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Falscher Zwanziger aus Schwabhausen

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Von: Thomas Zimmerly

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Mehrere Euro-Geldscheine liegen übereinander (Symbolbild)
Recht leicht zu unterscheiden sind echte (unser Foto) von falschen Zwanzigern. © Beispielfoto: Francis Dean/Dean Pictures / IMAGO

Mit einem falschen Zwanziger hat sich das Schöffengericht Dachau zu befassen. Ein 33-Jähriger aus Schwabhausen soll ihn in Umlauf gebracht haben.

Dachau – Die Bundesbank hat im ersten Halbjahr 2022 rund 19 800 falsche Euro-Banknoten im Nennwert von knapp einer Million Euro aus dem Verkehr gezogen. 42 Prozent waren 50-Euro-Scheine. An zweiter Stelle folgen die 20-Euro-Banknoten mit rund 35 Prozent.

„Prop-Copy“-Geld kann man sich im Internet besorgen

Im vorliegenden Fall handelte sich dabei um sogenanntes „Prop-Copy“-Geld, das sich jedermann übers Internet besorgen kann. Der Besitz dieses Spielgelds ist problemlos, das Inverkehrbringen jedoch strafbar. Und wenn man den Schein, so wie der 33-Jährige es getan haben soll, jemandem andreht und dieser Mensch daraufhin zwei echte Zehner zurückgibt, kommt auch noch Betrug hinzu.

Der Tatbestand des Inverkehrbringens von Falschgeld beinhalte eine ganz empfindliche Strafandrohung, so der Vorsitzende Richter Christian Calame in der Hauptverhandlung, es gelte schließlich, die Geldflüsse zu schützen. Calame sah daraufhin zum Angeklagten und ließ diesen wissen, dass das Gericht bei einem Geständnis einen minderschweren Fall annehmen könnte – schließlich gehe es nur um einen einzigen Schein.

33-Jähriger bestreitet alles

Der tiefe Blick in die Augen des zweifachen Familienvaters nutzte nichts. Der 33-jährige bestritt rundheraus, dass er zum Zeitpunkt des Tauschgeschäfts in Unterweikertshofen gewesen sei. Dort soll der Handel im Januar 2021 stattgefunden haben.

Opfer war der Cousin (34) des Schwabhausers. Vor dessen Wohnung, so gab der Cousin im Zeugenstand an, habe ihm der Angeklagte den Zwanziger in die Hand gedrückt. Es sei bereits finster gewesen. Dass mit der Note etwas nicht stimmt, habe er erst tags darauf gemerkt, als er sie in einem Getränkemarkt auf den Tisch legte, um damit einen Kasten Spezi und ein Sixpack Bier zu bezahlen. Die Verkäuferin wollte den Schein nicht annehmen.

Wieder zu Hause, nahm der Cousin gemeinsam mit seiner Verlobten (28) den Zwanziger genauer unter die Lupe. „Er hat sich dicker angefühlt und war etwas kleiner als echte Scheine“, meinte die Verlobte vor Gericht. Das Duo stiefelte zunächst zur Bank, wo ein Angestellter bei der Frage: „Ist er falsch?“ heftig nickte, und danach gleich weiter zur Polizei.

Die Ermittler durchsuchten daraufhin die Wohnung des 33-Jährigen und stellten nicht weniger als 368 „Prop-Copy“-Noten – Zehner, Zwanziger und Hunderter – sicher; neben ein bisschen Amphetaminen und weiteren berauschenden Substanzen.

Spielgerld für die Tochter?

Das Spielgeld habe er auf der Internet-Plattform Wish erstanden, auf der, ähnlich wie auf Ebay, kleine Unternehmen und Hersteller Waren direkt an die Verbraucher verkaufen. 23,12 Euro habe ihn das gekostet. Die Scheine seien für seine Tochter bestimmt gewesen, beteuerte der Angeklagte.

Die Kleine spiele so gerne mit ihrem Kaufladen. Den Zwanziger müsse seine Tochter irgendwann in das Haus in Unterweikertshofen mitgenommen haben, fuhr er fort. Dort lebten zum Tatzeitpunkt auch die Eltern des Cousins sowie dessen Bruder samt Kindern. Man treffe sich hin und wieder. Tochter und Verwandtschaftskinder verstünden sich prächtig, meinte er.

Hat der Geldtausch tatsächlich stattgefunden? Oder brachte die Tochter des Angeklagten den Schein nach Unterweikertshofen? Eine Antwort verspricht sich das Schöffengericht von einem weiteren Mann, der dabei gewesen soll, als der Zwanziger seinen Besitzer gewechselt haben soll. Er soll am 11. Oktober seine Aussage machen.

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