Stück für Stück verschwindet das Dachauer MD-Papierfabrikgelände. Nur der Wasserturm wird als Industriedenkmal erhalten bleiben.
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Stück für Stück verschwindet das Dachauer MD-Papierfabrikgelände. Nur der Wasserturm wird als Industriedenkmal erhalten bleiben.

„Wohnungsneubau im großen Maßstab“ bleibt das Ziel

Fusion Vonovia und Deutsche Wohnen: Arbeiten auf MD-Gelände sollen auch nach Eigentümerwechsel weitergehen

  • Stefanie Zipfer
    vonStefanie Zipfer
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Die geplante Fusion der beiden Immobilienkonzerne Deutsche Wohnen und Vonovia ändert nichts am Fortgang der Arbeiten am MD-Gelände. Dies betont Romy Mathes, Sprecherin der Deutschen Wohnen.

Dachau - Der Immobilienkonzern Deutschen Wohnen hatte das 17 Hektar große und seit fast 15 Jahren brach liegende Gelände im vergangenen Frühjahr für 600 Millionen Euro gekauft; Vorbesitzer war der texanische Lone Star Funds. Und nun steht schon wieder der nächste Eigentümerwechsel an: Am Montagabend wurde bekannt, dass der Immobilienriese Vonovia der Deutschen Wohnen ein Übernahmeangebot gemacht hat. Sollten die Aktionäre das Angebot annehmen, würde auch die Isaria Entwicklungsgesellschaft MbH den Besitzer wechseln, die aktuell für den Umbau des früheren Papierfabrikgeländes in ein – laut Eigenwerbung – „modernes, urbanes Wohnquartier“ verantwortlich zeichnet.

Laut Mathes ist das Dachauer Großprojekt „aktuell nicht Gegenstand der Verhandlung“, die Isaria entwickle weiter und überhaupt sei jedes Gedankenspiel über die Zukunft des Projekts „rein hypothetisch“. Wenn es „tatsächlich etwas zu melden gibt, dann sagen wir es“.

Was Mathes zufolge aber heute schon fest steht: „Der Wohnungsneubau im großen Maßstab“ sei für beide Konzerne „ein wichtiges Ziel und strategisches Thema“. Sowohl der Deutschen Wohnen wie auch der Vonovia gehe es darum, „in Großstädten den Wohnungsmarkt zu entspannen“. Daher gehe es mit dem Dachauer Projekt „momentan unverändert weiter“.

Wie viele Wohnungen auf dem Gelände in Dachau gebaut werden, ist seit Jahren Gegenstand von Diskussionen. Stand heute sind zirka 1000 Wohnungen, 15 000 Quadratmeter für Einzelhandel und 45 000 Quadratmeter für Büros vorgesehen. Dass der Eigentümer des Geländes das Verhältnis Wohnen zu Gewerbe aber gerne in Richtung mehr Wohnungsbau und weniger Gewerbe ändern würde, ist ein offenes Geheimnis.

Im Interview mit der Heimatzeitung vor einem Jahr hatte Deutsche-Wohnen-Vorstand Henrik Thomsen angekündigt, „die große Mehrheit der neuen Wohnungen“ vermieten zu wollen und dabei „gutes Wohnen für breite Schichten der Bevölkerung“ zu ermöglichen.

Noch aber gibt es nicht einmal einen Bebauungsplan, auch der seit Jahren angekündigte städtebauliche Vertrag zwischen der Stadt und dem Eigentümer ist noch nicht einmal aufgesetzt. Oberbürgermeister Florian Hartmann ist daher „total entspannt“. Klar könne man lange und ausführlich über die alten und neuen Eigentümer des Geländes diskutieren, „das wird aber nix ändern. Viel entscheidender ist doch, dass wir als Stadt eine klare Haltung haben und sagen: So wollen wir es haben“!

Denn, das gibt Hartmann auch zu, in den aktuellen Verhandlungen zwischen Isaria und Stadt gebe es weiterhin divergierende Meinungen, vor allem über die Zahl der Wohnungen, aber auch über Grünflächen oder die Frage, welche Art von Gewerbe sich ansiedeln soll. Erst wenn diese Fragen geklärt und „gemeinsame Ziele“ formuliert seien, könne ein Bebauungsplanverfahren starten.

Die Standpunkte dabei sind klar: Während der Grundstücksbesitzer auf dem MD-Gelände einfach nur möglichst viel Geld verdienen will, geht es für Dachau um einen neuen Stadtteil. Und der, so Hartmann, „muss gut werden“! Schließlich werde der „die Entwicklung unserer Stadt für die nächsten 100 Jahre prägen“.

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