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Furioser Start für Kinderpflegeschule

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Von: Stefanie Zipfer

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Das Gymnasium ist gefragt, die Übertrittsquote im Landkreis Dachau steigt.
Das Gymnasium ist gefragt, die Übertrittsquote im Landkreis Dachau steigt. © Patrick Pleul

Immer mehr Kinder sollen aufs Gymnasium. 22 fünfte Klassen gibt es im September an den drei Landkreis-Gymnasien. Und noch eine andere Schule ist gefragt.

Dachau – Die Anmeldezahlen an den Landkreisgymnasien sind weiter hoch. 22 fünfte Klassen wird es im kommenden Schuljahr geben. Dass aber nicht alle Kinder aufs Gymmi wollen, beweisen die überraschend vielen Anmeldungen für die Berufsfachschule für Kinderpflege, die im kommenden Schuljahr in Dachau starten wird.

Nur ein „vorläufiges Update“ wollte Albert Herbst, der für die weiterführenden Schulen im Landkreis zuständige Sachgebietsleiter im Landratsamt, dem Kreis- und Schulausschuss des Kreistags am Freitag geben. Zu allzu großen Änderungen bei den Anmeldezahlen für das Schuljahr 2022/23 dürfte es aber ab diesem „vorläufigen Update“ wohl in den kommenden Wochen nicht mehr kommen.
Klar ist: Die hohe Auslastung der Realschulen, Gymnasien, FOS und beruflichen Schulen im Landkreis bleibt auch im nächsten Schuljahr bestehen.

Für die drei Gymnasien bedeutet dies: Das Dachauer Ignaz-Taschner-Gymnasium (ITG) wird im September mit fünf fünften Klassen starten, das Josef-Effner-Gymnasium (JEG) in Dachau mit neun und das Gymnasium Markt Indersdorf (GMI) mit acht. Die Übertrittsquote, also der Anteil der Kinder, der nach der vierten Grundschulklasse aufs Gymnasium geht, liegt auch im kommenden Schuljahr bei 44 Prozent. Herbst nennt dies ein „hohes Level“, verglichen mit der Tatsache, dass in früheren Zeiten die Übertrittsquote bei nur 38 Prozent gelegen habe.

Was die Zahl der Neuanmeldungen an den drei Gymmis heuer „spannend“ macht, so Herbst, ist der Fakt, dass zwar die Zahl der Anfangsklassen an ITG, JEG und GMI mit 22 gleich geblieben sei, diese Klassen aber kleiner würden. 51 Kinder weniger als im Vorjahr hätten sich nämlich für den Wechsel an eins der drei Gymnasien entschieden.

Bewährt habe sich zuletzt auch die „Sprengelbildung“ für die Gymnasien, die eine gute Verteilung der Kinder auf die Schulen sicherstellte. Der neue musische Ausbildungszweig des GMI, für den sich 46 Kinder zum neuen Schuljahr anmeldeten, steht Herbst zufolge dagegen Kindern aus dem gesamten Landkreis offen.

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„Die große Herausforderung“, wie Herbst es nennt, wird im Bereich der Gymnasien aber in den kommenden Jahren die Raumsituation am GMI sein. Solange die beiden neuen Gymnasien in Karlsfeld und Röhrmoos noch nicht fertig seien und die Zahl von acht Eingangsklassen sich verstetige, dürfte die Frage werden: „Wie bringen wir die Kinder unter?“

Was die vier Realschulen betrifft, sei man im Landkreis aber „relativ safe“. Schon seit Jahren würden die Anmeldezahlen bei dieser Schulart stark schwanken, auch diesmal: Hatten sich im Vorjahr noch 484 Kinder an den Schulen in Dachau, Odelzhausen, Indersdorf und Weichs angemeldet, sind es heuer nur 415.

Die Zahl der Realschulanfangsklassen sinkt damit von 18 auf 16. Der „Sonderfaktor“ Ukrainekrieg, wie Herbst es nennt, dürfte sich mit steigenden Schülerzahlen vor allem auf die Realschulen beziehungsweise die Berufsschulen auswirken.

An den Fachoberschulen in Indersdorf und Karlsfeld blieben die Schülerzahlen dagegen praktisch gleich. Waren es im Vorjahr 177 Anmeldungen, sind es heuer 176. In Indersdorf waren es vor einem Jahr 75, in diesem Jahr 66. Wichtig ist Herbst dabei zu betonen: „Indersdorf hat Karlsfeld nicht geschwächt!“

Sprich: Die Schulen treten zueinander nicht in Konkurrenz, dank Zuzug und dem Trend, statt einer Ausbildung lieber auf einen Schulabschluss zu setzen, gehen den beiden Einrichtungen nicht die Jugendlichen aus.

Apropos Berufsausbildung: Für die Berufsschule lautet Herbsts „vorsichtige Prognose“, dass die Schülerzahl „insgesamt gleich bleibt“. Da Ausbildungsverhältnisse und damit Anmeldungen an der Berufsschule erst später stattfinden – oft erst im August – seien exakte Aussagen aber noch nicht möglich.
Was aber sicher ist: dass das Interesse an der im kommenden Schuljahr an den Start gehenden Berufsfachschule für Kinderpflege groß ist!

Die Nachfrage, berichtete Herbst, „übersteigt die möglichen Kapazitäten“, aktuell gehe man von „zwei sehr vollen Eingangsklassen“ à 32 Schülern aus. Der Großteil der Schüler komme dabei aus dem Landkreis Dachau. Herbsts Hoffnung daher: dem Fachkräftemangel im Erziehungsbereich „wirksam entgegen zu treten“. Zudem zeige die große Nachfrage, dass „wenn man ein Vor-Ort-Angebot schafft, man auch deutlich mehr junge Menschen gewinnen kann“.

Die Kreisräte waren mit den Ausführungen zufrieden. Stephanie Burgmaier (CSU) interessierte in Bezug auf das neue Schuljahr dann aber doch noch ein anderes Thema: Corona. „Sind wir für den Herbst gerüstet“, lautete ihre Frage an Herbst.
Der äußerte sich vorsichtig: Das Gebäudemanagement der Schulen werde alles tun, um Unterricht in Präsenz aufrecht zu erhalten. Allerdings, so Herbst, „sind wir nicht 100-prozentig davor gefeit, doch in Distanz zu gehen“.

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