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Drei Katzenbabys aus schmutzigem Kellerschacht gerettet: Tierheim Dachau bangt um Leben der Kätzchen

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Von: Jennifer Battaglia

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Das Tierheim Dachau rettet eine Katzenmama und ihre drei Kitten.
Das Tierheim Dachau rettet eine Katzenmama und ihre drei Kitten. (merkur.de-Collage) © Tierheim Dachau

Eine Katzenmutter und ihre Babys konnten von Mitarbeitern des Dachauer Tierheims gerettet werden. Die Tiere lagen in einem dreckigen Kellerschacht.

Landkreis Dachau - Erst wenige Tage sind die kleinen schwarz-weiß gemusterten Kätzchen alt, aber sie haben schon eine Menge erlebt. Zusammengerollt liegen sie auf einem Handtuch. Gemeinsam mit ihrer Katzenmutter wurden die drei Babys am Montag (18.4.) von Mitarbeitern des Dachauer Tierheims aus einem Kellerschacht eines unbewohnten Hauses in Schönbrunn befreit. Das gibt das Tierheim auf seiner Facebook-Seite bekannt und nennt Details zur nächtlichen Rettungsaktion.

Dachau: Katzenbabys aus dreckigem Kellerschacht gerettet— Pflegerin braucht Verstärkung

Gleich mehrere Menschen waren an der Rettung beteiligt. Über den Tiernotruf wurde das Tierheim Dachau auf die missliche Lage der Katzen aufmerksam gemacht. „Um 20.30 Uhr erhielten wir einen Anruf, dass eine Kätzin, die schon einige Zeit vor Ort gefüttert wird und niemandem gehört, in einem Kellerschacht Babys bekommen hat“, heißt es auf der Facebook-Seite des Tierheims. Pflegerin Nicole machte sie daraufhin sofort auf den Weg und versuchte die Katzenmutter mit einer Falle einzufangen — schließlich wollte man die Babys nicht ohne die Mutter mitnehmen.

Nicole hatte aber keinen Erfolg. „Leider war die Mama nicht in die Falle zu locken“, schreibt das Tierheim weiter auf Facebook. Deshalb entschloss sich die Pflegerin, den kleinen Spalt zum Kellerschacht, durch den die Katzenmutter raus und reinkam, zu verschließen. Da die Tierpflegerin aber nicht das Kellergitter anheben und gleichzeitig die Katzenmutter einfangen konnte, musste Verstärkung anrücken.

Dachau: Katzenbabys aus dreckigem Kellerschacht gerettet — Aktion dauert mehrere Stunden

Um 22.30 Uhr kamen deshalb Christine und Murat zum Ort des Geschehens. Christine ist ebenfalls Tierpflegerin und Murat ehrenamtlicher Helfer. Mit vereinten Kräften gelang es den dreien, die Katzenmutter endlich einzufangen. Dafür brauchte es aber mehrere Versuche: „Zwei Versuche scheiterten, der dritte gelang, allerdings machte Murat mit den Zähnen der Mama unliebsame Bekanntschaft“, so das Tierheim weiter. Der Einsatz dauerte mehrere Stunden und war erst um ein Uhr nachts beendet. Wegen seines Engagements wurde der Tierschutzverein Dachau 2018 mit einem Tierschutzpreis ausgezeichnet.

Wir hoffen, dass unsere Hilfe noch rechtzeitig kam.

Tierheim Dachau

Doch trotz der Rettung der Katzen geht es zwei der Babys gar nicht gut. Die Mitarbeiter des Tierheims bangen um ihr Leben, denn die Babys haben sich eine schlimme Entzündung im Nabel-Bereich eingefangen. Schuld daran ist der Schmutz, in dem sie lagen. Beim kleinsten Katzenbaby, das gerade einmal 180 Gramm wiegt, eitert die Entzündung bereits. Die Mitarbeiter des Tierheims hoffen, dass sie nicht zu spät gekommen sind. „Wir hoffen, dass unsere Hilfe noch rechtzeitig kam“, schreiben sie.

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Dachau: Katzenbabys aus dreckigem Kellerschacht gerettet - Helfer werden online als Helden gefeiert

Der Post der nächtlichen Rettungsaktion wird derweil in den sozialen Medien gefeiert. Nach 24 Stunden hatte er bereits fast 400 Likes erhalten (Stand 20. April). Die Helfer werden als Helden gefeiert. Zahlreiche User kommentieren unter den Katzenbaby-Fotos. „Ihr seid großartig“, „Respekt, was ihr zu jeder Tages- und Nachtzeit leistet“ und „Ihr seid Helden“ ist da zu lesen.

Auch das Schicksal der Kätzchen bewegt die User, zahlreiche guten Wünsche für die kranken Katzenbabys gehen ein. „Alles Gute der Mama und ihren Babys“, schreibt eine Frau und eine andere kommentiert: „Alle Pfötchen und Daumen sind gedrückt, damit alle Babys gesund werden“.

Dachau: Katzenbabys aus dreckigem Kellerschacht gerettet — So geht es den Tieren jetzt

Merkur.de hat sich nach dem Zustand der Kätzchen erkundigt. Das Tierheim gibt an, dass die Tiere nun mit Antibiotika behandelt werden. „Die Gefahr ist noch nicht gebannt“, sagt Silvia Gruber, erste Vorsitzende des Tierschutzvereins, der das Tierheim trägt. „Aber es scheint ein bisschen besser zu werden.“ Dafür muss man sich aber Sorgen um die Katzenmama machen. Denn laut Gruber hat auch sie sich einen Infekt eingefangen. „Sie brütet uns etwas aus“, so die Vorsitzende. Alle würden jetzt hoffen, dass sich die Katzen alsbald erholen und wieder fit werden. Namen haben die Vierbeiner übrigens bereits bekommen. Die Mama hört jetzt auf den Namen Sarina und ihre Babys heißen Siri, Sambo und Salu. (jb)

Der Tierschutzverein Dachau hatte immer wieder mit Geldsorgen zu kämpfen.

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