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Während die Abbrucharbeiten auf dem Gelände der ehemaligen Papierfabrik zügig vorangehen, laufen im Hintergrund die Planungen kontinuierlich weiter. 

Flächennutzungsplan für ehemaliges MD-Gelände in Dachau ist fertig

Schritt für Schritt zum neuen Stadtviertel

Der Flächennutzungsplan für das ehemalige MD-Gelände in Dachau ist fertig. Damit kann ein neues Stadtviertel entstehen. Nur die Stellplatz-Frage ist noch nicht geklärt

VON PETRA SCHAFFLIK

Dachau – Während die Abbrucharbeiten auf dem Gelände der ehemaligen MD-Papierfabrik zügig vorankommen, laufen im Hintergrund kontinuierlich auch die Planungen weiter für das neue Stadtviertel. Und zwar ganz unspektakulär Schritt für Schritt. „Nix Großartiges“ habe er zu berichten, sagte Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) deshalb am Dienstag im Bauausschuss, als turnusgemäß ein Statusbericht anstand zu dem Projekt, das nach zwölfjähriger Beratung, Bürgerbeteiligung und Planung jetzt auf die Zielgerade einbiegt.

Tatsächlich ist der Entwurf des Bebauungsplans im Februar vom Stadtrat bekanntlich noch einmal zurückgegeben worden an die Planer. Uneinig waren sich die Kommunalpolitiker über die Frage, wie viele Autostellplätze im künftigen neuen Stadtviertel nötig sind. Vor allem die CSU-Fraktion mochte dem Vorschlag des Planers nicht folgen, weniger Parkflächen als üblich vorzusehen, weil das Areal mitten in der Stadt liegt und mit dem Nahverkehr gut erreicht werden. Der Stadtrat entschied daher im Februar, für das MD-Areal den Stellplatzschlüssel regulär anzuwenden, gleichzeitig die Geschossfläche zu reduzieren. Nun soll die strittige Frage der „notwendigen Stellplätze“ demnächst im neu konstituierten Stadtrat nochmal besprochen werden. „Das werden wir zu gegebener Zeit vorstellen“, so der OB.

Alle anderen Vorarbeiten laufen dagegen nach Plan. Ein Nahversorgungskonzept für das künftige neue Stadtviertel am Fuß der Altstadt wurde inzwischen beauftragt. Und sobald das Verkehrsgutachten vorliegt, wird auch geschaut, wie das MD-Areal schrittweise bebaut werden kann und zwar bereits in der Zeit, in der die geplante Bahnunterführung an der Freisinger Straße noch nicht fertig ist. So eine Ausarbeitung hatte das Bündnis für Dachau im Januar beantragt. Auch der wichtige städtebauliche Vertrag zwischen Stadt und Investor Isaria AG sei bereits in Arbeit, informierte Hartmann.

Grünen-Stadtrat Thomas Kreß erkundigte sich nach ersten Resultaten zu den Altlasten. „Der Holzlagerplatz ist bereits fast abgeräumt, wie sind die Rückmeldungen? Wurden so viele Altlasten gefunden, wie erwartet, mehr oder weniger?“ Die bisherigen Ergebnisse lägen „alle im Rahmen“, betonte der Leiter des städtischen Bauamts, Moritz Reinhold. Und nach wie vor halte die Stadt fest am Ziel, „dass das gesamte Gelände komplett von Altlasten befreit wird“, versicherte der Oberbürgermeister. Denn zulässig wäre es, unter befestigten Flächen wie etwa Straßen belastete Rückstände im Boden zu belassen. „Diese Variante gehen wir nicht.“

Auch nach dem Bolzplatz erkundigte sich Thomas Kreß. So ein Areal für Hobby-Fußballer, ein Anliegen aus der Bürgerbeteiligung, war von den Grünen bei den Beratungen im Januar bereits eingefordert worden. Doch ein Bolzplatz bringt im von Bahntrasse und Straßen umgebenen Areal Konflikte mit dem Schallschutz. Bauamtsleiter Reinhold kündigte für die nächste Beratung des Bebauungsplans konkrete Lösungsvorschläge an.

Während also am Bebauungsplan für das ehemalige MD-Gelände noch geschliffen wird, ist der Flächennutzungsplan fertig und bereits erstmals öffentlich ausgelegt worden. Das Ergebnis überraschte jetzt dadurch, „dass es keinerlei Überraschungen gab“, wie der OB erklärte. Bei einem Vorhaben in dieser Größenordnung sei damit zu rechnen gewesen, dass von der einen oder anderen Fachbehörde noch unerwartete Aspekte auftauchen. „Aber es scheint, dass das ein ganz normales Verfahren wird.“

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