Frau vor Geschäft
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Leonie Feitenhansl aus Karlsfeld wollte eigentlich nur ein Sägeblatt – und kaufte dann doch ein bisschen mehr.

Blumen sind Emotionskäufe

Das Warten hat ein Ende ‒ Gärtnereien und Baumärkte haben wieder geöffnet

Seit heute haben die Gärtnereien und Baumärkte wieder geöffnet. Dafür mussten zahlreiche Hygienemaßnahmen umgesetzt werden.

Dachau – Endlich wieder ein Stück Normalität: Am gestrigen Montag haben in Bayern Gartenmärkte, Gärtnereien, Baumschulen, Blumenläden und Baumärkte wieder geöffnet – natürlich unter Auflagen. In den Gärtnereien im Landkreis liefen in den vergangenen Tagen die Vorbereitungen zur Wiedereröffnung auf Hochtouren. Ganze Betriebe mussten wieder hochgefahren und die von der Landesregierung vorgeschriebenen Auflagen umgesetzt werden: Zutrittsbegrenzungen, Plexiglasscheiben an den Kassen, Masken, Hygienestationen.

Die Gärtnerei Roth in Hebertshausen wartete der Wiedereröffnung freudig entgegen: „Wir haben ein gutes Hygienekonzept“, berichtet Inhaber Georg Roth. Wie viele andere Betriebe hatte die Gärtnerei einen Online-Shop eingerichtet und mit „Click and Collect“ – die Abholung von Waren nach Vorbestellung – gute Erfahrungen gemacht: „Es lief besser ab, als wir befürchtet hatten“, sagt Roth. „Wir sind ganz zufrieden.“ Die meisten Kunden hätten sich allerdings vor allem über das Telefon beraten lassen, so konnte sein Team besser auf die individuellen Wünsche eingehen. Blumen sind schließlich Emotionskäufe.

Der Hagebaumarkt in Dachau bot neben „Click-and-Collect“ sogar eine Lieferung nach Hause an. Das wurde mit „hoher Nachfrage“ angenommen, erzählt die Mitarbeiterin Nanette Kaiser. Auch im Baumarkt wurde unter Hochdruck alles für die Eröffnung vorbereitet: „Das Sortiment haben wir besonders auf Ware für Haus und Garten eingestellt.“ Auch hier gilt: ein Kunde je 10 Quadratmeter auf den ersten 800 Quadratmetern Verkaufsfläche und darüber hinaus einen Kunden je 20 Quadratmeter sowie FFP2-Masken-Pflicht.

Trotzdem: die Frage, wie gerecht es ist, dass Gärtnereien und Baumärkte öffnen dürfen, aber andere Einzelhändler nicht, lässt sich schwer ausblenden. „Unterm Strich ist die Regelung natürlich nicht gerecht. Grundsätzlich trifft es jeden hart“, sagt der Hebertshauser Gärtner Roth. „Für unsere Gärtnerei ist der Beschluss jedoch gerechtfertigt.“ Viel Kundenkontakt an der frischen Luft, weitläufige Gewächshäuser – in seiner Gärtnerei sind die Hygieneregeln um einiges einfacher einzuhalten als in den meisten Supermärkten. Hinzu kommt, dass Blumen und Pflanzen verderbliche Ware sind – „das vergessen die meisten Leute“. In den vergangenen Wochen musste bereits vieles weg geworfen werden, wie schon im ersten Lockdown im Frühjahr 2020. Ähnlich argumentierte auch Ministerpräsident Markus Söder: mit der Öffnung solle unter anderem vermieden werden, dass die Menschen die „lebende Ware“ dicht gedrängt in Discountern kaufen.

Paula Kühn

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