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Falsche Freunde: Tochter Agath (Veronika Ganslmaier) versucht, ihren Vater (Thomas Westermair, Mitte) vor dem bösen Einfluss des Häuslschleichas Kacheriss (Rudi Rosenkranz) zu beschützen. 

Etzenhausa Theatara

Flinserl, die trinkfeste Retterin des Hofes

Die Etzenhausa Theatara spielen mit „Da Häuslschleicha“nicht nur eine unterhaltsame Komödie: Sie liefern ihrem Publikum noch allerlei obendrauf.

Dachau – „Es geht um an Owandler Hof und seine Leid, de oan recht debatt, de andern ganz gscheid.“ So lautete die kurze Einführung zum Stück „Da Häuslschleicha“ von Georg Maier, das die Etzahausa Theatara derzeit zum Besten geben.

Die beiden jungen Burschen in Tracht, die die verantwortungsvolle Aufgabe hatten, zur rechten Zeit den Vorhang zu öffnen und zu schließen, führten das Publikum auf charmante Art und Weise in das Stück ein. Die Stimmung bei der Premiere am vergangenen Freitag war gewohnt griabig. Die Wände waren mit alten Theaterplakaten von den ersten Aufführung im Sommer 1989 geschmückt. Ein Jahr zuvor war aus einer Schnapslaune heraus bei der Weihnachtsfeier des Schützenvereins Einigkeit „Dorfgemeinschaft“ Etzenhausen der Theaterverein Etzenhausen gegründet worden. Seitdem blieb, bis auf eine kurze Pause von zwei Jahren, kein Jahr ohne Aufführung. In dieser Zeit erspielte sich der Theaterverein ein festes Stammpublikum, das weiter wächst. So wundert es kaum, dass die Karten für die vier Vorstellungen in diesem Jahr sehr schnell ausverkauft waren.

Peter Helm spielte Akkordeon, während die Besucher ratschten und sich ihre Brotzeit schmecken ließen. Trotz des heißen Sommerwetters war es sehr angenehm temperiert im Salettl des Hotels Burgmair. Durch die offenen Seitenwände blies ein lauer Wind, als die Glocke zum ersten Akt ertönte.

Zu sehen ist die liebevoll hergerichtete Stube des Owandler Hofs. Doch die Stimmung ist angespannt. Weil der Bauer dem Alkohol verfallen ist, hat seine Frau einen Fremden auf den Hof geholt, der dem Bauer beim Entzug helfen soll. Doch seine Methoden stoßen nicht bei allen Hofbewohnern auf Verständnis. Der Bauer darf nichts mehr essen, muss mit Erbsen in den Schuhen Wallfahrten bestreiten, muss regelmäßig zum Beten auf seine Kammer und darf sich seine Kniebank in der Kirche nicht polstern lassen. Als die Bäuerin in der Kammer des neuen „Freundes“ ihres Mannes ein Dokument findet, dass belegt, dass ihr Mann seinem Freund den Wald überschrieben hat, den sie selbst in die Ehe eingebracht hat, ist das Misstrauen groß.

Flinserl, die Magd, und Agath, die Bauerstochter, stellen daraufhin den „Freund“ zur Rede. Dieser gibt ganz unverblümt zu, dass er den Bauer dazu bringen will, ihm auch noch den ganzen Hof zu überschreiben. Dazu wendet er Tricks an. Beispielsweise „vermittelt“ er dem Bauern ein „Gespräch“ mit dessen längt verstorbener Urgroßmutter, die prompt den Bauern warnt, dass er von seinen Verwandten entmündigt werden soll. Einziger „Ausweg“: Er müsse den Hof an den „Freund“ überschreiben. Das Unheil hätte seinen Lauf genommen, wenn die Magd Flinserl am Ende nicht eingeschritten wäre.

Die Theatara überraschten ihr Publikum heuer mit einigen neuen Elementen. So waren in das Stück immer wieder Gstanzel eingeflochten, die die Schauspieler selbst sangen. Außerdem war das Publikum immer wieder mit eingebunden. So wetteten die Schauspieler immer mal wieder mit den Besuchern daruum, wie die Geschichte ausgeht. Der Einsatz war jedes Mal eine Mass Bier. Diese gewann zum Schluss das Flinserl, die Magd, gespielt von Carolin Oefner. Sie beeindruckte das Publikum, indem sie zum Schluss die Mass in einem Zug leer trank. Die Besucher waren begeistert, die witzigen und sehr trockenen Dialoge sorgten für viele Lacher, und dementsprechend langanhaltend war der abschließende Applaus.

„Der Zeitaufwand bei der Vorbereitung ist schon enorm“, gibt Veronika Ganslmaier zu, die die Bauerstochter Agath spielt. Seit dem 3. März hatte das Ensemble annähernd drei Mal pro Woche geprobt. Am Wochenende wurde zusätzlich an der Bühne gebaut. „Aber es lohnt sich jedes Mal wieder“, sind sich die Theatara einig.

Stefanie Ritter

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