Endlich wieder Autoscooter fahren: Der „Sommer auf der Thomawiese“ bietet zumindest ein bisschen Volksfestflair. Seit die Regeln gelockert wurden, kommen deutlich mehr Besucher.
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Endlich wieder Autoscooter fahren: Der „Sommer auf der Thomawiese“ bietet zumindest ein bisschen Volksfestflair. Seit die Regeln gelockert wurden, kommen deutlich mehr Besucher.

„Genauso hatten wir uns das vorgestellt!“

  • Stefanie Zipfer
    VonStefanie Zipfer
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Endlich läuft’s auf dem „Sommer auf der Thomawiese“! Nach Wegfall der Testpflicht für ungeimpfte Besucher – vor allem Kinder waren davon betroffen – war es in den vergangenen Tagen richtig voll auf der Festwiese. Negative Auswirkungen auf die Corona-Lage hat die Lockerung bislang nicht.

Dachau – Festwirt Ewald Zechner kann sein Glück kaum in Worte fassen. „Es ist Wahnsinn“, sagt er immer wieder auf die Frage, wie in den vergangenen sieben Tagen die Stimmung in seinem Biergartenbereich auf dem „Sommer auf der Thomawiese“ war. Trotz Regen habe er „keinen Tag unter 1000 Besucher“. Das Feedback der Gäste sei dabei zu 99,9 Prozent das selbe: „Die sind so dankbar, dass endlich wieder was los ist!“

Nach dem Ausfall des Volksfests im Vorjahr sollte der „Sommer auf der Thomawiese“ seit 31. Juli als familienfreundliche Open-Air-Veranstaltung den Schaustellern und dem Festwirt wenigstens ein bisschen Verdienst ermöglichen. Wie berichtet, waren in den ersten Tagen der Veranstaltung aufgrund der strengen Corona-Auflagen der Stadt aber kaum Besucher gekommen. Erst der Protest der Schausteller, die Regeln zu lockern, führte vor einer Woche zu einem Umdenken bei der Stadt: Die sogenannte 3G-Regel – also der Nachweis, entweder geimpft, getestet oder genesen zu sein – für den Fahrgeschäfte- und Standlbereich wurde gekippt. Seitdem können die (kleinen) Besucher auch ohne Testnachweis ihre Zuckerwatte kaufen – und seitdem brummt das Geschäft.

Zechner berichtet, dass es nun auf der Festwiese „entspannt, friedlich, spaßig und schön“ zugehe. Mittags und nachmittags kämen die Familien, abends die Firmen und Vereine. „Es ist ein wunderbarer Wechsel“, wobei sich die Besucher zu jeder Zeit zu benehmen wüssten. „Wir haben eine super Stimmung, so weit wir Stimmung haben dürfen.“

Allerdings muss Zechner warnen: Am kommenden Wochenende dürfte die Maximalzahl von 1500 Besuchern im Biergarten locker erreicht werden, „da werden wir wohl nicht alle reinlassen können“. Wer also am Samstag um 18 Uhr zu zehnt käme, dürfte Pech haben. Allerdings verspricht er: „75 Prozent unserer Tische sind reserviert, aber 25 Prozent halten wir frei für die, die spontan kommen wollen!“ Grundsätzlich spricht Zechner seiner Kundschaft ein großes Kompliment aus: „Danke Dachau! Es gibt wohl keinen Biergarten in ganz Bayern, der bei Regen auch noch Gäste hat!“

Die Schausteller sind nicht ganz euphorisch wie Zechner. Anders als der Gastronom, bei dem die 3G-Regel von Anfang an nicht gegolten hatte, mussten sie um ihre Besucher erst kämpfen. Doch Sprecher Paul Tille betont: „Es hat sich gelohnt, die neue Regelung ist eine Riesen-Verbesserung!“ Die Testpflicht sei schlicht „übertrieben“ gewesen und „ganz klar“ der Grund, warum in den ersten drei Tagen so wenig Besucher zum „Sommer auf der Thomawiese“ gekommen seien.

Das gibt auch Andrea Löffler von der Stadtverwaltung zu. Die Testpflicht „war natürlich lästig. Das hat bestimmt einige Menschen abgehalten“. Nun aber sei die Stadt mit dem Zuspruch „sehr zufrieden“. So sei am Sonntag erstmals auch im Schausteller-Bereich mit 800 Besuchern die Personenkapazitätsgrenze erreicht worden, und auch in den Tagen davor „waren wir nahezu dran“.

Der Corona-Lage im Landkreis jedenfalls habe die Regellockerung bislang auch nicht geschadet, im Gegenteil: „Vor einer Woche sind wir bei einer Inzidenz von 23 gestartet, jetzt liegt sie darunter“, sagt Löffler erleichtert. Insofern sei die Atmosphäre auf der Thomawiese nun endlich „entspannt. Es sind so viele Familien da. Genauso hatten wir es uns vorgestellt!“ Um aber weiter kein Risiko einzugehen und längere Warteschlangen am Eingang zu vermeiden, bittet Löffler die Gäste, vorher unter www.dachau.de/kultur/veranstaltungen/sommer-auf-der-thoma-wiese.html jeweils das aktuelle Besucheraufkommen zu checken.

Paul Tille ist zwar nun zufrieden, dass „wir Schausteller auch wieder ein paar Mark verdienen“. Für die Zukunft aber soll der „Sommer auf der Thomawiese“ kein Modell sein. „Auf die Dauer lassen wir uns unsere Hauptfeste nicht nehmen!“

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