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Wohin führt der Weg der Sparkasse Dachau? Kommt es zur Fusion mit Fürstenfeldbruck und Landsberg oder bleibt sie eigenständig? Darüber sprechen seit Monaten (von links) Hermann Krenn, Wolfgang Becher und Stefan Löwl.

Dachau, FFB und Landsberg

Geplante Sparkassen-Fusion: Gegner machen mobil

Die geplante Fusion der Sparkassen Dachau, Fürstenfeldbruck und Landsberg-Dießen droht noch mehr aus dem Zeitplan zu geraten. Grund sind nicht nur zusätzliche Gutachten und offene Fragen, sondern auch der hartnäckige Widerstand einer Bürgerbewegung in Landsberg.

Dachau – Landrat Stefan Löwl (CSU) äußerte im Gespräch mit den Dachauer Nachrichten dennoch die Hoffnung, dass die grundsätzliche Entscheidung, ob es eine Fusion geben soll, noch vor der Sommerpause getroffen werden kann. Gerade für die betroffenen Mitarbeiter aus den drei bisher selbständigen Sparkassen sei Planungssicherheit, wie es weitergeht, sehr wichtig.

Dachaus Oberbürgermeister Florian Hartmann ist in Bezug auf den Zeitplan weniger optimistisch. So habe der Kreisausschuss des Kreistags Fürstenfeldbruck zuletzt die Entscheidung getroffen, ein Gutachten an die Wirtschaftsprüfung und Unternehmensberatung Pricewaterhouse Coopers (PwC) zu vergeben, das die Folgen der Fusion für Stadt und Kreis Fürstenfeldbruck aus unabhängiger Sicht auslosten soll. Ob die Berater schon Mitte April erste Ergebnisse vorlegen können, sieht Hartmann skeptisch.

Doch auch die Dachauer lassen sich seit Beginn der Fusionsverhandlungen von einer unabhängigen Wirtschaftsprüfung beraten. Wie die Dachauer Nachrichten erfahren haben, handelt es sich dabei um die Kanzlei Rödl & Partner. Die Experten würden regelmäßig dem Stadtrat und dem Hauptausschuss Rede und Antwort stehen. Hartmann sieht dieses Vorgehen nicht als Misstrauen gegenüber dem Vorstand der Dachauer Sparkasse an, sondern bezeichnet es als „professionell“. Die Entscheidung über die Fusion habe schwerwiegende und entscheidende Konsequenzen für die Stadt Dachau, und im Stadtrat säßen nur wenige Politiker, die betriebswirtschaftliche Experten seien. Ganz abgesehen davon sei die zentrale Frage über die künftige Verteilung der Gewerbesteuer und der Arbeitsplätze zwischen den betroffenen Kommunen noch nicht abschließend geklärt.

Landrat Stefan Löwl findet das Vorgehen der Stadt Dachau „verständlich“. Auch der Landkreis Landsberg hatte im Dezember ein eigenständiges Gutachten in Auftrag gegeben, das vor allem ausloten soll, wie die Einflussmöglichkeiten der kleineren Gemeinden wie die Stadt Landsberg und den Markt Dießen auch in der fusionierten Sparkasse gewährleistet werden können. Darüber und über ähnliche Fragen werde, so Löwl, momentan auch unter Federführung der betroffenen Vorstände und des Sparkassenverbandes verhandelt. Der Landkreis Dachau selbst nahm übrigens bereits die Dienste der Unternehmensberatung ZEB GmbH in Anspruch; entsprechende Ergebnisse waren Mitte November bei einem Pressetermin in der Dachauer Sparkasse vorgestellt worden.

Nicht abschätzen kann Löwl den Einfluss einer Online-Petition gegen die geplante Fusion, die das Bürgerforum Landsberg initiiert hat. Dessen Sprecher Rainer Gottwald ließ inzwischen sogar auf der Bürgerversammlung der Stadt Landsberg über die Sparkassen-Fusion abstimmen. Eine Mehrheit der Bürger (38:7 Stimmen) sprach sich gegen die Fusion aus. Jetzt muss der Stadtrat sich in den nächsten drei Monaten mit dem Thema beschäftigen. Gottwald sieht das als „Riesenerfolg“ an. Eine Fusion würde, so Gottwald gegenüber den Dachauer Nachrichten, die Identität des Landkreises Landsberg schwächen, zumindest mittelfristig zu Gewerbesteuerverlusten für Landsberg und seine Kommunen führen und vor allem negative Konsequenzen für die Mitarbeiter mit sich bringen. Bernhard Hirsch

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