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Feuerwehr muss medizinische Notfalleinsätze übernehmen

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Mitunter kann der Rettungsdienst nicht schnell genug am Einsatzort sein. Dann kommt es vor, dass Feuerwehr einspringen muss (Symbolbild). © dpa

Die Feuerwehr muss immer häufiger zu medizinischen Noteinsätzen ausrücken - weil keine Rettungsdienste verfügbar sind.

Dachau – Die enorme Belastung des Rettungsdienstes (wir berichteten mehrmals) macht sich auch bei den Feuerwehren im Landkreis bemerkbar. Vor wenigen Tagen wurde beispielsweise die Dachauer Feuerwehr zu zwei medizinischen Notfalleinsätzen gerufen, weil gerade keine Kräfte des Regelrettungsdienstes verfügbar waren.

„Wir fahren sonst auch immer mal wieder zu medizinischen Einsätzen, doch zurzeit sind wir sehr viel häufiger gefragt“, sagt Wolfgang Reichelt, Pressesprecher der Feuerwehr Dachau. In den vergangenen zwei Wochen sei die Feuerwehr dreimal zu einem medizinischen Notfall alarmiert worden, erinnert sich Reichelt. „Im Vergleich zu vorher ist das auffällig viel.“ Für das gesamte Einsatzspektrum stehen bei der Dachauer Feuerwehr unter tags seit 2020 immer sechs hauptamtliche Feuerwehrkräfte zur Verfügung. Auf die Frage wie lange man sich die Zusatzarbeit noch leisten und aushelfen könne, antwortet Reichelt: „Wir werden immer auch auf medizinische Einsätze fahren, es kommt bei uns nur darauf an, wie sich die Pandemie und die Zahl der Einsätze und Patienten verändern und wie oft wir dann gefragt sind.“ Die Feuerwehr fahre gerne zu medizinischen Einsätzen und helfe, „denn wir haben im Feuerwehrteam ausgebildete Sanitäter und können dementsprechend auch medizinische Hilfe leisten“.

Doch nicht nur in Dachau sollen Feuerwehrkräfte wahrscheinlich in Zukunft zur Unterstützung der Rettungsdienste immer mal wieder herangezogen werden. Maximilian Reimoser, Pressesprecher der Kreisbrandinspektion sagt, dass „das Thema noch nicht ganz fertig diskutiert ist“. Doch er könne bereits mit sehr großer Sicherheit sagen, dass in allen Gemeinden des Landkreises bald Rettungsdienste durch die Feuerwehr unterstützt werden sollen. „Die Einsätze der Feuerwehr sollen aber nur dann erfolgen, wenn es sich um lebensbedrohliche oder zeitkritische Situationen handelt, bei denen der Rettungsdienst wegen längeren Anfahrten oder zu langer Suche nach freien Intensivbetten nicht sofort vor Ort sein kann“, meint Reimoser und fügt hinzu: „Und selbst dann dient die Feuerwehr mehr oder weniger nur zur Aushilfe, bis der Rettungswagen eintrifft, nicht als Ersatz.“

Mike Zimmermann von der Integrierten Leitstelle Fürstenfeldbruck sagt, dass nicht von vielen Fällen gesprochen wird, bei denen die Feuerwehr für medizinische Notfälle ausrückt. „Wenn dann handelte es sich um Einzelfälle.“ „Zu besonderen Ereignissen oder kritischen Einsatzfällen“ würde der Rettungsdienst schon mal die Feuerwehr mitnehmen, betont Zimmermann, doch die Lage der Rettungsdienste in Dachau sei „nicht so kritisch“, dass die Feuerwehr wirklich zum Einsatz käme. Weiter klärt Zimmermann auf: „Der Rettungsdienst braucht im Regelfall auch keine 30 Minuten um zum Notfallort zu gelangen, außer der Verkehr blockiert uns. Dass wir auf der Suche nach einer Klinik mit freien Intensivbetten mal länger brauchen, stimmt allerdings schon. Aber dafür haben wir eigentlich Häuser mit Versorgungsauftrag, mit denen das bisher gut klappt.“

Tamina Hindelang

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