Zuschuss für Volleyballer

„Spitzensport ist schwer zu definieren“

Die Förderung des Spitzensports ist in Dachau gute Tradition. Doch was ist Spitzensport? Der Abstieg der ASV-Volleyballer aus der zweiten in die dritte Liga hat eine Diskussion in Gang gesetzt.

Dachau – Die ASV-Volleyballer sind in der vergangenen Saison von der zweiten in die dritte Bundesliga abgestiegen. Das bedeutet nicht nur einen sportlichen Abstieg, sondern auch einen finanziellen. Seit September bekommt die Abteilung keinen Zuschuss mehr von der Stadt. Der Grund: Sie sind laut Förderrichtlinie keine Spitzensportler mehr (wir haben berichtet). Nur Mannschaften in den ersten beiden Bundesligen oder „Vergleichbarem“ werden gefördert. Doch was ist damit vergleichbar? Markus Haberl vom Sportamt muss jetzt eine Definition für Spitzensport finden.

Ein Ansatz könnte die Präsenz auf internationalen Wettbewerben sein, sagt er. Denn diese Sportler werden weiter gefördert, weil sie Dachau deutschland- und weltweit vertreten: Das Euroteam der Turnerinnen des TSV 1865 Dachau mit 2000 Euro, die Taekwondo-Mannschaft des TSV mit 5000 Euro und der Billardsportverein Dachau mit 3000 Euro.

Als die Volleyball-Herren hochklassiger spielten, bekamen sie auch rund 3000 Euro und einen Fahrtkostenzuschuss von 50 Prozent. Finanzspritzen, die jetzt wegfallen. Ob die Volleyballabteilung in Zukunft mit einer Spitzensportförderung rechnen kann, ist offen. Das Problem: „Es ist schwierig, Spitzensport zu definieren“, sagt Haberl. Es werden Mannschaften in der ersten oder zweiten Liga oder Vergleichbarem gefördert, aber: „Es gibt Randsportarten, in denen man mit einer relativ einfachen Qualifizierung in eine hohe Liga aufsteigen kann.“   

Der Fahrtkostenzuschuss ist dagegen klar geregelt: Nur Sportler in der ersten oder zweiten Bundesliga werden finanziell unterstützt. In der zweiten Liga waren die Volleyballer in Süddeutschland unterwegs, jetzt nur noch in Südostdeutschland. Sie fahren etwa nach Gotha in Thüringen und Markkleeberg in Sachsen. Am Trainer zu sparen sei keine Option, der bekomme ohnehin nur eine Pauschale von 200 Euro im Monat, sagt ASV-Geschäftsführer Andreas Wilhelm. „Wenn wir keinen guten Trainer haben, dann können wir keinen Leistungssport mehr betreiben.“

Auch Wolfgang Moll, Vorsitzender des TSV Dachau 1865 Dachau, sieht die ASV-Volleyballer als Spitzensportler: „Sie sind in mehreren Bundesländern unterwegs und mussten sich dafür qualifizieren.“ Sportreferent Günter Dietz (CSU) plädiert dafür, eine neue Definition für Spitzensport zu finden. In vielen Sportarten gebe es zum Beispiel gar keine Bundesliga, trotzdem werde Spitzensport betrieben. Aber „eine glorreiche Lösung ist uns noch nicht eingefallen.“

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