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Manfred Wolf hat bereits Ende März den ersten Spargel auf seinen Feldern rund um Ebersried geerntet. Möglich ist das nur durch mehrere Folienschichten über dem Königsgemüse.

Neue Methoden auf den Feldern

Frühspargel in Plastikfolien gehüllt

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Ohne Plastikfolien geht es nicht mehr. Davon sind die Spargelbauern im Landkreis überzeugt. Die Konkurrenten aus dem Ausland machen ihnen zu schaffen – und die Wünsche der Verbraucher.

Landkreis – Er sticht schon seit einigen Wochen aus dem Boden. Zu sehen ist er aber nur selten. Denn mehrere Plastikfolienschichten bedecken ihn: Der Spargel. Das Königsgemüse ist gesund und gilt als exquisit, weil es nur über eine bestimmte Zeit zu haben ist – die Spargelzeit. Doch die fängt immer früher an, dank der Plastikfolien.

Während die Spargelsaison vor einigen Jahren noch Ende April startete, ging es im Landkreis heuer bereits Anfang März los. Der Grund dafür sind beheizte Spargelfelder, wie zum Beispiel in Schrobenhausen, im Landkreis gibt es sie bisher nicht. Hier setzen die Spargelbauern an der Kaltmühle in Hebertshausen, Großinzemoos und in Ebersried auf bis zu drei Folienlagen, um das Königsgemüse drei Wochen früher zu stechen.

Spargelbauer Manfred Wolf (46) aus Ebersried erntete den ersten Spargel bereits Ende März. Möglich machen das die Planen auf dem Spargel, sie wirken wie ein Gewächshaus: Meist spannt sich eine schwarze Folie direkt über dem Spargel, eine Verfrühungsfolie und ein Minitunnel, ebenfalls aus Plastik, darüber. Während Supermärkte auf Plastiktüten verzichten, Meerestiere an Plastik ersticken, scheint es auf dem Acker niemanden zu stören. „Wir verwenden die Folien mehrere Jahre“, sagt Traudi Reischl, Spargelbäuerin aus Großinzemoos. Zudem würden die Folien nur auf Teilen der Felder verwendet. „Außerdem glaube ich nicht,dass die Folien in einem ordentlichen Recyclingbetrieb ein Problem sind“, sagt Wolf. Die Folien seien recycelbar, sagt Anton Kreitmair, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes. Trotzdem kritisiert er, dass die Verbraucher die Spargelsaison immer weiter ausdehnen wollen. „Aber das ist das Gleiche wie mit den Erdbeeren, die es am besten auch im Winter geben soll.“ Auch Traudi Reischl kennt das Problem: „Wenn es überall schon Spargel gibt, dann fragen unsere Kunden natürlich auch nach.“

Und wenn die Spargelbauern aus dem Landkreis nicht mitziehen, dann werden sie von der Konkurrenz aus Süd- oder Osteuropa ausgestochen, die ihre Spargelfelder auch in Plastik hüllen, sagt Kreitmair. Spargel, der von der Sonne gewärmt herausschießt – gibt es kaum mehr.

Mit den Plastikfolien geht alles schneller. Sie hält den Spargel nicht nur schön warm, sondern verhindert auch, dass er sich durch Sonnenstrahlen an der Spitze grün bis violett verfärbt. Denn dann zählt er nicht mehr als Qualitätsklasse eins – und der Kunde will ihn nicht mehr, sagt Reischl. Das sei ein Vorteil der Folien, aber „Sonst haben wir eigentlich nur zusätzliche Kosten und mehr Arbeit dadurch.“ Die Mitarbeiter müssen die Planen erst auf dem Spargelfeld verteilen, beim Stechen umkrempeln und wieder vom Acker schaffen.  

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