Festivalstimmung mitten in der Stadt: Kunst betrachten, der Musik lauschen, mit Bekannten ratschen. Am Sonntagnachmittag war das Kult-Festival auf der Thomawiese gut besucht.
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Festivalstimmung mitten in der Stadt: Kunst betrachten, der Musik lauschen, mit Bekannten ratschen. Am Sonntagnachmittag war das Kult-Festival auf der Thomawiese gut besucht.

Geglückte Wiedergeburt

  • Miriam Kohr
    VonMiriam Kohr
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Der Neustart ist gelungen: Vier Tage lang zog das Kult-Festival die Besucher auf die Thomawiese, an den sonnigen Tagen bis zu 500. Das bedeutet: kein Minus in der Kasse – und eventuell eine Wiederholung alle zwei Jahre.

Dachau – Das Kult-Festival ist wieder zurück. Vier Tage lang herrschte auf der Ludwig-Thoma-Wiese der Ausnahmezustand: Musik, Workshops, Kinderprogramm, Foodtrucks, Kunst und jede Menge gute Laune. Auch die Organisatoren sind glücklich mit ihrem Revival nach 21 Jahren.

Am Nachmittag des letzten Tages füllte sich das Gelände immer mehr, während die Band „Index Finger“ ihre Jazzmelodien anstimmte. Die Sonne strahlte auf die Gäste, die es sich auf den Bierbänken und Strandliegen gemütlich machten. In den Bäumen schaukelten ausrangierte Sonnenschirme, über dem Platz hingen die Stoffwipfel, die von Kindergärten und Schulen aus recycelten Stoffen genäht wurden. Mitorganisator Frank Donath stand mittendrin und schien zufrieden: „Man vergisst ein wenig, dass man mitten in Dachau ist“, stellte er fest. „Von einigen habe ich gehört, dass sie die Atmosphäre an ein kleines Tollwood erinnert.“

Wie beim großen Festival in München war auch in Dachau das Thema Nachhaltigkeit wichtig. Er blickt glücklich auf die vergangenen Tage. Schade war, dass die erste beiden Tage verregnet waren, doch das Wochenende habe diese Einbußen wieder ausgeglichen. Denn an den schönen Tagen waren bis zu 500 Personen auf dem Gelände. Auch die meisten Konzerte waren fast ausverkauft, vor allem an der Abendkasse ging noch einiges. „Wir kommen wohl bei null raus“, bilanziert er – und das sei positiv.

Denn das Kult 21 ist anders als das Tollwood keine Profit-Veranstaltung. Vor allem durch über 30 Sponsoren und viel ehrenamtliche Arbeit wurde das Dachauer Festival finanziert. Ein Team aus 140 ehrenamtlichen Helfern hatte die viertägige Veranstaltung auf die Beine gestellt und am Laufen gehalten. Eine Menge, wie Donath findet. „Ich bin vor allem froh, dass viele junge Leute mitgeholfen haben“, sagt er. Wie die 23-jährige Liza Lohmann, die die Programmleitung übernommen hat. Von Kabarett über Rock und Jazz bis hin zu Pop und Hip-Hop war alles dabei. So sei auch das Publikum bunt durchgemischt gewesen, sagt die Studentin.

Donath hofft, dass Organisationstalente wie Lohmann irgendwann das Kult übernehmen können. Er denkt also in die Zukunft – jedoch in nicht allzu naher Zukunft. „Jährlich ist das ehrenamtlich nicht zu stemmen, wir könnten uns vorstellen, es vielleicht im Zwei-Jahres-Rhythmus zu organisieren“, kündigt er an. Vielleicht wären dann mehr Zelte und noch mehr Ideen drin. Natürlich hofft er, sich beim nächsten Mal weniger um Corona-Maßnahmen Gedanken machen zu müssen.

Nun gilt seine Sorge zunächst dem Abbau: „Wer am Mittwoch beim Abbau helfen kann, kommt einfach vorbei, denn wir sind froh über jede Unterstützung“, sagt er mit Blick auf all die Sitzgelegenheiten, Zelte und Bühnen, die am Sonntag noch reichlich genutzt wurden.

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