine funktionierende Medienlandschaft. Auch wurde eine Infrastruktur für Bildung und Gesundheit erst aufgebaut.“

Diese Entwicklungen verbindet er mit der Hoffnung, „dass das Land nicht wieder in den Zustand von vor 2001 zurückfällt“. Langenegger setzt auf die jungen Menschen in Afghanistan: „60 Prozent der Bevölkerung sind Menschen unter 18 Jahren. Und die haben bislang in ihrem gesamten Leben nur Aufschwung erlebt.“ Diese Generation habe die Chance, den Geist und die Errungenschaften der 20 letzten Jahre langfristig zu erhalten.

Der Generalleutnant und der Politikwissenschaftler zogen eindeutig das Fazit, dass Fanatismus nicht mit militärischen Mitteln zu beseitigen sei.

Johann Langenegger stellte auch Fragen in den Raum wie: „Wer sind die sogenannten Taliban? Wo sind sie? Und wie viele sind sie überhaupt? Und wir dürfen nicht unterstellen, dass jeder Afghane ein Taliban ist.“ Damit deutete er an, dass derzeit niemand genau sagen könnte, wie und wohin sich dieses Land in den nächsten Jahren entwickeln wird.

NICO BAUER

Besprechung der Lage: Generalleutnant Johann Langenegger mit einem afghanischen Kommandeur im Osten des Landes an der Grenze zu Pakistan.

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