Fahndung nach schwarzem Smart im Landkreis Dachau eingestellt

Aussage der Schülerin nicht richtig: Polizei gibt Entwarnung

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Die Polizei gibt Entwarnung, was die Beobachtungen einer zehnjährigen Realschülerin angeht, die am Schulzentrum Augustenfeld einen Mann mit Waffe gesehen haben wollte. „Die Fantasie des Mädchens ist wohl mit ihm durchgegangen“, sagt Polizeihauptkommissarin Melanie Habersetzer.

Dachau – Die Fahndung der Polizei nach einem schwarzen Smart mit Flammen auf der Motorhaube ist damit eingestellt. Die Aussage des zehnjähriges Mädchens hat sich als nicht richtig herausgestellt. Vor einer Woche hat die Polizei die Fahndung nach dem auffälligen Auto gestartet und um Hinweise gebeten. Mit diesem Auto sollte ein dunkel gekleideter Mann mit einer Schusswaffe Anfang vergangener Woche in Augustenfeld unterwegs sein, wie die Realschülerin berichtet hatte.

Der Mann mit der Waffe in der Hand hatte am Samstag, 4. Februar, für einen Großeinsatz der Polizei in Dachau gesorgt (wir berichteten). An diesem Tag war der Mann von mehreren Personen im Bereich Schleißheimer/Theodor-Heuss-Straße gesehen worden, „mindestens fünf Hinweise sind bei uns eingegangen“, sagt Habersetzer. Die Großfahndung der Polizei verlief erfolglos. Doch es sei „Fakt“, dass ein unbekannter Mann mit Waffe an diesem Tag in Dachau unterwegs war, denn die Hinweise hatten „Hand und Fuß“.

Ganz im Gegensatz zu der Aussage der zehnjährigen Realschülerin: Sie gab der Polizei gegenüber an, dass sie den Unbekannten vergangene Woche am Montag nach Schulschluss und Dienstag, 7.30 Uhr, in den Wohngebieten nahe des Schulzentrums Augustenfeld gesehen habe. Diesen Mittwoch war die Schülerin dann bei einer erneuten Befragung bei der Polizei. „Da hat das Mädchen eingeräumt, dass ein bisschen was erfunden war“, so Habersetzer. Die Polizeihauptkommissarin hatte sich schon gewundert, dass keine weiteren Schüler den Mann gesehen hatten. Und: „Nach dem Aufruf in der Zeitung habe ich erwartet, dass 30 bis 40 Hinweise eingehen, weil das Auto so auffällig ist“, sagte Melanie Habersetzer. Aber es kam nur ein Hinweis aus München, der aber nach Überprüfung nicht gepasst habe.

Die Polizei wird nochmals mit dem Mädchen sprechen, und „wir werden auch die Beobachtungen weiter hinterfragen“, so Habersetzer. „Aber wir werden nicht alle 400 Smarts mit Dachauer Kennzeichen überprüfen.“

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