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Beliebt bei Groß und Klein: Pfarrer Wolfgang Borm bei der Kindersegnung in St. Jakob vor einigen Tagen. 

Geistlicher geht im September in Ruhestand

Pfarrer Wolfgang Borm verlässt Dachau

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Auf den Pfarrverband Dachau kommt im September eine große Veränderung zu: Stadtpfarrer Wolfgang Borm wird in Ruhestand gehen. Das Erzbistum sucht bereits einen Nachfolger.

Dachau – Wolfgang Borm geht es derzeit wie vielen Bald-Rentnern: „Ich muss mich erst noch an den Gedanken gewöhnen, dass ich in wenigen Monaten tatsächlich in Ruhestand gehe.“

Der 69-Jährige hatte im vergangenen Jahr bei Erzbischof Reinhard Marx um Verrentung gebeten, jetzt kam der Bescheid aus München: Borm darf im September seinen Dienst als Stadtpfarrer von Dachau quittieren.

Wohin es ihn dann verschlagen wird, steht noch nicht fest. Sicher ist nur: In seine alte Heimat Obertaufkirchen (Landkreis Mühldorf am Inn), wo er geboren und aufgewachsen ist, wird es wohl nicht gehen. „Meine Eltern sind ja bereits verstorben und die Verwandten wohnen dort nicht mehr“, so Borm. Er wolle aber auf alle Fälle in der Diözese bleiben, „irgendwo im S-Bahn-Bereich“.

Allzu viel Zeit, um sich auf die Zeit nach seinem Berufsleben einzustellen, hat Borm dennoch nicht. Bis September wird er noch normal seinen Dienst als Stadtpfarrer von Dachau verrichten. Da das Erzbistum Borms Stelle bereits ausgeschrieben hat, hofft er, „dass sich bald jemand meldet“. Im Sommer könne er dann den Nachfolger entsprechend in seine Arbeit in Dachau vorbereiten.

Traurig ist Borm über seinen Abschied nicht, das sei „der natürliche Lauf der Dinge“. Zumal ihm zuletzt die verantwortungsvolle Arbeit für seine 15 000 Schäflein auch „nicht mehr so leicht von der Hand gegangen sei wie noch mit 35“. Dennoch macht sich auch schon jetzt ein wenig Wehmut bei ihm breit, denn: „Natürlich ist hier in den vergangenen 16 Jahren viel geschehen. Aber so richtig fertig ist man doch eigentlich nie.“ Sein Nachfolger, davon ist Borm aber fest überzeugt, wird die gute Arbeit, die wir hier geleistet haben, sicher fortführen“.

Für seine Pfarrgemeinde, vertreten von Pfarrgemeinderatsvorsitzender Monika Gasteiger, ist dies aber nur ein schwacher Trost: „Natürlich haben wir damit gerechnet, dass es irgendwann so weit sein wird und er in Ruhestand geht. Aber als wir es letzte Woche erfahren haben, waren wir schon traurig.“

Borm, betont Gasteiger, habe mit den Ehrenamtlichen immer gut und gerne zusammengearbeitet, „er war immer gerecht und hat sich auch immer für die Filialen eingesetzt“. Das Arbeitspensum, das der 69-Jährige dabei an den Tag legte, nötigt ihr den größten Respekt ab. Für Gasteiger und viele Dachauer ist daher schon jetzt, gut sieben Monate vor seinem endgültigen Abschied klar: „Wolfgang Borm hinterlässt in Dachau große Fußstapfen. Er wird schwer zu ersetzen sein.“

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