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Für Lena wird der Opa zum Faschingsprinz

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Von: Miriam Kohr

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Das Prinzenpaar der FG Dachau: Angela und Hardy Burghart mit Enkelin Lena.
Das Prinzenpaar der FG Dachau: Angela und Hardy Burghart mit Enkelin Lena. Foto: mik © mik

Lange hat die FG Dachau gesucht, wurde aber nicht fündig. Die Nachricht, dass es in der nächsten Faschingssaison vielleicht kein Prinzenpaar gibt, machte sich im Verein breit. Dann dachte sich Hardy Burghart: „Bevor meine Lena einen Fasching ohne Prinzenpaar erleben muss, macht der Opa das!“ Oma Angela zog nach anfänglichen Zweifeln mit. Und jetzt kann es das Prinzenpaar kaum erwarten!

Dachau – Die sechsjährige Lena tanzt seit etwa zwei Jahren bei der Faschingsgesellschaft (FG) Dachau in der Garde. Wegen Corona hat sie aber noch keine Faschingssaison erlebt. Auftritte blieben bisher aus. Umso mehr freute sie sich auf die Saison 2022/2023, die endlich wieder wie gewohnt über die Bühne gehen sollte.

Doch im Dachauer Faschingsverein hatte man Ende Oktober immer noch kein Prinzenpaar gefunden, weder bei den Erwachsenen, noch bei den Kindern. Damit stand der Dachauer Fasching erneut auf der Kippe.

„Wenn es keiner macht, dann macht das der Opa!“

Hardy Burghart, Opa der kleinen Lena, erfuhr von diesem Umstand, als er das Mädchen vom Tanz-Training abholte. Der Prinzenpaar-Mangel beschäftigte den 59-Jährigen, seine Enkelin tat ihm leid. Zuhause in Hebertshausen angekommen, sagte er daher zu seiner Frau Angela: „Wenn es keiner macht, dann macht das der Opa!“ Immerhin sollte seine Enkelin Lena endlich ihren verdienten Fasching bekommen.

Gesagt getan. Mit dem Entschluss klingelte der 59-Jährige bei seiner Nachbarin Michaela Zachmann, Vorsitzende der FG Dachau. „Ich mach’s, ich werde Faschingsprinz“, verkündete Burghart der erstaunten Zachmann. Nur fehlte jetzt noch eine Prinzessin.

Oma Angela weigerte sich zunächst. Dem „Dackelblick von meinem Mann und den Überredungskünsten von Micha“ war es am Ende aber zu verdanken, dass Angela „Ja“ sagte. „Dafür ist man ja verheiratet“, meint die 57-Jährige schmunzelnd. Und das übrigens seit 37 Jahren!

Seit Oktober im Tanzkurs

Doch ein Manko gab es: „Wir hatten es in all den Jahren nicht geschafft, den Walzer zu lernen. Nicht für unsere Hochzeit, nicht für die Hochzeit unseres Sohnes Robert und auch nicht für die unseres Ziehsohnes“, verrät Angela. Dumm nur, dass der Walzer zum Prinzenpaar gehört wie das Helau zum Fasching. Also ging es noch im Oktober in den Tanzkurs. Immerhin sollten die Gäste der Proklamation Mitte November schon die ersten Schritte der beiden als Prinzenpaar sehen. Täglich übten Hardy und Angela daher in ihrem Wohnzimmer. Am Ende klappte es bei der Proklamation so gut, dass die beiden gar nicht mehr aufhören wollten zu tanzen.

Die Familie des frisch gekürten Prinzenpaars, inklusive Lena, war ziemlich verblüfft. Tradition ist es nämlich, dass keiner, außer der Vorstand der Faschingsgesellschaft, bis zur Proklamation weiß, wer das neue Prinzenpaar ist. Mit offenen Mündern saßen da also Sohn Robert und Schwiegertochter Stefanie mit Lena an ihrem Tisch. „Wir wollten es erst nicht glauben. Wir waren total überrascht“, erzählt Stefanie Burghart, die den Schwiegereltern ihren Respekt zollt. Und wer weiß, so die Schwiegertochter: „Vielleicht animieren die beiden jetzt weitere Personen, die sich das Prinzenpaarsein zunächst nicht zutrauten, es doch zu machen?“

Nun gilt es die Choreografie für ihren Prinzenwalzer zu lernen. Auch dafür bekommt das Ehepaar Privatstunden. Angela glaubt, dass es Tanzlehrerin Sinja von der Tanzschule „Meet and Dance“ Dachau „nicht immer leicht mit uns“ hat. Doch die Lehrerin ist zuversichtlich: „Es ist erstaunlich, was für Fortschritte sie von Stunde zu Stunde machen!“ Auch Faschingsprinz Hardy ist optimistisch: „Wenn wir etwas machen, machen wir es zu 100 Prozent!“

Und das ist nicht wenig. Prinz und Prinzessin haben nämlich viele gemeinsame Hobbys: Line Dance, Kutsche Fahren beziehungsweise Reiten, Motorradfahren und Essengehen. Doch das steht jetzt alles hinten an für die vielen Faschings-Termine. Um das Pferd von Angela kümmert sich beispielsweise ihre Cousine. „Ohne den Familienzusammenhalt würde das alles nicht gehen“, weiß Angela.

Und der ist bei den Burgharts sehr stark! Sohn Robert kutschiert die Eltern mit dem Prinzenauto von Termin zu Termin, Friseurmeisterin Stefanie macht Angela vor jedem Termin die Haare schön. 35 Termine, darunter Sponsorenbesuche, Inthronisationen anderer Faschingsgesellschaften und Prinzenpaarstammtische stehen für die kommenden Wochen bereits im Kalender.

Und es werden noch mehr werden. Freuen tun sich beide aber vor allem auf die Inthronisation, wo die beiden als Prinzenpaar mit Ornat und ihrer Choreografie Premiere feiern. Den Stoff für Angelas Kleid hat Ehemann Hardy ausgesucht. „Ich war völlig überfordert“, erinnert sie sich. Erst als der Stoff mit dem Entwurf der Schneiderin vor ihr präsentiert wurde, habe sie realisiert, was eigentlich vor ihr liegt – im doppelten Sinne.

Karten für die Inthronisation

am Samstag, 14. Januar, ab 20 Uhr im Thomahaus können telefonisch immer unter 01 76/43 14 11 78 bei Sandra Novszki oder unter 01 62/20 84 54 9 bei Gabi Knam sowie per E-Mail an info@faschingsgesellschaft-dachau.de reserviert werden.

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